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Roland Nef sorgt mit seinem gestrigen TV-Auftritt auf «TeleZüri» für Aufsehen. Eineinhalb Jahre nach seinem ruhmlosen Abgang als Armeechef setzte er zum Rundumschlag an: Die bösen Medien und intrigante SVPler seien Schuld an seinem Sturz, jammerte er (Blick.ch berichtete). Er erweckte den Eindruck: Alle haben Fehler gemacht in der ganzen Affäre. Nur er selber nicht.
Dass Nef so selbstgerecht auftritt, sei «typisch für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung», sagt Josef Sachs, Leiter der forensischen Psychologie des Kantons Aargau. Dieses Krankheitsbild wurde in einer psychiatrischen Untersuchung Nefs diagnostiziert, welche die Staatsanwaltschaft Zürich 2006 in Auftrag gegeben hatte.
«Solche Personen suchen die Fehler nie bei sich selber, sondern sehen sich immer als Opfer ihrer Umwelt», erklärt Sachs gegenüber Blick.ch.
Aus diesem Grund ist es gemäss dem Experten auch sehr schwierig, einen krankhaften Narzissten zu therapieren: «Eine erfolgreiche Therapie setzt die Einsicht des Betroffenen voraus, dass er ein Problem hat.»
Diese Einsicht komme aber kaum je aus eigenen Stücken zustande, sondern es brauche einen Anstoss von aussen: «Erst wenn sie in grossen Schwierigkeiten stecken, merken Narzissten möglicherweise, dass das Problem vielleicht doch bei ihnen liegt», so Sachs.
Nef wiederum bekräftigte gestern gegenüber Interviewer Markus Gilli: «Ich halte mich für vollständig gesund und völlig normal.»
Für SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi wäre es besser, Nef würde in der Öffentlichkeit die Klappe halten und sich auf die Suche nach einem angemessenen Job konzentrieren.
Über den Vorwurf des Ex-Militärs, die SVP habe ihn ins Visier genommen, um letztlich seinem Vorgesetzten, VBS-Chef Samuel Schmid zu schaden, kann Bortoluzzi nur lachen.
«Es ist schade, dass Nef versucht, seine Position mit solchen Auftritten zu verbessern», sagt er. Sein Fall habe nichts mit der SVP-Feindschaft gegen den «halben Bundesrat» Schmid zu tun gehabt.
Damit lenke der frühere Armeechef bloss vom Wesentlichen ab: «Er war wegen seiner charakterlichen Mängel nicht für eine Führungsposition geeignet und hat das vor seinen Chefs verheimlicht», kritisiert Bortoluzzi. Wenn er schon an die Öffentlichkeit gegangen sei, hätte Nef wenigstens jetzt transparent und ehrlich kommunizieren sollen, findet der SVP-Mann.