Muttenz baut grösstes Asyl-Zentrum der Schweiz 900 Flüchtlinge auf Ex-Deponie

MUTTENZ - BL - Im Muttenz sind alle Einsprachen gegen das Bundesasylzentrum vom Tisch: Jetzt können die Baselbieter Behörden die grösste Einrichtung dieser Art in der Schweiz bauen. Bis zu 900 Asylsuchende kann sie im Notfall beherbergen.

Grösstes Asylzentrum der Schweiz in Muttenz: Platz für 900 Flüchtlinge play
Seit heute entsteht hier das grösste Asylzentrum der Schweiz: Areal der ehemaligen Feldreben-Deponie mit dem ehemaligen Lastwagen-Terminal in Muttenz BL. GEORGIOS KEFALAS

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Auf der ehemaligen Abfalldeponie Feldreben in Muttenz entsteht seit heute das grösste Asylzentrum der Schweiz. Der Baselbieter Asylkoordinator Rolf Rossi sagt: «Mit den Hauptarbeiten, für die eine Baubewilligung nötig war, haben wir heute morgen begonnen.»

«Wir haben uns für eine Leichtbauweise aus mit feuerfesten Holzplatten entschieden, die mit Stoff gedeckt werden.» Damit könne man in den 24 Quadratmeter grossen Einheiten für eine gewisse Privatsphäre sorgen, ohne dass die Luftqualität leide. Darin sollen zwischen sechs und acht Asylbewerber Platz finden. Die Einheiten stehen in drei grossen Industriehallen, die eine Gesamtfläche von mehreren Tausend Quadratmeter aufweisen.

Temporäre Nutzung für zwei Jahre

Das Zentrum soll Platz für 500 bis maximal 900 Personen bieten. Es ist ein Registrierzentrum des Bundes. Während den 12 bis 15 Tagen, an denen die Asylbewerber sich dort aufhalten, will der Bund ihre Identität abklären, die Leute registrieren und erste Befragungen durchführen.

«Wir unterstützen den Bund mit diesem Zentrum, um sicherzustellen, dass nur registrierte Personen auf die Kanton und Gemeinden verteilt werden», sagt Rossi, der kaum mehr mit Widerstand rechnet. «Wir haben das Konzept zusammen mit der Gemeinde entwickelt und auch einen gemeinsamen Ausschuss, in dem auch die Anwohner vertreten sind, eingerichtet.»

Das Zentrum kann nur temporär für die nächsten zwei Jahre genutzt werden. Dies, weil es sonst eine permanente Zonenänderung bräuchte und weil die Deponie fristgerecht saniert werden soll. Nach langem Hin und Her kommt das Projekt doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss.

Keine IKEA-Flüchtlingshäuschen

Eigentlich hätte man das neue Asylzentrum schon am 1. Januar 2016 in Betrieb nehmen wollen. Nach Gesundheitsbedenken – die Deponie ist zwar versiegelt, doch zwischen 1940 und 1957 lagerten auch Basler Chemie- und Pharmafirmen darin hochgiftige Chemie-Abfälle ab – wollten die Behörden die Lage genauer abklären lassen. Sie gaben dazu Luftanalysen in Auftrag. Diese fielen so aus, dass einer Realisierung keine medizinischen Gründe entgegenstanden.

Danach gab es einen Rückschlage andernorts: Die Promotoren hatten fest mit dem Einsatz der inzwischen berühmt-berüchtigten IKEA-Flüchtlingshäuschen gerechnet. Der schwedische Einrichtungsriese hatte einen Bausatz für die Einrichtung von temporären Flüchtlingsunterkünften entwickeln lassen. Die Baselbieter Behörden waren nicht die einzigen, die die Häuschen beschaffen wollten. Zürich liess den Bausatz durch die Gebäudeversicherung auf Brandschutz testen. Das Resultat: unbefriedigend.

Aufgrund von zahlreichen Einsprachen musste dann der Starttermin, der zwischenzeitlich auf den 1. August verschoben worden war, neuerlich korrigiert werden. Jetzt hoffen die Baselbieter Behörden, dass ab dem 1. November Flüchtlinge einquartiert werden können. (hlm) 

Publiziert am 03.10.2016 | Aktualisiert am 04.10.2016
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4 Kommentare
  • german  schnyder aus erschmatt
    04.10.2016
    herr Christopf Blocher war der beste Politiker der letzten 20 jahre in der schweiz
    sonst hätte doch die SVP nicht so einen enormen zulauf
    was ist daran falsch
    zudem sind wir dank Christopf Blocher nicht in der EU
  • willi  Frischknecht 03.10.2016
    Nahe genug an der Deutschen Grenze, da werden viele ich in Luft auflösen.
  • Thomas  Forler 03.10.2016
    Christoph Blocher hat sehr kurzsichtig gehandelt, als er während seiner Bundesrats-Zeit im Migrationsamt die meisten Asylunterkünfte verkauft hat. Die Probleme müssen nun eben die Nachfolger ausbaden. Schade, wenn solche Politiker an die Macht kommen.
    • Hans  Leuchli aus Vellerat
      04.10.2016
      Ein ganz neuer Ansatz zur Diskreditierung eines der wenigen bedeutenden Schweizer Politikers der letzten 20 Jahre.
      Woher haben Sie nur diese "Tatsache"? Trotzdem gratuliere, für einmal etwas Neues.