Ansturm auf die neue Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS) Neue Rechtspartei macht der SVP Dampf

  • Publiziert: 27.07.2012
  • Von Karin Müller
play Das Parteilogo. (ZVG)

Morgen findet die Gründerversammlung der «Direktdemokratischen Partei Schweiz» (DPS) statt. Ihr Präsident Ignaz Bearth (27) spricht von einer gewaltigen Resonanz aus der ganzen Schweiz.

Noch bevor die Partei richtig steht, musste sich der neue Präsident bereits mit Sicherheitsproblemen auseinandersetzen. «Man informierte mich, dass die linksextreme militante Antifa aufrief, unsere Veranstaltung zu Besuchen. Da entschied ich mich, die Gründung nur für Mitglieder zugänglich zu machen.»

Deshalb verrät er auch nicht, wo die Gründungsversammlung morgen genau abgehalten wird.

Sozialer als die SVP?

Eine neue Partei rechts der SVP, was ist darunter zu verstehen? Bearth: «Erstens geben wir Migranten in der Schweiz klar auch die Chance sich hier zu integrieren, auch mitzuwirken in dieser neuen patriotischen Kraft.»

Die wichtigsten Themen des Parteiprogramms: Ja zu erneuerbaren Energien, Asylpolitik optimieren, Nein zu einem EU-Beitritt, Ausbau der direkten Demokratie, Stopp der Islamisierung.

DPS-Präsident Bearth: «Soziale Themen sind uns im Gegensatz zur SVP nicht egal. Wir erachten es als sehr wichtig dass wir uns als Ganzes dafür einsetzen den sozial Schwachen in diesem Land zu helfen. Wir sind in erster Linie unserem Volk verpflichtet.»

Kein Tummelfeld für Rechtsextreme

Also Rechtsextreme müssen draussen bleiben? Ignaz Bearth: «Ja. Die DPS hat nichts mit Rechtsextremen zu tun.»

Das Interesse an der neuen Partei sei riesig. Viele Menschen würden sich melden, um der DPS beizutreten. Aktuelle Mitgliederzahlen verrät der neue DPS-Präsident erst morgen. «Ich kann so viel sagen, die Resonanz ist gewaltig und wir bekamen aus der ganzen Schweiz Anfragen.»

Mittlerweile sei die Jungpartei in den Kantonen SG, ZH, AG, AR, GR, LU und BE vertreten.

Der Politologe gibt der DPS wenig Chancen

Politologe Michael Hermann räumt einer neuen Rechten durchaus Chancen ein, weil die SVP massiv an Strahlkraft eingebüsst habe. Bei der DPS hingegen bleibt er skeptisch. «Die DPS hat ein Image, dass alle, die in der SVP keinen Platz mehr haben nun in die DPS abwandern. Das ist schwierig.» Hinzu komme, dass die DPS über keine bekannten Köpfe verfüge, die als Zugpferd in der Öffentlichkeit dienen könnten.

Erfolgreiche Neugründungen seien meist Abspaltungen. «Deshalb bin ich hier skeptisch. Allerdings hilft der Partei die unglaubliche Aufmerksamkeit, die sie noch vor ihrer Gründung erhält.»

Zum Parteiprogramm erklärt der Politologe, dass es nicht reiche, wenn man sich etwas sozialer gebe als die SVP. Hermann: «Die Schweizer Demokraten (SD) hatten seinerzeit auch versucht, mögliche Wähler über ein sozialeres Profil reinzuholen. Doch es misslang. Heute verlieren die SD immer mehr.»

 

 

 

 

Beliebteste Kommentare

  • Meyer  Roman , Aarau
    Das sind junge Menschen, die jetzt handlen müssen weil die Schweizer-Werte verloren gehen. Mehr Arbeitsplätze, Kein EU Beitritt, Ausschaffungsinitiative umsetzten, Junge Menschen unterstützen, Freiheit und Demokratie förden. Bravo Jungs.
  • Eugen  Dubeli , St.Gallen
    Auch ich bin oft unzufrieden mit der SVP ausser für Asyl- und Ausländerpolitik ist nicht für den kleinen Bürger.Aber ich fürchte mit einer neuen Rechtspartei werden Kräfte verzettelt und Rechtsparteien geschwächt wie das bei den Grünen der Fall ist mit GLP.

Alle Kommentare (16)

  • Hans  Leemann
    Die SVP will die Diktatur einführen. Das sieht man wieder klar mit der Durchsetzungsinitiative. Nur genau so wie es die SVP Herr Blocher will. Keine freundeidgenössischer Kompromisse. Darum ist die SVP eine grosse Gefahr für die Eidgenossenschaft. Lieber in der EU als eine Diktatur von Milliardär Blocher.
  • Andreas  Oppliger , via Facebook
    Werde mir denn Namen von diesem Politologe merken, die sind wie Psychiater alles wisse aber keine Verantwortung übernehmen wenn es dann nicht so läuft wie sie gesagt haben.
  • Rony  Egger , Weggis
    Der Zulauf und die Sympathien zu neuen Parteien sind immer sehr gross. Wenn es aber dann darum geht, Farbe zu bekennen oder sich gar aktiv für die gewählte Partei und deren Themen einzusetzen, wird die Mehrheit der "Mitglieder" immer stiller, so nach dem Motto: Die Andern sollen es richten. Der Erfolg der DPS ist erst in fünf Jahren messbar.
    • 27.07.2012
    • 79
    • 9
  • Werner  Freisinger , St. Gallen
    Parteien die das Wort "demokratisch" in ihrem Parteinamen haben sind meistens nicht so demokratisch ...
  • Roland  Rutishauser , via Facebook
    Ist doch klar, dass eine rechte Partei kommt. Teil der FDP, ganze CVP, BDP, GLP, SP und Grüne politisieren ja nur noch für die EU und nicht mehr für die Schweiz. Und das nur, damit sie mal ein gutes Pöschtli, ohne jede Verantwortung und mit viel, viel Spesen, bei der EU bekommen.
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