Kantönli-Chaos Nationale Lösung für Asyl-Nothilfe gefordert

  • Publiziert: 06.08.2012
play Peter Gomm, Präsident der Kantonalen Sozialdirektoren. (Keystone)

BERN - Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren (SODK) fordert eine nationale Lösung betreffend der Nothilfe für Asylbewerber. Die Kantone würden sehr unterschiedlich handeln.

In einem Kanton erhalten Nothilfebezüger 10 Franken bar für den täglichen Einkauf. Im anderen gibts Gutscheine für 6 Franken. Und im nächsten Kanton erhalten sie direkt Nahrungsmittel.

Ähnlich unterschiedlich ist es bei den Unterkünften: In einigen Kantonen leben die Asylbewerber den ganzen Tag im Asylzentrum. In anderen Kantonen müssen sie den Tag im Freien verbringen.

Auftrag der Staatspolitischen Kommission

Die SODK hatte auf Wunsch der Staatspolitischen Kommission des Ständerates eine Umfrage bei den Kantonen lanciert, die eine Übersicht über die Ansätze der Nothilfe für abgewiesene Asylbewerber und derjenigen der reduzierten Sozialhilfe (Ansätze minus 20-30 Prozent gegenüber der ordentlichen Sozialhilfe) geben sollen.

Nun soll Schluss sein damit. Es brauche einheitliche Regelung bei der Nothilfe sagt der SODK-Präsident Peter Gomm heute in Radio DRS:  «Wir stehen auch unter einem öffentlichen Druck und müssen Abweichungen, die nicht geplant sind, rechtfertigen.»  

Der Druck kommt aus allen politischen Lagern. Für Politiker rechts der Mitte sind manche Kantone, vor allem in der Romandie, zu grosszügig bei der Nothilfe. Für das linke Lager hingegen ist die Nothilfe in manchen Deutschschweizer Kantonen zu karg.

Kompetenz soll bei Kantonen bleiben

Die Sozialdirektoren der Kantone wollen nun klare Richtlinien erarbeiten. Künftig soll es eine Ober- und Untergrenze für die Nothilfe geben.

Auf den Franken genau werde man die Leistungen für abgewiesene Asylsuchende aber nicht vereinheitlichen, sagt SODK-Präsident Gomm: «Die Kantone sollen nach wie vor die Kompetenz haben, in diesem Bereich über die Ansätze zu bestimmen. Ein Brot kostet in Zürich nicht gleichviel wie in einer Landgemeinde. Eine gewisse Flexibilität muss dem Kanton erhalten bleiben.»

Der Nationalrat beschloss in der Sommersession, Gesuchstellern gleich wie abgewiesenen Asylbewerbern nur noch Nothilfe gewähren zu wollen. Der Ball liegt jetzt beim Ständerat. (kmu)

 

Beliebteste Kommentare

  • Hanspeter  Rüegg
    Wahrscheinlich werden nun die Ansätze für die Asylanten durch die Gutmenschen statt reduziert noch einmal kräftig angehoben. Man soll sich ja was leisten können auch ohne zu arbeiten. Dass der Bürger damit überhaupt nicht einverstanden ist, kümmert die Politiker nicht. Sie regieren am Volk vorbei, um nicht zu sagen gegen die eigene Bevölkerung.
  • Jasmine  Fischer
    Landesweit einheitlich gleiche Bedingungen sind gut. Am besten ist die direkte Abgabe von "Wasser und Brot". Geld brauchen Asylbewerber keines. Ich wüsste nicht wofür. Und der grosse Vorteil ist,dass man nicht von verschieden hohen Lebenshaltungskosten zwischen Stadt und Land unterscheiden muss.

Alle Kommentare (10)

  • Rolf  Hess , Münchenbuchsee
    Ihr alle, mit den negativ bewerteten Feedbacks, vergesst wohl, dass es sich hier um abgewiesene Asylbewerber handelt, für die ihr euch da wehrt. Wegen genau diesen unechten Flüchtlingen haben wir bald keinen Platz mehr für Flüchtlinge, die an Leib und Leben gefährdet sind. Schaut euch mal die überfüllten Flüchtlingslager in Jordanien und anderen Ländern um Syrien an. Hoffentlich wisst ihr dann, was ich meine und weshalb sehr viele hier in der Schweiz eure Meinungen nicht mehr teilen können.
  • Rees  Keller , Basel
    In dieser Sache wäre meiner Meinung nach eine nationale Regelung notwendig. Schon alleine deshalb, damit Kantone, Städte oder auch die Dörfer auf dem Lande alle die gleichen Richtlinien zur Hand hätten was zur Entlastung und einfacheren Handhabung dienen und womöglich auch einiges an Geld einsparen würde. MitarbeiterInnen solcher Institutionen hätten dann z.B alle die gleiche Ausbildung und könnten somit an jedem anderen Ort die Arbeit verrichten - ohne Umschulung. Auch der ganze Informations- und Datenaustausch wäre viel einfacher zu handhaben, also auch wieder kostensparend. Da gäbe es viele Möglichkeiten, die Kosten zu senken und den Steuerzahler zu entlasten...
    • 06.08.2012
    • 70
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  • Barbara  Sägesser
    Einheitliche Regelungen in gewissen Bereichen wie diesem sind sicher Wünschenswert. Betr. Ansätzen: Man muss die Asylbewerber sicher nicht verwöhnen und reich werden brauchen sie auch nicht. Doch sollen sie durch Armut in die Kriminalität gedrängt werden Schwarzfahren z.B. weil 6. in Form von Gutscheinen nicht das Ticket bezahlt - man erinnere sich auch an den unvollständigen Deliktkatalog der Ausschaffungsinitiative und etwas zu unserer Gesellschaft beitragen dürfen. Bei allem bitte nicht vergessen, dass nur ausgeschafft werden kann, wenn gültige Papiere vorhanden sind und der Heimat- resp. Drittstaat mitwirkt. Also ist noch lange nicht jeder unserer Ausschaffungsgründe zwingend ein Grund für ein Heimat- resp. Drittstaat jemanden zurückzunehmen.
    • Jasmine  Fischer
      Können Sie mit erklären, wieso ein Asylbewerber mit Schwarzfahren kriminell werden kann? Asylbewerber arbeiten nicht und müssen daher auch nicht Zug fahren. Und für Behördengänge könnte man ihnen falls wirklich unbedingt nötig ein Billett kaufen.
      • 07.08.2012
      • als Kommentar auf Barbara  Sägesser
      • 25
      • 18
  • Orlova  Olga
    Füllt doch mit den Asylbewerbern die leeren Hotelzimmer in den Tourismusregionen. DAmit wär ja allen geholfen...
  • monika  steimer , au
    es soll ja auch den echten flüchtlingen und den echten asylanten menschenrecht sein bei uns. aber es kann und darf nicht sein, dass so weitergewurstelt wird wie bisher. ich finde nahrung, unterkunft, kleider das reicht. in welchem land würden wir all das kriegen, dolmetscher in unserer sprache, malkurse, familiennachzug, therapiesitzungen, operationen und was mich am meisten ärgert irgendwelche IV gelder ohne das diese menschen je nur einen franken einbezahlt haben. in welchem anderen land kann ich meine körperlichen schäden geltend machen? wo kriege ich gelder dafür? hier in der schweiz bin ich mittlerweile ein soz. fall geworden, IV Abklärung dauert und dauert bin seit 6 jahren 100 Prozent krank geschrieben, habe atteste und gutachten. wenn interessiert es? keinen, bin ja nur schweizerin
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