Auf Staatskosten Mörgeli nur noch mit Bodyguard in Uni

ZÜRICH - Der Fluch der Mumien geht weiter: Der gekündigte Museumsleiter Christoph Mörgeli darf nur noch in Begleitung in sein ehemaliges Büro. Derweil hält dessen Anwalt die Uni unter Druck.

  • Publiziert: 14.10.2012
  • Von Marcel Odermatt

Die Auseinandersetzung zwischen der Universität Zürich und ihrem gekündigten Ex-Mitarbeiter Christoph Mörgeli (52) nimmt immer groteskere Züge an. Wenn der Zürcher SVP-Nationalrat dieser Tage sein früheres Büro aufsuchen will, kann er das nur noch in Begleitung eines kräftigen Sicherheitsmannes tun. Dieser begleitet Mörgeli auf Schritt und Tritt.

Während die Uni Mörgeli auf Staatskosten von einem Bewacher beaufsichtigen lässt, versucht dieser, durch seinen Anwalt Manfred Küng den Druck auf die Lehranstalt aufrechtzuerhalten.

Küng hat am Freitag Urs Oberholzer, einem Mitglied des Universitätsrats, ein Schreiben zukommen lassen. Darin fordert er, Mörgelis Ex-Chef und Direktor des Medizinhistorischen Instituts, Florin Condrau, müsse «ermahnt werden». Das Schreiben liegt SonntagsBlick vor.

Bastelei am Institut

Auslöser ist ein Satz auf der Internetseite des Medizinhistorischen Instituts. Darin schreibt Condrau: «Wir basteln im Moment an einer neuen Sonderausstellung.»

Mit dieser Formulierung qualifiziert sich Condrau laut Küng «als unprofessionell». Damit werde die «jahrzehntelang professionell erfolgte Tätigkeit der Mitarbeiter des Ausstellungsdienstes der Universität herabgewürdigt und das haben die Mitarbeiter nicht verdient», so Mörgelis Anwalt.

Neue Vorwürfe

Gleichzeitig stellt Küng zwei Ausstandsbegehren in der Causa Mörgeli – und zwar gegen SP-Regierungsrätin Regine Aeppli und CVP-Nationalrätin Kathy Riklin. Beide sind Mitglieder des Universitätsrats – und beiden wirft Küng vor, sie seien «voreingenommen» und «nicht unabhängig».

Zudem erneuert Mörgelis Anwalt sein Akteneinsichtsgesuch vom 4. Oktober. Aeppli hatte auf dieses Gesuch bis letzten Freitag nicht ­reagiert. Sicher ist: Mörgeli wird die Uni noch lange auf Trab halten – und umgekehrt. 

Beliebteste Kommentare

  • René  Racle , Zürich , via Facebook
    für dieses theater zahlen wir steuern dafür wird bei den iv renten
    gespart was für eine logik
  • Michael  Fischer
    Ist irgendwie grotesk. In der Privatwirtschaft werden ständig Leute entlassen und dies haben die "einfach" zu Schlucken. Dies war auch die Meinung von Herrn Mörgeli sowie seiner Partei. Nun hat es ihn erwischt und er macht eine riesen Sache daraus. Es gibt nur eines, akzeptieren und weg. Der Rest kostet einfach zu viel Geld und ist eine unnütze Bürokratie, was wieder zu Steuerverschleuderung führt, was nicht im Sinne von Herr Mörgeli und der SVP sein kann, denn diese möchten ja die Steuern senken. Er sollte sowieso etwas vorsichtig sein, denn sein Leben wurde bisher ausschliesslich durch die Steuerzahler finanziert. Das relativiert vieler seiner Aussagen in der Vergangenheit! Vielleicht sollte er einmal zu arbeiten beginnen, dann akzeptieren wir auch seine Meinung wieder.

Alle Kommentare (33)

  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Die Schweizer Bevölkerung hat genug von Herr Mörgeli!
    Das Tragische an der ganzen Angelegenheit ist einzig, dass Er es einfach nicht ein sieht!
    Jetzt schlägt Herr Mörgeli nur noch Wellen im eigenen Teich!
    Nehme mal an, dass die SVP sich auch bald von Ihm verabschiedet!
  • werner  widmer , russikon
    Haut auf den Geplagten ein. Offensichtlich ist Mörgeli im Recht ansonsten nicht so herabwürdigend über ihn geschrieben würde. Über die Versager list man nichts.
  •   Hämmerli Sepp , Weesen
    Anhand der Kommentare kann man ersehen, wieviele Blickleser die linkischen Presse Wortspiele einfach so verstehen, wie sie sich die Tatsachen wünschen! Vermutlich hätte es kaum Verwechslungen gegeben, hätte man im Artikel, das englische Wort für Leibwächter einfach durch das deutsche und korrekte Wort Wachpersonal ersetzt! Allerdings besteht auch die Möglichket, dass der Verfasser des Artikels bewusst die Fehlinterpretationen in kauf genommen hat. Nur so bleiben weiterhin in einer breiten Öffentlichkeit alle Fehler im Streitfall Uni gegen Mörgeli, bei Professor Mörgeli!
  • Wolfram  Baur , Winterthur
    Die Leitung Uni-Zürich hat sich von einer renommierten Hochschule in einen Augiasstall verwandelt, der dringend ausgemistet werden muss, bevor die Reputation der UNI auf lange Zeit verloren geht.
  • Adrian  Teuscher , via Facebook
    Und genau dieser Suaber Herr gehört der "Volksnahen" SVP an! Das nennt man doch eher das Volk abzocken, oder? Steuern für ein Bodygard bezahlen nur weil einer ein Arbeitsproblem hat, tolles Demokratieverständniss!
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