Nach Unterstützung für ausgewiesenen Rapper SVP-Reimanns Angst, als Linker zu gelten

Nationalrat Lukas Reimann hat Erbarmen mit einem vorbestraften aber reumütigen und geläuterten Secondo. Doch als «Sozi» will der SVP-Politiker nicht angesehen werden.

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Besijan Kacorraj lebt seit zwei Wochen im Kosovo. Der unter dem Künstlernamen Besko bekanntgewordene Rapper muss in seinem Herkunftsland ein neues Leben aufbauen. In der Schweiz ging der 31-Jährige bis vor Bundesgericht – vergeblich.

SVP-Nationalrat Lukas Reimann & Besko: Will nicht als Linker gelten play
Rapper Besijan «Besko» Kacorraj. Screenshot SRF

Obwohl Besko seit einer Verurteilung wegen bewaffneten Raubes nicht mehr straffällig wurde und sich im Gefängnis zu einem Rapper wandelte, der die Jugend auf den richtigen Weg führen wollte, wurde er in das Herkunftsland seiner Eltern ausgewiesen.

Bei seinen Bestrebungen, in die Schweiz zurückzukehren, erhielt Besko Unterstützung von unerwarteter Seite: SVP-Nationalrat Lukas Reimann glaubt laut der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF, der Mann könnte in der Schweiz einen positiven Einfluss auf junge Migranten ausüben.

Schoss Reimann mit dieser gut gemeinten Aussage übers Ziel hinaus? Geriet er damit innerhalb der SVP, die traditionell eine harte Linie gegenüber kriminellen Ausländern vertritt, in die Kritik? In einem auf Facebook geposteten Video wehrt sich Reimann dagegen, von den Medien als «Sozi» hingestellt zu werden. 

SVP-Nationalrat Lukas Reimann & Besko: Will nicht als Linker gelten play
Lukas Reimann bei einem «BLICK-on-Tour»-Auftritt 2015. Philippe Rossier

Es sei erstaunlich, wie jetzt in allen Medien stehe, er setze sich für einen kriminellen Ausländer ein.

Für eine Stellungnahme nicht erreichbar

«Meine Aufgabe als Politiker ist es nicht, den Einzelfall anzuschauen», sagt Reimann. Sondern er wolle sich aufs Gesamte konzentrieren. Den SVP-Politiker ärgert der Umstand, dass es auf der einen Seite Fälle gebe, bei denen die betroffenen Personen trotz Ausschaffungsinitiative nicht ausgeschafft würden.

SVP-Nationalrat Lukas Reimann & Besko: Will nicht als Linker gelten play
SVP-Nationalrat Lukas Reimann. Screenshot SRF

 

Auf der anderen Seite habe man Fälle, die man diskutieren könne. Für Reimann geht es um die Grundsatzfrage, ob es tolerierbar ist, dass in einigen Kantonen gar niemand ausgeschafft wird und in anderen «wird so durchgegriffen, wie man es tun sollte», wie er im Video erklärt.

Wo genau der Zusammenhang zu Beskos Fall ist, erklärt Reimann nicht. Unklar bleibt auch, ob er an der Unterstützung für Besko festhält oder nicht. Für eine Stellungnahme war Reimann bisher nicht erreichbar. (noo)

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 02.11.2016
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25 Kommentare
  • Gian  Schumacher aus Köniz
    27.10.2016
    Stellungnahmen zugunsten von Kriminellen sind tatsächlich den Linken vorbehalten. Wahrscheinlich dachte Reimann, dass sein Vorstoss politisch korrekt sei, nachdem "Aktivisten" schon Flüchtlinge illegal in die Schweiz holen. Nur, den Aufschrei der Linken, den verstehe ich nun wirklich nicht.
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      27.10.2016
      Nix Aufschrei der Linken, hier geht es ganz klar ums Prinzip! Man kann nicht mit Ausschaffungsinitiative und Durchsetzungsinitiative zuerst für viel Lärm sorgen und sich dann nicht mal selbst an die Vorgaben halten, das ist die so schöne Doppelmoral die in dieser Partei immer mehr zum Vorschein kommt, das berühmte Wasser predigen und selber Wein trinken! Wäre es ein moderater SVPler gewesen der nie laut für die DSI war, sähe der Fall ganz anders aus, aber Reimann hat sich da halt hervorgetan!
    • Gian  Schumacher aus Köniz
      27.10.2016
      ja genau, die Linken haben keine Doppelmoral und die Rechten auch. Genau so wie in der Kinderspielgruppe.
  • Daniel  Fischer 27.10.2016
    Dann soll sich Lukas Reimann in gleichen Atemzug für die Lancierung der DSI entschuldigen. Man kann nicht derart öffentlich über die Härtefallklausel herziehen und sie noch vor Jahresablauf selber anwenden, ohne sich einsichtig über den Unsinn der DSI zu zeigen. Das würde ich respektieren.
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    27.10.2016
    In der Rundschau hat er sich auch um Kopf und Kragen geredet, mal so und dann wieder andersherum, hat sich dauernd widersprochen und krankhaft um eine Erklärung gerungen! Was sind das für Leute die zuerst mit Initiativen versuchen jeden kriminellen Ausländer raus zu werfen, egal wie das Delikt und der Hintergrund ist und dann kommt Reimann angetrabt und will genau da eine Ausnahme machen? Anscheinend gelten für die SVPler andere Richtlinien als für alle anderen! Da wär sie wieder die Doppelmoral
    • Harald  Beutler 27.10.2016
      Aha, und was sagen Sie z.B. zu SP-Vertreterinnen, die Firmen für legale Steueroptimierungsmassnahmen an den Pranger stellen und selbst ebenso das Steuergesetz für ihre privaten Steueroptimierungen ausnützen? Ist das etwas anderes? Oder tun Sie das auch wieder als Märchen ab? Ich habe den SVP-Vertreter Reimann hier deutlich kritisiert. Wie halten Sie es mit Ihresgleichen, Frau Jost?
  • Stefan  Buttliger 27.10.2016
    Tja...
    EINER weniger! - wann geht der Rest endlich?
    O-Ton Calmy-Rey: "Sie kommen zu Tausenden - gehen aber wieder, wenn der Krieg vorbei ist..." - nun: der Krieg ist längst vorbei - auch wenn dies scheinbar in Bern noch nicht angekommen ist... - insofern, wäre die Einhaltung eines Versprechens eines Regierungsmitglieds, ein Zeichen von REGIEREN, anstatt dauernd zu REAGIEREN!
    Nur: WESHALB soll man mit vollamtlichen Verfassungsbrechern überhaupt noch diskutieren? Diese Regierung ist obsolet!
    • Hanspeter  Müller aus Bern
      27.10.2016
      Diese Regierung ist demokratisch gewählt im Gegensatz zu Ihnen. Deshalb gilt auch was die Regierung macht und sagt und Sie können nur hier herum schreien. Die Schweiz hat eine Tradition der Demokratie und der Konsenspolitik. Alles Andere ist nicht Schweizerisch.
  • Hanspeter  Müller aus Bern
    27.10.2016
    Nein, Herr Reimann, niemand hält Sie für einen Linken, sondern für einen verlogenen Rechten. Laut gegen die Härtefallklausel Sturm laufen und noch vor Ablauf eines Jahres selber eine beanspruchen für jemanden der Raubüberfälle ausgeführt hat. Jahre haben Sie über die "Sozialindustrie" geschimpft, wenn ein Verbrecher rückfällig wurde. Uebernehmen Sie dann die Garantie, dass Besko nicht mehr straffällig wird?