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Am Donnerstagmorgen haben wir einen Termin bei FDP-Präsident Fulvio Pelli. Gerade hat er seiner Partei eine «Weissgeld-Strategie» verpasst und damit Freund und Feind verblüfft. Parteikollege Hans-Peter Portmann, ein Bankdirektor, bezeichnet Pellis Sololauf als «Weissgeld-Lüge» – es rumort gewaltig bei den Liberalen. Wir fragen Pelli, ob er die Vertrauensfrage befürchtet. Da wird der Liberale plötzlich leidenschaftlich und zieht über den grassierenden Populismus her.
Die Abzocker-Initiative sei das beste Beispiel dafür, schimpft Pelli: «Sie ist tödlich für die Schweiz. Denn sie stellt ein Drittel der Arbeitsplätze in Frage, zwei Drittel des Exports und damit ein Drittel des Steuereinkommens. Deshalb bin ich dagegen. Aus, Punkt, Schluss!» Danach hatten wir eigentlich nicht gefragt, wie Sie im grossen Interview nachlesen können, aber eine interessante Reaktion war es schon.
Am Donnerstagnachmittag sitzt der erfahrene Finanzexperte Anton Affentranger vor unserem Mikrofon. Auch der Verwaltungsratspräsident des Baukonzerns Implenia kritisiert Thomas Minders Abzocker-Initiative hart. Nicht die Aktionäre sollten Boni-Exzesse bei Managern stoppen. Sondern? «Die Verantwortung liegt beim Verwaltungsrat.»
Am Freitagabend erscheint der Geschäftsbericht 2009 des Rückversicherers Swiss Re. Im Kapitel «Entschädigungsbericht» ist nachzulesen, welche Verwaltungsratshonorare die Herren sich gönnen. Präsident Walter B. Kielholz findet fünf Millionen Franken für seine Verwaltungsratstätigkeit offenbar angemessen. Im Kleingedruckten lässt er dann ausrichten, dass er beschlossen habe, dieses Honorar um 1,3 Millionen zu kürzen, weil das Geschäftsjahr 2008 so schwierig war. Wer sich aber die Mühe macht, den leistungsabhängigen Honorar-Anteil zu errechnen, der merkt schnell, dass Kielholz seinen Verzicht bei guter Aktienentwicklung wieder wettmacht, also wieder auf fünf Millionen kommen kann. Satte Beträge auch bei Verwaltungsratsvize Mathis Cabiallavetta. Der darf im «best case» mit 3,6 Millionen rechnen, im «worst case» immerhin mit 1,4 Millionen.
Am Samstagmorgen fragen wir uns an der Redaktionskonferenz, ob solche Verwaltungsräte wirklich berufen sind, das Problem der Abzocker-Boni in ihrem Management zu lösen.
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Ringier-Publizist Hannes Britschgi interviewt für Blick.ch Spitzenpolitiker. (Geri Born)