Nach Schiesserei in Rehetobel AR Muss Cannabis jetzt legalisiert werden?

Nicht zuletzt um Drogenkleinkriege wie in Rehetobel zu verhindern, müsse Cannabis legalisiert werden. Fordern die einen. Ganz im Gegenteil, sagen die anderen.

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Die Politik beschäftigt sich immer wieder mit Forderungen, weiche Drogen zu legalisieren. Derzeit laufen in mehreren Städten der Schweiz Pilotprojekte, bei denen staatliche Behörden Cannabis verkaufen. Durch die zunehmende und immer brutalere Gewalt im Drogenmilieu bekommen solche Forderungen jetzt Auftrieb.

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«Es braucht einen legalen Markt mit staatlichen Auflagen.» – FDP-Ständerat Andrea Caroni. KEY

FDP-Ständerat Andrea Caroni (36) etwa setzt sich seit längerem für die Legalisierung von Hanf ein – «auch deshalb, weil wir dadurch die Gefahr von Drogenkriegen im Kleinen – wie in Rehetobel – vermeiden können», sagt er. Der Anbau und Verkauf auch von weichen Drogen sei dank der Illegalität ein derart lukratives Geschäft, dass es sich für die Gangster oft lohne, hohe Risiken bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen einzugehen, so der Appenzell Ausserrhoder, der in der Nachbargemeinde von Rehetobel aufgewachsen ist.

Legaler Markt verdirbt Drogenkartellen das Geschäft

Caroni sagt, der weltweite repressive Kampf gegen den Drogenhandel sei nachweislich ein Schuss in den Ofen. «Die Illegalität lässt das organisierte Verbrechen blühen, bindet Unmengen an Staatsressourcen und kostet unendlich viele Menschenleben.» Die einzige Möglichkeit, den Sumpf der Drogenkartelle auszutrocknen, sei die Schaffung eines legalen Markts.

Ein solcher legaler Markt könnte laut Caroni gängigen staatlichen Auflagen unterliegen, so dem Jugend- und Gesundheitsschutz, wie es heute schon bei Tabak, Alkohol oder Medikamenten der Fall ist – aber ohne die schädlichen Auswirkungen des Drogenkriegs.

Naive Frauen seien mitschuldig, wenn sie vergewaltigt würden. Mit dieser Aussage zog SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler (40) viel Zorn auf sich. play
«Bei vielen Attentätern und Mördern findet man THC im Blut.» – SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler Peter Gerber

Ganz anders sieht dies SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler (40). Cannabis sei keine harmlose Droge, sie könne zu Psychosen führen und andere negative Auswirkungen auf den Konsumenten haben. «Bei vielen Attentätern und Mördern findet man THC im Blut», so die ehemalige Polizistin. Deshalb müssten solche Substanzen verboten bleiben. 

Hartes Vorgehen gegen Drogenproduzenten

«Die Legalisierung und ein staatlicher Cannabisverkauf würden den Drogenhändlern nicht das Handwerk legen, sondern dieses nur noch fördern und ihre lukrativen Machenschaften legalisieren», so die Bernerin. Der Konsum würde zunehmen, die Preise würden sinken, und der THC-Gehalt steigen. Auch würden Dealer ganz gezielt Jugendliche angehen, die aufgrund des Jugendschutzes weiterhin nur illegal Cannabis kaufen könnten.

Geissbühler fordert «mit aller Härte» gegen Plantagenbesitzer vorzugehen. Wobei es nicht so einfach sei, solche Anlagen auszuheben, da es vorgängig einen Hausdurchsuchungsbeschluss des Untersuchungsrichters brauche. «Generell muss eine Nulltoleranz bei Gewalt gegen die Polizisten gelten.»

Sollte Cannabis legalisiert werden?

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Publiziert am 06.01.2017 | Aktualisiert am 06.01.2017
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65 Kommentare
  • Andreas  Siegenthaler aus Uerkheim
    07.01.2017
    Die Dame sollte sich schämen sich für eine solche Argumentation instrumentalisieren zu lassen. Wenn es einen Grund geben sollte Cannabis nicht zu leaglisieren dann sicher nicht der, dass Verbrecher (auch noch) Cannabis konsumieren. Die wird das eh wenig interessieren ob es legal ist oder nicht.
  • marc  klauser aus schmitten
    07.01.2017
    Legalisieren wäre beste Option. Und somit hätte man endlich Ruhe überall, an Bahnhöfen usw. diesen Dealern aus Afrika an jeder Ecke den Garaus zu machen.
  • Dracomir  Pires aus Bern
    07.01.2017
    Ich erinnere mich noch genau: Als Cannabis in Holland legal war, reiste ganz Europa dorthin und deckte sich mit dem Stoff ein. Wenn die Schweiz im Alleingang nun den gleichen Fehler macht, werden die Kiffer aus ganz Europa zu uns strömen. Brauchen wir das wirklich?
    • Andreas  Siegenthaler aus Uerkheim
      07.01.2017
      Cannabis ist in Holland immer noch legal. Man kann jederzeit dorthin reisen und kiffen.
    • Thomas   Wassmer 07.01.2017
      Wissen Sie, Herr Siegenthaler, die Realität zu beachten und zu akzeptieren ist keine Stärke der Cannabis-Gegner. Man beruft sich lieber auf Märchen, Halbwahrheiten und Dinge, die nur im eigenen Verstand existieren.
  • Vanessa  Ewing aus Biel
    06.01.2017
    @Adrian Müller -Als ich vor,mein Gott 30 Jahren einige Male gekifft habe,fühlte ich mich einfach sauwohl,es war viel angenehmer,als ein Beschwipstsein mit z.B. Wein oder sonstigem Alkohol.Nichts von beschleunigtem Herzschlag,im Gegenteil ich hatte ein Gefühl von Geborgenheit und Ruhe.Ich habe danach nie besser geschlafen am nächsten Tag hatte ich einen klaren Kopf ohne Schädelbrummen,geschweige denn Niedergeschlagenheit.Sorry was Sie da erzählen kann ich nicht glauben stimmt so für mich nicht.
    • Thomas   Wassmer 07.01.2017
      Nanu, Märchenstunde?
      In Holland hat sich nicht viel geändert. Die rechts-konservative Regierung versucht zwar gerade Cannabis durch die Hintertür wieder zu verbieten, aber eher schlecht als recht, weil die Bevölkerung nicht damit einverstanden ist.
  • Philipp  Bucher 06.01.2017
    So ein doofer Satz: «Bei vielen Attentätern und Mördern findet man THC im Blut.»
    Bei 50 Prozent der Schweizer findet man es im Blut!!!
    Zu Psychosen führt das Gestreckte auf der Strasse, aber sicher nicht reines.