Milliarden-Netz teurer als der Gripen Maurers stilles Monsterprojekt!

Der Kauf des Kampfjets war dem Volk zu teuer. Nun plant die Armeespitze ein neues Kommunikationsnetzwerk, das die Gripen-Kosten sogar noch übersteigt.

Abhörsicher: Die Geheimkommunikation von Ueli Maurers Armee soll mehr kosten als der Gripen. play

Abhörsicher: Die Geheimkommunikation von Ueli Maurers Armee soll mehr kosten als der Gripen.

Keystone

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Der Kauf des Kampfjets Gripen hätte 3,1 Mil­liarden Franken gekostet. Jahrelang zofften sich Politiker deswegen. Am Schluss war der Jet dem Volk zu teuer. Nun zeigt ein VBS-Dokument: Die Armeespitze arbeitet an einem Geschäft, das den Gripen-Kostenrahmen sogar noch übersteigt. Sie will in den nächsten zehn Jahren die Schweiz neu verkabeln, mit einem unabhängigen, abhörsicheren Kommunikationsnetzwerk. Es soll bei Katastrophen und Krieg gewährleisten, dass die Kommunikation im Heer klappt. Im Dezember 2013 bezifferte Bundesrat Ueli Maurer die Kosten auf 2,5 Milliarden Franken. Die neuste VBS-Schätzung liegt bei 3,3 Milliarden Franken. Kontroversen gibt es aber kaum. Bis jetzt.

Das grösste Projekt der Armee im 21. Jahrhundert heisst «Fitania». Herzstück sind drei Rechenzentren. Allein sie schlagen mit 900 Millionen Franken zu Buche – wobei nicht alle Investitionen der Armee belastet werden, wie das VBS auf Anfrage mitteilt. Zwei der drei Zentren sind eigentliche Rechenbunker. Sie verfügen über «militärischen Vollschutz». Ihre Standorte sind geheim, ihr Stromhunger ist immens: «Die Zentren werden mehrere Megawatt verbrauchen», schreibt das VBS. Zwischen den Rechenzentren und den Armeestützpunkten wird ein 3000 Kilometer langes Glasfaser- und Richtfunknetz gespannt. Für weitere 600 Millionen Franken.

Der mit Abstand grösste Brocken in Maurers stillem Monsterprojekt: Bis 2027 will die Armee überalterte Funksysteme durch ein eigenes, gesichertes Mobilfunknetz ersetzen. Sie baut quasi, was die Swisscom bereits betreibt. Für 1,8 Milliarden Franken. Im Bundeshaus ist unbestritten, dass die Armee in ihr Kommunikationsnetz investieren muss. Doch viele Politiker reagieren abwartend auf das 3,3-Milliarden-Projekt. Grund: Das Debakel beim IT-Projekt FIS Heer, wo das VBS Hunderte Millionen Franken in eine ungenügende Lösung steckte.

Thomas Hurter, SVP-Na­tionalrat und Präsident der Sicherheitskommission, betont: «Diese IT-Projekte sind oft sehr teuer. Man muss sie kritisch begleiten und hinterfragen.» SP- Sicherheitspolitikerin Evi Allemann vermisst ein Gesamtkonzept: «Momentan habe ich den Eindruck, dass das VBS nur Flickwerk abliefert. Das ist bei einem so komplexen und teuren Projekt sehr gefährlich.» Auch GLP-Politiker Beat Flach kündigt kritische Fragen an. «Wir müssen ein Debakel wie bei FIS Heer verhindern.»

Publiziert am 13.08.2014 | Aktualisiert am 13.08.2014
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Maurer: «Das VBS bleibt mein Lieblingsdepartement»

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24 Kommentare
  • Emil  Thommen aus Zug
    13.08.2014
    Das wird echt ein "Monsterprojekt" werden, den die neusten
    holographischen Kommunikationsmittel bieten Moeglichkeiten
    wo man Schein und Sein nicht mehr trennen kann und noch
    weniger einen Unterschied merkt. Das Netz der globalen
    Kontrolle zieht sich immer mehr zusammen bei dem unsere
    Phantasie bei weitem nicht hinreicht, es uebersteigt schlicht
    und ergreifend unseren Horizont, wie kann man sowas jetzt in
    Franken budgetieren? denke nur mit Grind abe und seckle, seckle.
  • Heinz  Knauser aus Bern
    13.08.2014
    Wenn die selben IT Spezialisten am Werk sind,wie bis jetzt im Bundeshaus.
    Na dann wird es noch trauriger.
    Nichts funktioniert, noch weniger ist kompatibel.
    Brauchen wir das denn?
    Das wird sich hier mancher Fragen.
    Wer würde die Aufträge vergeben?
    Gibts dann auch wieder Vettern Wirtschaft.Das konnnte
    man doch alles lesen bis jetzt was da alles ab ging!
  • Mark  Grand aus Bremgarten
    13.08.2014
    Als Informatiker finde ich das eine nützliche Investition, wobei ich auch dafür wäre das der Staat das gesamte Volk und Ihre Daten schützen muss und Länder welche die Schweiz und Ihre Bürger ausspionieren zu sanktionieren.
  • Linda  Marbach aus Basel
    13.08.2014
    Die logischsten und auch in den USA bevorzugten Alternativen bei einem Katastrophen- oder Kriegsfall werden nicht genannt. Nämlich einfache Funkgeräte wie in den 60er Jahre. Strahlenfrei verpackt, sind sie ein Garant fürs Überleben. Die heutigen elektonischen Kommunikationsnetzwerke werden nie sicher sein und sind leicht auszuschalten oder zu stören. Da helfen auch Milliarden nicht.
  • Divico  Tigurin aus Neuchâtel-Hua-Hin
    13.08.2014
    Der subjektive Eindruck eines Flickwerks und dessen Proklamation aus der Armeeabschafferecke ist wohl am gefährlichsten und teuersten für ein solches Projekt.

    Sind die Steinewerfer schon wieder am stänkern....
    Und dann wird wieder davon geschwafelt, dass die Wählerstärkste Partei nicht Lösungsorientiert agiert und schon gar nicht ihre Exponenten.
    Die liebste Waffe der linken Ecke ist halt noch immer das feige Torpedo...es agiert im Untergrund und verfehlt selten das Ziel.