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(Blick)
Zwei Wochen vor der Abstimmung über die SP-Steuerinitiative schwingt Alfred Schindler die Drohkeule: «Wenn die Initiative angenommen wird, ziehe ich ins Ausland», kündet der milliardenschwere Luzerner Liftbauer an.
Denn danach würde seine Steuerbelastung auf 70 bis 80 Prozent schnellen. Das tönt nach sozialistischen Zuständen!
Wie kommt Schindler auf diese Zahlen? Für seine Rechnung zieht er einzig Dividendeneinkünfte heran. Bei einer Auszahlung von 277 Rappen pro Schindler-Aktie, so klagt er, blieben ihm nach Abzug von Firmen- und privaten Steuern nur noch 86 Rappen in der Tasche.
Schindlers Mischrechnung ist irreführend
Das Problem dabei: Schindler schlägt die Gewinnsteuern seiner Firma auf seine privaten Lasten hinzu. Solche Rechenspiele darf er selbstverständlich anstellen. Aber sie sind irreführend. Denn steuerlich haben Firmen und Privatpersonen nichts miteinander zu tun. Sie sind unterschiedliche Steuersubjekte, wie die Juristen sagen.
Auch Schindler kommt das zugute: Als Privatmann trägt er nicht das Risiko seiner Firma. Bei einer Pleite bliebe sein Privatvermögen geschützt.
Ein weiterer Haken: Schindler übergeht stillschweigend, dass er neben Dividenden auch ein Einkommen bezieht. Und zwar nicht zu knapp: Im Jahr 2009 betrug sein Lohn laut Schindler-Geschäftsbericht 7,4 Mio. Franken. Damit befindet er sich in der Top-Liga der Schweizer Industriemanager.
Auf eine weitere Million habe er freiwillig verzichtet, steht im Kleingedruckten. Der Patron habe damit auf die steigende Brisanz der Lohndebatte reagiert, sagt seine Sprecherin. Plagt den Mann ein schlechtes Gewissen?
Zumindest will er sich rechtfertigen: Schindler weist im Geschäftsbericht auch private Spenden (2009: 740‘000 Fr.) und Steuern aus. Im Jahr 2007 waren das 12,5 Mio. Franken.
BLICK hat nachgerechnet, wie viel Steuern er an seinem Wohnort Hergiswil NW hätte bezahlen müssen, wäre die SP-Initiative bereits in Kraft gewesen.
Grundlage ist sein für 2007 ausgewiesener Lohn von 5,7 Mio. und ein Dividendeneinkommen von gut 42 Mio. Dies entspricht einem geschätzten Aktienanteil von 37 Prozent der Familie Schindler am Unternehmen (siehe Rechnung oben).
Fazit: Durch die SP-Initiative müsste Schindler knapp 50 Prozent mehr Steuern bezahlen als ohne.
Von einem Steuersatz von 70 bis 80 Prozent kann aber keine Rede sein: Die Belastung auf dem Einkommen wäre also nicht einmal halb so hoch wie in seinem Horrorszenario.
Schindlers Rechnung geht nicht auf
Kommt hinzu: Im schweizerischen Quervergleich käme Schindler immer noch gut weg. In den Städten Zürich, Basel oder Bern würde ihm der Fiskus schon heute mehr als 23 Mio. Franken verrechnen.
Auch Auswandern in die australische Hauptstadt Canberra, wo Schindler ein Haus besitzt, ist keine Option: Die Australier knöpfen Reichen 45 Prozent Einkommenssteuer ab.
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Alfred Schindler droht mit einem Wegzug aus der Schweiz, wenn das Volk der SP-Steuerinitiative zustimmt. (Keystone)