Neue Nationalräte geben ihnen keinen Zutritt ins Bundeshaus Lobbyisten, ihr müsst draussen bleiben!

Die neuen Nationalräte sind geiziger mit ihren Zutrittsausweisen als die alten Hasen. Auch nach einem Jahr in Amt und Würden haben zwölf Parlamentarier noch beide Zutrittsausweise nicht vergeben.

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Seit der Kasachstan-Affäre um Nationalratspräsidentin Christa Markwalder ist es um die Lobbyisten im Bundeshaus ruhig geworden. Kein Wunder: Sie kommen nämlich nicht mehr so einfach rein. 

Die 55 neugewählten Nationalräte hüten ihre zwei Zutrittsausweise, die sie vergeben können, wie Schätze. Von 112 möglichen Kärtchen konnten Lobbyisten nur gerade magere 24 Exemplare erbeuten.

Kasachstan hat Spuren hinterlassen

Zum Vergleich: Von den restlichen verfügbaren 290 Ausweisen haben sie sich 165 Stück unter den Nagel gerissen. Die Auswertung orientiert sich an den Angaben der Parlamentarier in der öffentlich zugänglichen Liste von Ende November. Nicht mitgerechnet sind Verwandte, persönliche Mitarbeiter und Parteikollegen. 

Vor einem Jahr gaben praktisch alle angefragten Neo-Nationalräte an, dass sie zurückhaltend sein werden. Die Zahlen zeigen, dass die Neulinge weitgehend Wort gehalten haben. FDP-Vertreter Thierry Burkart hatte etwa erklärt, dass die Kasachstan-Affäre «Spuren hinterlassen» habe. Versucht haben es die Lobbyisten trotzdem. «Ich hatte rund ein Dutzend Anfragen von Lobbyisten», sagt Burkart heute. Er hat seine beiden Zutrittsausweise nicht vergeben, «weil ich nicht den Anschein von Abhängigkeit erwecken will». Er stehe aber zur Verfügung, wenn ein Bürger oder ein Verband ein Anliegen darlegen wolle.

Ebenfalls keinen Zugang für Dritte gibts von elf weiteren Nationalräten. Darunter auffallend viele Politiker bürgerlicher Parteien, die sonst gerne ein Ohr für die eine oder andere Lobby haben. Keine Badges vergeben haben etwa Roger Köppel und Andreas Glarner (SVP), Claude Béglé (CVP) oder Hans-Ulrich Bigler (FDP). Viele andere überlassen einem Familienmitglied den Zugang zur Wandelhalle.

Ständeräte sind freigiebiger

Die Ständeräte haben offenbar weniger Berührungsängste: Von den sieben frisch nach Bern Gewählten hat nur einer, FDP-Mann Damian Müller aus Luzern, keinen Badge vergeben. Auch die freisinnigen Neo-Ständeräte Andrea Caroni und Philipp Müller, die zuvor schon in der Grossen Kammer politisiert haben, haben ihre Badges nicht vergeben. Bei allen anderen Neuzugängen ging zumindest ein Zutrittsausweis an einen Lobbyisten.

Dank dessen können sich unter anderen die Schweizerische Post, der Verband der verladenden Wirtschaft, die Raiffeisen-Bank, die Zementindustrie und der Anwaltsverband sicher sein, dass ihren Interessen im Bundeshaus Rechnung getragen wird.

Publiziert am 30.12.2016 | Aktualisiert am 07.01.2017
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  • Roman  Bachmair aus Naters
    30.12.2016
    Die bürgerlichen Parlamentarier scheinen tatsächlich fähiger zu sein, alleine zu politisieren, für was sie ja eigentlich auch gewählt wurden!

    Politiker, welche es eben nicht fähig sind, selber zu politisieren und sich da von Lobbyisten einlullen lassen, gehören hochkant aus dem Bundeshaus geworfen und das Lobbyisten-Gesindel geradewegs hinten drein!
  • Danni  Stufer 30.12.2016
    Das Volk hat keinen Zutritt, soviel also zu den Volksvertretern. Kein Wunder müssen wir die Tabaklobby, Pharmalobby uvm. quersubventionieren. Die nächste Krankenkassenprämien-Erhöhung wartet schon...
  • Werner-René  Zwicky aus Chur
    30.12.2016
    Lobbyisten müssen per se nicht unbedingt schlecht sein. Ein guter und volksverbundener Politiker kann von einem Lobbyisten fehlende und wichtige Informationen einholen. Sämtliche Politiker im Bundeshaus täten gut daran, mit den Zutrittsausweisen noch sparsamer umzugehen und sich die Lobbyisten ganz genau anzusehen. Ätzend aufdringliche Lobbyisten haben im Bundeshaus gar nichts zu suchen. Was den Ständerat anbelangt, so hat sich dieser in den letzten Jahren sehr negativ verändert.
  • Urs  Gfeller aus Meierskappel
    30.12.2016
    Mann könnte meinen wer es ins Bundeshaus geschafft sei der grösste, schönste und intelligenteste. Wem dem so wäre dann gute Nacht Schweiz. Ärzte und Piloten erfinden ja ihre Geräte auch nicht selber, denn auch die sind auf Fachkräfte angewiesen. Die Parlamentarier die das nicht begriffen haben sind entweder blitz gescheit oder treffen diese populistischen Entscheide bewusst (Karten nicht vergeben), um dann die Spezialisten hintenherum zu treffen.
  • Daniel  Niklaus aus Oberentfelden
    30.12.2016
    Weniger Politiker/innen wäre auch eine Option! Vorallem solche die zu nichts zu gebrauchen sind oder leuchten mit ihrer abwesenheit! Da würde vieles sicher besser laufen. Da sollte man einmal Strafen einführen, damit sie verstehen warum und wieso sie an einem solchen Posten sitzen.