Neuer Anlauf nach zehn Jahren Bundesrat will wieder nach Eritrea

Vor zehn Jahren hat die Schweiz ihre Entwicklungshilfe in Eritrea eingestellt. Nun erwägt der Bundesrat einen neuen Anlauf. Er wünscht eine echte Zusammenarbeit.

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Asylbewerber aus Eritrea in der Zivilschutzanlage von Lumino am Mittwoch, 20. August. Etwa 50 Asylbewerber aus Eritrea sind seit Ende Juli 2014 in der Zivilschutzanlage von Lumino untergebracht. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu) GABRIELE PUTZU

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Der Bundesrat erwägt, die Entwicklungszusammenarbeit mit Eritrea wieder aufzunehmen. Er sieht in einem begrenzten Engagement einen ersten Schritt hin zu einer «echten Zusammenarbeit», wie er in einem Bericht schreibt.

In einer ersten Phase sollen mit einem begrenzten Budget von zwei Millionen Franken pro Jahr Pilotprojekte im Bereich Schaffung von Arbeitsplätzen und Berufsbildung lanciert werden.

Bundesrat wünscht gezielte Zusammenarbeit

Mit den Pilotprojekten will die Landesregierung prüfen, ob eine gezielte Zusammenarbeit mit der eritreischen Regierung möglich ist. Einzelne Initiativen würden bereits unterstützt. Je nach Ergebnis wolle man schrittweise ein Entwicklungsprogramm lancieren.

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) wird die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung an das Entwicklungsprogramm der Organisation der Vereinten Nationen (Uno) prüfen.

Die Voraussetzungen für eine Wiederöffnung eines Deza-Büros in Eritrea seien jedoch zurzeit nicht erfüllt. Die Schweiz hatte sich vor Jahren aus der Entwicklungshilfe in Eritrea zurückgezogen. 

34'500 Eritreer in der Schweiz

Der neue Anlauf erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass jedes Jahr Tausende junge Eritreer in der Schweiz um Asyl ersuchen. Derzeit befinden sich mehr als 15'000 Eritreer im Schweizer Asylprozess. Die meisten erhalten kein Asyl, sondern eine vorläufige Aufnahme, die sie aber ebenso zum Bleiben in der Schweiz berechtigt.

Aufgrund der schwierigen Menschenrechtslage in Eritrea schafft die Schweiz nur die wenigsten abgelehnten Asylsuchenden aus. Insgesamt leben mittlerweile rund 34'500 Eritreer hier. (sf)

Publiziert am 02.11.2016 | Aktualisiert am 22.11.2016
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  • Max  Stirni 03.11.2016
    Wenn sie nach Eritrea wollen, können sich unsere sieben Zwerge den Flug eigentlich sparen und das ganze Programm umweltfreundlicher und kostengünstiger in unseren eigenen Vororten abhalten. Es wird in Eritrea kaum mehr Eritreer haben als in gewissen Quartieren unserer "Schweizer" Städte, also wozu der Aufwand? Geht doch nur wieder darum vor uns sinnlose, teure Reisli zu rechtfertigen. Von Telefonen, eMails oder sogar Skype haben unsere super Magistraten offenbar auch noch nie was gehört.
  • Studer  Werner 03.11.2016
    Wen es dringend irgendwo ein Kontigent bräuchten, dann wäre das eines für die einreisenden Eritreer. Ohne dieses Massnahmen werden wir irgendwo bald eine Enklave Eritreer in der Schweiz haben. Fragt sich nur, wo diese akzeptiert würde. Besser jetzt ein klares Zeichen setzen, bevor alles total aus dem Ruder läuft.
  • Stefan  Buttliger 02.11.2016
    Ups...
    - geht gleich der gesamte Bundesrat nach Eritrea? - sozusagen als Weihnachtsgeschenk? - oder mit dem Zückerchen "Geld gegen Rücknahmeabkommen"? - eine gute Idee - klappt nur nicht!
    Wiki hat eine gute Beschreibung: die Eritreische Regierung erpresst Geld von den ausgereisten Werktätigen: 2 Prozent - bei hunderttausenden Auslandseritreern - das lohnt!
    Den Flüchtlingsstatus aberkennen und ausweisen - Italien war von Anfang an zuständig: es war zuletzt ihre Kolonie!
    Wer das Puff anreisst ...
  • Marcel  Plüss aus Solothurn
    02.11.2016
    Wer glaubt noch daran, dass auch nur einer dieser eritreischer Migranten nach Hause gehen muss? Vermutlich sind es jetzt schon mehr als 50‘000, Tendenz stark steigend. Jeder davon kostet uns ein paar Tausend Franken pro Monat. Der Bundesrat kann in Eritrea noch so viele Stellen schaffen; wieso arbeiten, wenn man in der Schweiz gratis eine Wohnung, beste Gesundheitsversorgung, Rundumbetreuung durch Sozialarbeiter & Juristen und pro Monat noch fast 1000 Stutz cash oben drauf bekommt?
  • Reinhold  Hueber - Mayer aus Phi Phi,
    02.11.2016
    Das kann ich eigentlich nur begrüssen. Ich hoffe einmal, dass sie dann nicht mit einem halb leeren Flugzeug fliegen werden, könnt gleich einige Dutzend mitnehmen. Und da es euch ja so gut gefällt da, meinte ich, ihr könnt auch gleich bleiben. Ist ein ruhiges und schönes Land.