Nein zu Flüchtlingsstadt in Ägypten Politiker zeigen kein Herz für Sawiris' Idee

Andermatt-Investor Samih Sawiris will in Ägypten eine Stadt für Flüchtlinge bauen. Auf Unterstützung aus der Schweizer Politik darf er dabei nicht hoffen.

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Will Flüchtlingsstädte mit Schweizer Geld bauen: Samih Sawiris in seinem Hotel The Chedi in Andermatt. (KEYSTONE/Christian Beutler) CHRISTIAN BEUTLER

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Politik

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Samih Sawiris will Städte für Flücht­linge im Nahen Osten bauen – und zählt dabei auf die Unterstützung der Schweiz. Im Interview mit dem SonntagsBlick schlug er vor, in Ägypten eine Stadt zu bauen, in der Flüchtlinge leben könnten. Darunter auch solche, die derzeit in der Schweiz sind.

Auf der Suche nach Geld

In Europa seien diese Leute nicht glücklich, so Sawiris: «Die meisten Flüchtlinge wären trotz Krieg lieber in Syrien oder in einem Nachbarland geblieben, damit sie eines Tages wieder in ihre Heimat zurückgehen können», ist er überzeugt. 

Käme das Projekt zustande, würde Sawiris auf seinen Gewinn verzichten. Derzeit sucht er Investoren - und wünscht sich, dass auch die Schweiz dazu gehört. Deswegen sei er bereits in Kontakt mit Schweizer Politikern. 

Migrationspolitiker sind skeptisch

Asylpolitiker der unterschiedlichen Couleur reagieren aber skeptisch auf Sawiris' Plan. Eine Retortenstadt reiche nicht, um Flüchtlingen ein neues Zuhause zu geben, findet zum Beispiel der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth. «Zweitens scheint mir Ägypten wie ganz Nordafrika zu fragil, um dem Land noch zusätzliche Last aufzubürden. Und drittens darf es nicht sein, dass sich Europa einfach von seiner humanitären Verantwortung freikauft», findet er. Dennoch begrüsse er das Engagement des Unternehmers. «Die Flüchtlingskrise ist nicht allein Aufgabe der Politik. Gut, wenn sich auch private Akteure engagieren wollen.»

Auch CVP-Ständerat Pirmin Bischof spricht von einer «interessanten Idee», die aber ganz genau geprüft werden müsse. Nicht nur, was die Kosten betrifft. Auch brauche es sicher ein Abkommen mit dem ägyptischen Staat. Denn dieser müsse ja zusichern, dass beispielsweise Vorläufig Aufgenommene, die in der Schweiz keinen Anspruch auf Asyl haben, wirklich von Ägypten übernommen werden.

SVP will lieber Camps finanzieren

Auch bei der SVP, die sich eigentlich für Hilfe vor Ort statt in der Schweiz ausspricht, ist die Reaktion verhalten. Dauerhafte Unterkünfte irgendwo seien nicht zielführend, sagt Aargauer Nationalrat Andreas Glarner. «Die SVP will wenn, dann in Camps zur temporären Unterbringung der Flüchtlinge investieren.» Zudem wolle Sawiris offenbar vor allem Häuser für Ägypter bauen. «Dass die Schweiz dafür Geld geben wird, kann ich mir nicht vorstellen», so der Asyl-Hardliner.

Publiziert am 10.10.2016 | Aktualisiert am 13.01.2017
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10 Kommentare
  • Mac  Weber 11.10.2016
    Logisch sind unsere Gutmenschen dagegen. Etwas anderes war ja auch nicht zu erwarten. Lieber die Probleme in die Schweiz holen und kräftig absahnen auf dem Buckel der Steuerzahler anstatt die Probleme vor Ort lösen. Die Idee von Sawiris ist genial.
    • Urs  Hagen 11.10.2016
      Das ticken die Weichbecher in Bern nicht, oder besser gesagt, die Flüchtlinge kosten unsere Politik keinen Franken, sondern generieren Millionenumsätze für die Ämter, Rechtsanwälte, private und kantonale Liegenschaftenbesitzer, Bewachungsfirmen, Lebensmittelgeschäfte, Krankenkassen, Handynetzanbieter, 8 Prozent gehen schon als MwSt an den Staat zurück. Ein super Geschäft, aber nicht für Sawiri
  • Philipp  Rittermann 11.10.2016
    ich finde die idee von sawiris gut. man muss das problem in den herkunftsländern angehen. sind die wirtschafts-migranten erstmal hier, werden sie teuer von unserer sozialindustrie umgarnt.
  • Fritzpeter  Friedli , via Facebook 11.10.2016
    Geehrter Herr Samih Sawiris, ihre Idee in Ehren. Städte für Flüchtlinge im Nahen Osten bauen und zählen dabei auf die Unterstützung der Schweiz. Wir fühlen uns geehrt, dass sie an uns gedacht haben. Wir glaubten schon......., entschuldigen sie ich musste zuerst die herunter kollernde Träne der Rührung abwischen, ich glaubte man habe uns vergessen, das kleine Land umgeben von der grossen Solidargemeinschaft EU, dass wir nicht mithelfen dürfen bei der grossen Flüchtlingsnot auf Erden. Vielen Dank!
  • Edi  Rey aus Romanshorn
    11.10.2016
    Kann am als Politiker noch scheinheiliger sein? Immer fordern, dass man vor Ort helfen soll, was ja viel effizienter ist und Flüchtlinge davon abhalten kann, eine gefährliche Reise zu uns zu unternehmen, aber wenns konkret wird, den Schwanz einziehen und sich um den Tatbeweis drücken. Genau so kennen wir sie. Aber Sonntagsreden und Werktagstaten sind eben zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Meine Ueberraschung hält sich in engen Grenzen.
  • Chris  Uti , via Facebook 11.10.2016
    Die Kreativität, wie Menschen sich Geld beschaffen, ist schlicht grenzenlos!