Weil die Munition zu teuer wird Luftwaffenchef will Tiger entwaffnen

Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg prüft, bei den Flugzeugen der Tiger-Flotte die Kanonen zu entfernen. Aus Kostengründen: Die Munition ist nur in grossen Stückzahlen zu günstigen Konditionen erhältlich.

Und vier F-5 Tiger play
Ein Tiger F-5 Doppelsitzer startet am Montag, 8. Oktober 2012 auf der Airbase Emmen. (KEYSTONE/Sigi Tischler) SIGI TISCHLER

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Korpskommandant Aldo Schellenberg prüft, bei den verbleibenden Tiger-F-5-Kampfjets die Kanonen auszubauen. Gemäss Recherchen der «Schweiz am Sonntag» erhielt der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag vor Monaten den Auftrag, die Entwaffnung der in die Jahre gekommenen Jets zu prüfen. Wenn die Tiger entwaffnet würden, kämen die Flieger nur noch für Trainingsflüge, aber nicht mehr für den Luftpolizeidienst infrage. 

Der Grund für die Überlegungen ist laut der Zeitung finanzieller Natur: Die Munition für die Geschütze sei nur in grossen Stückzahlen zu günstigen Konditionen erhältlich. Weil die Flieger in absehbarer Zeit ausgemustert werden sollen, lohne sich eine solch grosse Investition aber nicht.

2017 wird entschieden

Renato Kalbermatten, Sprecher im Verteidigungsministerium, bestätigt, dass die Beschaffungsbehörde Armasuisse «verschiedene Optionen für den Weiterbetrieb der Flotte der Luftwaffe» abklären liess. Die Ergebnisse sollen in den Gesamtbericht einer von Bundesrat Guy Parmelin eingesetzten Expertengruppe einfliessen. Diese klärt bis 2017 die grundlegenden Fragen zur Zukunft der F/A-18- und Tiger-F-5-Flotten, aber auch zum Kauf eines neuen Kampfflugzeuges. Zum jetzigen Zeitpunkt sei keine Entfernung der Bordkanonen vorgesehen, so Kalbermatten. Aber das könne sich wieder ändern, wenn der Bericht vorliege.

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Korpskommandant Aldo C. Schellenberg, Kommandant der Luftwaffe, am Mittwoch, 28. September 2016, im Medienzentrum im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex) ANTHONY ANEX

Tiger als Notnagel für die Sicherheit

 

Bei Sicherheitspolitikern stossen die Pläne auf unterschiedliche Reaktionen. Der Solothurner alt SVP-Nationalrat Roland Borer etwa warnt: «Wenn die F/A-18-Flotte beispielsweise aufgrund eines technischen Problems am Boden bleiben muss, könnte es brenzlig werden. Der Tiger ist ein Notnagel, den wir nicht preisgeben sollten.»

Anders sieht es die Aargauer FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger, Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission: «Der Tiger ist ein uraltes Flugzeug. Für den Luftpolizeidienst braucht es ihn eigentlich nur noch, wenn die Luftwaffe über eine längere Zeit durchhaltefähig sein muss.» (sf)

Publiziert am 09.10.2016 | Aktualisiert am 04.12.2016
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17 Kommentare
  • René  Widmer aus Ersigen
    10.10.2016
    Die Kosten für die Munition können wir uns gut sparen: Lieber neue Kampfjets oder Kampfdrohnen kaufen. Mit etwas gutem Willen, wäre das über das normale Rüstungsbudget locker machbar. Ich kann mir gut vorstellen dass vielleicht die Russen oder Chinesen (mit dem ganzen EU und USA Gschtürm sind wir in ein paar Jahren vielleicht froh um diese Partner..) uns auch Jets im Leasing überlassen würden und wir vielleicht über 10 Jahre den Kauf finanzieren können mit rund 300-500 Millionen pro Jahr.
  • Urs  Hagen 09.10.2016
    20mm Munition kann man überall kaufen, man muss sie ja nicht bei der RUAG in Kleinserien bestellen. Sicher 30 Staaten fliegen diese Flugzeuge noch da hat es sicher noch genug Munition.
  • Lukas  Meyer 09.10.2016
    Eine gute Idee, die Tiger haben sowieso keinen Kampfwert mehr und dürfen nicht einmal mehr Nachts fliegen.

    Die Sensorik taugt auch nichts und die Bewaffnung ist ein Witz. Das beste wäre wohl einen neuen brauchbaren Kapfjet zu kaufen und diese alten Mühlen zu verschrotten.
    • Urs  Hagen 10.10.2016
      Kampfwert braucht es auch nicht auf einem Territorium Schweiz, einer Grösse die in 10 Minuten durchflogen ist. Für schnelle Beobachtungen oder Begleitung von einem verirrten Pasagierflugzeug reicht der Flieger noch allemal. Die 2 Raketen die er auch noch laden kann sind ja auch noch da falls mal etwas grösseres abgeschossen werden sollte wenn die Fliegerabwehr verschlafen hat.
  • Heinrich  Z aus Zürich
    09.10.2016
    Etwa seltsam scheint mir das schon zu sein, Kanonen ausbauen? Wegen fehlender Munition? Also zum üben haben wir ja die PC-21, die ist fast so wie der Tiger Ausgeruestet mit den Istrumenten. Zudem ist das ja so ne Sache mit der Flugtechnik, der Schwerpunkt der Maschine ändert sich ja sicher stark, oder baut man dann Bleiplatten in gleichem Gewicht ein? Oder ist das ein lukrativer Nebenjob fuer wieder eine Firma? Ne ich versteh da einiges auch nicht. Seit Kindheit interessiert mich Flugzeugbau.
  • Daniel  Niklaus aus Oberentfelden
    09.10.2016
    Ja gute Idee und gebt jedem Schweizer Soldaten ein Gewehr aus Plastik.
    Somit könnt ihr noch mehr sparen.
    Die Schweiz wird immer lächerlicher!