ZÜRICH - Der Fluch der Mumien geht weiter: Der gekündigte Museumsleiter Christoph Mörgeli darf nur noch in Begleitung in sein ehemaliges Büro. Derweil hält dessen Anwalt die Uni unter Druck.
Die Auseinandersetzung zwischen der Universität Zürich und ihrem gekündigten Ex-Mitarbeiter Christoph Mörgeli (52) nimmt immer groteskere Züge an. Wenn der Zürcher SVP-Nationalrat dieser Tage sein früheres Büro aufsuchen will, kann er das nur noch in Begleitung eines kräftigen Sicherheitsmannes tun. Dieser begleitet Mörgeli auf Schritt und Tritt.
Während die Uni Mörgeli auf Staatskosten von einem Bewacher beaufsichtigen lässt, versucht dieser, durch seinen Anwalt Manfred Küng den Druck auf die Lehranstalt aufrechtzuerhalten.
Küng hat am Freitag Urs Oberholzer, einem Mitglied des Universitätsrats, ein Schreiben zukommen lassen. Darin fordert er, Mörgelis Ex-Chef und Direktor des Medizinhistorischen Instituts, Florin Condrau, müsse «ermahnt werden». Das Schreiben liegt SonntagsBlick vor.
Auslöser ist ein Satz auf der Internetseite des Medizinhistorischen Instituts. Darin schreibt Condrau: «Wir basteln im Moment an einer neuen Sonderausstellung.»
Mit dieser Formulierung qualifiziert sich Condrau laut Küng «als unprofessionell». Damit werde die «jahrzehntelang professionell erfolgte Tätigkeit der Mitarbeiter des Ausstellungsdienstes der Universität herabgewürdigt und das haben die Mitarbeiter nicht verdient», so Mörgelis Anwalt.
Gleichzeitig stellt Küng zwei Ausstandsbegehren in der Causa Mörgeli – und zwar gegen SP-Regierungsrätin Regine Aeppli und CVP-Nationalrätin Kathy Riklin. Beide sind Mitglieder des Universitätsrats – und beiden wirft Küng vor, sie seien «voreingenommen» und «nicht unabhängig».
Zudem erneuert Mörgelis Anwalt sein Akteneinsichtsgesuch vom 4. Oktober. Aeppli hatte auf dieses Gesuch bis letzten Freitag nicht reagiert. Sicher ist: Mörgeli wird die Uni noch lange auf Trab halten – und umgekehrt.
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