Neue Studie zum Atomausstieg ETH-Professor warnt vor Kosten und Kohlestrom

BERN - In einer neuen Studie warnt der emeritierte ETH-Professor Bernd Schips vor dem Ausstieg aus der Atomenergie. Die Kosten seien hoch, viele Konsequenzen ungewiss. Die Initianten reden von einem Gefälligkeitsgutachten.

Eine einzige nationale Vorlage kommt am Sonntag vors Volk. play
Laut einer neuen Studie sollte man die Schweizer AKW laufen lassen: Kernkraftwerk Leibstadt. Keystone

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Am Sonntag stimmt das Volk über die Initiative «Für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» ab. Sowohl die Initianten wie auch die Gegner sehen der Abstimmung siegessicher entgegen.

Er und sein Team haben eine Studie verfasst, die vor einer Annahme der Atomausstiegs-Initiative warnt: Bernd Schips, ehemaliger Leiter der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich. play
Er und sein Team haben eine Studie verfasst, die vor einer Annahme der Atomausstiegs-Initiative warnt: Bernd Schips, ehemaliger Leiter der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich. Keystone

Nun wurde eine neue Studie veröffentlicht, die den Gegnern in die Hände spielt. Die Autoren um Bernd Schips, emeritierter ETH-Professor und langjähriger Leiter der Konjunkturforschungsstelle, wollen in einer Studie des Carnot-Cournot-Netzwerks für Politikberatung in Technik und Wirtschaft die volkswirtschaftlichen und ökologischen Kosten des Atomausstiegs aufzeigen. 

Die Studie schreibt unter anderem, dass die Schweiz nach Annahme der Initiative viel Strom importieren müsse, um im Winter den Bedarf zu decken. Dafür müsse man neue Lieferabkommen abschliessen, was aber im Hinblick auf die für den Winter 2025 vorhergesagten Versorgungsengpässe schwierig werden dürfte. Weiter würde sich durch den hohen Anteil an Kohlestrom beim importierten Strom die CO2-Bilanz der Schweiz massiv verschlechtern.

Strom wird teurer

Die Autoren betonen zudem, dass die Annahme der Initiative wie auch die Energiestrategie 2050 zu massiven Strompreis-Erhöhungen führen würde, unter denen besonders die Kleinen, also das Volk, leiden würden. Die Studie warnt also grundsätzlich vor beidem.

Sie hält die Studie für unseriös: Regula Rytz, Co-Parteipräsidentin Grüne. play
Sie hält die Studie für unseriös: Regula Rytz, Co-Parteipräsidentin Grüne. Keystone

Regula Rytz, Co-Präsidentin der Grünen und Mitglied des Initiativkomitees, zweifelt an der Seriosität der Studie: «Die Studienverfasser arbeiten mit völlig falschen Statistiken. Sie erzählen auch nichts Neues, sondern wiederholen die alten Märchen der Atomstrom-Lobbyisten.»

Es sei ein reines Gefälligkeitsgutachten für die «marode Atomwirtschaft». Sie sagt weiter, zu zusätzlichen Stromimporten komme es nicht. «Es ist vielmehr so, dass die Atomstrom-Importe durch Windstrom aus dem Ausland ersetzt werden.» Die Jahresbilanz bleibe gleich. 

Nun haben sowohl die Initianten wie auch die Gegner eine Studie, die ihre Positionen stützt. Jetzt hat das Volk zu entscheiden, welcher es Glauben schenken will.

Publiziert am 25.11.2016 | Aktualisiert am 26.11.2016
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89 Kommentare
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    26.11.2016
    Dreckiger Kohlestrom ? Man soll nicht den Saubermann spielen, solange die Atomaren Rückstände nicht sauber entsorgt sind ! Der Strom wird erst dann teuerer, wenn die Entsorgungskosten richtig abgerechnet werden !
  • Karl  Kunz 26.11.2016
    Es ist wie immer: der Gewinn wird privatisiert, der Verlust sozialisiert, also dem Volk überlassen. Null Verantwortung. So läuft es mit der Post, der RUAG, der SBB und so war es mit der Swissair.
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    26.11.2016
    Die haben gar keine bleibenden Schäden beim Hantieren mit der Munition davongetragen, sie sind alle gestorben, bevor die
    Schäden sich bemerkbar machen konnten.
  • Niklaus  Bachmann aus Langenthal
    26.11.2016
    Liebe Leser.
    Es gibt 440 aktive AKW. Bisher hat es 10 schwerer Reaktor Unfälle mit Radioakt. Austritt gegeben. Wenn man dies nun prozentual rechnet, ist die Chance das etwas heftiges Passiert bei 2.27 Prozent .
    Spielt Ihr Lotto? Wettet lieber auf einen schweren AKW Unfall!
    Deshalb ein JA
  • T  S aus Lantau
    26.11.2016
    Mitgründe des Kollapses der Sovjetunion waren die enormen Schäden an Volk, Fauna, Flora, Land und Immobilien des Tschernobyl Unglücks. Die Kosten der Aufräumarbeiten, exklusive des neuen Sarkophags, kann und darf sich heute kein Staat mehr leisten. Das Betriebsrisiko veralteter Reaktoren steht in keinem Verhältnis zu teurerem Importstrom. Die Einspeisung verschiedener Alternativenergien ins Europäische Netz sind Anfang einer längst fälligen Trendwende weg von experimentellen Produktionsmethoden.