Nach BLICK-Bericht über Flüchtlinge in Güterzügen SVP-Nationalrat fordert mehr Einsatz von Grenzwächtern

BERN - Die Grenzwacht soll Güterzüge konsequenter kontrollieren, fordert der St. Galler Nationalrat Roland Büchel. Die Schweiz dürfe Menschen auf der Reise durch Europa nicht einer solch grossen Todesgefahr aussetzen.

Will weiter in den Norden: Flüchtling aus dem Mittleren Osten versteckt sich unter einem Zug, hier in Mazedonien 2015. play

Will weiter in den Norden: Flüchtling aus dem Mittleren Osten versteckt sich unter einem Zug, hier in Mazedonien 2015.

AP/Boris Grdanoski

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Flüchtlinge haben eine neue Art entdeckt, wie sie von Italien nach Nordeuropa gelangen: Sie verstecken sich in Güterzügen, die mit Lastwagen oder Containern beladen sind. Auf diese Weise durchqueren sie auch die Schweiz, wie das Grenzwachtkorps (GWK) gegenüber dem BLICK bestätigt hat.

«Das GWK stellt seit Dezember vereinzelt Fälle von Migranten fest, die auf diese Art die Schweiz zu durchqueren versuchen», sagt Sprecher David Marquis. Es handle sich dabei um eine tiefe zweistellige Zahl.

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Roland Rino Büchel, Nationalrat der SVP des Kantons St. Gallen. Keystone

Der St. Galler SVP-Nationalrat Roland Büchel fühlt sich von diesen Aussagen verschaukelt: Er hatte schon vor einem Monat auf diese neue Reise-Art hingewiesen und vom Bundesrat wissen wollen, ob dieser eine Zunahme festgestellt habe. Die Antwort des zuständigen Finanzdepartements von SVP-Bundesrat Ueli Maurer war nein. Es gebe keine Zunahme, es seien lediglich Einzelfälle.

«Das sind keine Einzelfälle»

Büchel fragt sich nun, wie das sein könne: Wenn die deutsche Bundespolizei an der Grenze zur Schweiz allein im Bereich der Direktion Stuttgart seit Ende November etwa 60 Migranten auf Güterzügen gezählt habe, könne man nicht von Einzelfällen sprechen. «Und wie viele die Züge schon in der Schweiz verlassen, weiss man nicht.»

Lastwagen werden auf einen Huckepackzug verladen. Flüchtlinge nutzen die Rollende Landstrasse immer öfter zur Flucht von Italien nach Deutschland. (Archiv) play
Lastwagen werden auf einen Huckepackzug verladen. Flüchtlinge nutzen die Rollende Landstrasse immer öfter zur Flucht von Italien nach Deutschland. (Archiv) Keystone/AP/WINFRIED ROTHERMEL

Der St. Galler fordert nun vom GWK, die Güterzüge vermehrt nach Flüchtlingen zu kontrollieren. Aus zwei Gründen: Erstens könnten nicht nur Schutzsuchende, sondern auch Dschihadisten so in die Schweiz einreisen. «Und zweitens kann es nicht sein, dass diese Menschen auf der Reise durch Europa einer solch grossen Todesgefahr ausgesetzt werden», sagt Büchel. Er will zudem, dass die Aufgespürten statistisch separat ausgewiesen werden. «Nur dann können wir wissen, wie gravierend das Problem tatsächlich ist.»

BLS hat Kontrollen verstärkt

Gefährlich ist die Flucht auf einem Güterzug zweifellos, wie mehrere Beispiele zeigen. So starben zwei Afrikaner, darunter eine Frau, Anfang Dezember im Tirol. Sie wurden überrollt, als die Lastwagen, in deren Radkästen sie sich versteckt hatten, vom Güterzug herunterfuhren. Andernorts müssen immer wieder Bahnstrecken gesperrt werden, weil Flüchtlinge von den fahrenden Zügen springen. 

In der Schweiz kam es bis anhin noch nicht zu Toten oder Verletzten. «Aber wir tun alles, um diese gefährlichen Reisen zu verhindern», so Stefan Dauner, Mediensprecher des Bahnunternehmens BLS. BLS Cargo ist der wichtigste Güterverkehrsanbieter auf der Lötschberg-Simplon-Achse von Domodossola via Brig.

Seit Dezember hat das Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit dem GWK die Kontrollen in Brig verstärkt.

Publiziert am 05.01.2017 | Aktualisiert am 05.01.2017
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