Gedränge an der Grenze Migranten und Schmuggler machen dem Zoll zu schaffen

  • Publiziert: 07.02.2012
Asylbewerber kommen mit Gepäck in der Empfangsstelle Basel an (Symbolbild) play Asylbewerber kommen mit Gepäck in der Empfangsstelle Basel an (Symbolbild) (sda)

Schweizer Grenzwächter sind mit einer steigenden Zahl Asylsuchender konfrontiert. Aber auch der Lebensmittel-Schmuggel hält die Zollbehörden auf Trab.

Die Zahl der Asylsuchenden hat sich letztes Jahr gegenüber 2010 mehr als verdoppelt. Als Grund ortet die Eidgenössische Zollverwaltung die Volksaufstände im nord­afrikanischen Raum. 3000 Personen (+135%) hat sie den Empfangszentren des Bundes übergeben.

Ebenfalls erhöht hat sich die Zahl der «Fälle von rechtswidrigem Aufenthalt». Während die Schweizer Grenzwächter 2010 gut 4000 solcher Fälle festgestellt hatten, waren es im vergangenen Jahr 5614. Über 2000 Migranten (-19%) wurden zudem direkt an der Grenze – hauptsächlich zu Italien – an die ausländischen Behörden zurückgewisen.

Erste Einsätze an EU-Aussengrenze

Grenzwächter haben im Übrigen erstmals an Einsätzen der EU-Grenzschutzagentur «Frontex» teilgenommen.

Bei 24 Einsätzen wurden 803 Diensttage in zehn Ländern geleistet. Schweizer Grenzwächter waren dabei vor allem als Dokumenten-, Fahrzeug- und Debriefing-Spezialisten gefragt.

Finanziell beteiligte sich die Schweiz 2011 mit 4,5 Millionen Franken an «Frontex».

Wegen des starken Frankens hält auch der Einkaufstourismus den Schweizer Zoll auf Trab: 2011 wurden mit knapp 40 Millionen Franken im Reiseverkehr 39 Prozent mehr Zölle eingenommen als 2010.

970 Tonnen Lebensmittel geschmuggelt

Dass nicht alles korrekt deklariert wird, zeigt folgende Zahl: Im vergangenen Jahr wurden 19758 Schmuggler (+ 36 %) erwischt.

Mehr ins Gewicht als Zollbeschiss beim Einkaufstourismus fallen gewerbsmässige Schmuggeleien. 5800 (+7,4%) solcher Fälle über 200 Kilogramm Waren wurden abgeschlossen. Diese Schmuggler hätten damit 13 Millionen Franken Abgaben hinterzogen, wären sie nicht geschnappt worden. Lebensmittelschmuggel wird dabei auf 970 Tonnen (+17,4%) beziffert. (sda/per)

Kommentare (5)

  • Fabian  Keplin , Bösingen
    ich gehe auch lieber im ausland einkaufen als in der teuren schweiz
    • 07.02.2012
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  • Marco  Goetz , Bern
    Welche eh zu 90 Wirtschaftsflüchtlinge sind. Das wäre schön leider sind es noch mehr !!!
    • 07.02.2012
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  • roger  waibel
    macht endlich die grenzen dicht.
    • 07.02.2012
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  • ernst  müller
    Saudumme Schweiz! Danke SP
    • 07.02.2012
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  • Daniel  Meierhofer , Aarau
    Um diesem Missstand Einhalt zu gebieten gibt es nur Eines: Grenzen dicht machen und massive Personenkontrollen einführen. Lieber bezahlen wir den Lohn für mehr Grenzwächter, wie für die Asylsuchenden, welche eh zu 90 Wirtschaftsflüchtlinge sind.
    • 07.02.2012
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