Nicht nur inländische Arbeitslose bevorzugt So profitieren Ausländer vom Inländer-Vorrang

BERN - Nicht nur inländische Arbeitslose sollen bei offenen Stellen bevorzugt behandelt werden, sondern auch Grenzgänger und stellensuchende EU-Bürger. So will das Parlament die Masseneinwanderungs-Initiative umsetzen.

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Bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative haben National- und Ständeräte aus dem anfänglich geplanten Inländervorrang einen Arbeitslosenvorrang gebastelt. Nicht nur inländische Arbeitslose sollen bei offenen Stellen bevorzugt behandelt werden, sondern auch Grenzgänger und stellensuchende EU-Bürger.

Bedeutet dies, dass alle arbeitslosen Schweizer und EU-Bürger künftig gegenüber arbeitstätigen Schweizern bei der Besetzung offener Stellen bevorzugt behandelt werden? Grundsätzlich schon. Denn sie profitieren davon, dass offene Stellen zuerst den Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV) gemeldet und geeignete Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden müssen.

EU-Bürger haben drei Monate Zeit

Bedingung ist allerdings, dass die EU-Bürger hierzulande beim RAV gemeldet sind. Dies wiederum bedingt einen Aufenthalt in der Schweiz. «EU- und Efta-Staatsangehörige, die sich nicht in der Schweiz aufhalten, können sich nicht bei der öffentlichen Arbeitsvermittlung anmelden», sagt Martin Reichlin, Informationschef beim Staatssekretariat für Migration.

EU-Bürger können aber uneingeschränkt in die Schweiz einreisen, sich beim RAV registrieren und für mindestens drei Monate auf einen Job hoffen. Die Chance, dass dies klappt, steigt mit dem Arbeitslosenvorrang. Ebenso bei Grenzgängern, die ihren letzten Job in der Schweiz hatten. 

Derweil hat die Nationalratskommission gestern die letzten Differenzen zum Ständerat bereinigt und sich überall der kleinen Kammer angeschlossen. So werden die Arbeitgeber verpflichtet, offene Stellen in Branchen mit überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit den RAV zu melden. Der Nationalrat entscheidet am Montag.

Sie haben die meisten Arbeitslosen

BerufsgruppeArbeitslosen-
quote
Hilfsarbeiter für verarbeitende Betriebe11,6%
Gastgewerbe und Hauswirtschaft8,0%
Handel und Verkauf5,5%
Sozial-, Geistes- und Naturwissenschaften5,1%
Baugewerbe5,0%
Maschinisten/Maschinistinnen4,7%
Reinigung, Hygiene, Körperpflege4,4%
Metallverarbeitung und Maschinenbau4,1%
Sport und Unterhaltung3,8%
Elektrotechnik, Elektronik, Uhrenindustrie3,7%
Grafische Industrie3,7%
Bergbau, Stein- und Baustoffherstellung3,5%
Transport und Verkehr3,3%
Werbung, Marketing, Tourismus und Treuhand3,2%
Bank- und Versicherungsgewerbe3,2%

Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft Seco

Publiziert am 09.12.2016 | Aktualisiert am 21.12.2016
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11 Kommentare
  • Koller  Denise Reichlin , via Facebook 10.12.2016
    Sollten sich danach halb Europa auf dem RAV melden, ist unseren Politikern ein Platz in Brüssel sicher.
  • Juerg  Suter 09.12.2016
    Die Politiker welche zu erklären versuchen, die EU hätte die Bilateralen gekündigt bei Rinfürung von Kontingenten stellen eine Behauptung auf. Auch EU Länder haben Verträge, halten diese kaum so genau ein wie die Schweiz zu Gunsten der eigenen Bevölkerung. Wie warnten Politiker als die SVP wieder Grenzkontrolle verlangte? Und welche EU Länder haben kurze Zeit später Grenzkontrollen eingeführt? Was tat die EU? Nichts! Die Schweiz braucht wieder die Kontrolle über die Zuwanderung, rasch!
  • Arnold  Sommerhalder aus Walterswil
    09.12.2016
    Prima weiter so! Ich hatte in der Schule etwas Physik und weis, dass je weiter man ein Pendel (egal ob nach Links oder Rechts) zieht, es umso weiter auf die andere Seite zurück schlägt. In diese Sinne liebes Parlament: weiter so :-D
  • Florian  Schmuki , via Facebook 09.12.2016
    So bleibt meine Chance auf ein vernünftiges Leben bei unter 1 Prozent, da körperlich eingeschränkt und von der IV im Stich gelassen! Danke Regierung, so zerstört man Leben!
  • jürg  frey aus teufen
    09.12.2016
    War klar alles schon beschlossene Sache, kaum war die MEI Abstimmung vorüber! Darum dauerte es auch mehr als 3 Jahre bis man überhaupt was inszenierte. Gratulation, die Schweiz ist der grosse Verlierer!