Tessiner Schwarzgeld-Sumpf Merz: «Italien drohte mit Armee»

  • Publiziert: 26.11.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Henry Habegger

BERN – «Am liebsten würde ich die Armee schicken», sagte Italiens Finanzminister Tremonti zu Bundespräsident Merz.

Diversen Schweizer Politkern erzählte Bundespräsident Hans-Rudolf Merz (FDP, 67) kürzlich Details aus dem Treffen, das er Anfang Oktober mit dem italienischen Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti in Istanbul abhielt.Thema der Zusammenkunft war der Steuerstreit mit Italien und die Steueramnestie, mit der das südliche Nachbarland unversteuerte Gelder ins eigene Land zurückzuholen versucht.Steinbrücks Kavallerie war harmlosLaut Merz’ Schilderungen habe er dem Italiener zu Beginn des Treffens sachlich die Position der Schweiz auseinandergesetzt. Danach habe der Minister aus Rom zu einer wüsten Tirade angesetzt.Die Schweiz und insbesondere die Tessiner seien sowieso allesamt Mafiosi, tobte Tremonti gemäss Schilderungen des Bundespräsidenten Merz.Die Beschimpfung des Berlusconi-Intimus gipfelte laut Merz in der Aussage: «Am liebsten würde ich die Armee schicken.»Tremonti träumt vom Einmarsch im Tessin. Da erweist sich der mittlerweile abgewählte deutsche Finanzminister Peer Steinbrück im Nachhinein geradezu als netter Nachbar. Er drohte der Schweiz im Steuerstreit vergleichsweise harmlos mit der Kavallerie.Tremonti: «Die Schweizer sind sowieso alle Mafiosi»Er wisse, wovon er spreche, wenn er die Steuerflucht via Schweiz kritisiere, soll Tremonti laut Merz auch noch gesagt haben: Denn er sei selbst lange Steuerberater gewesen.Damit gab Tremonti also unverfroren zu, dass er mit seinem Treuhandbüro selbst an Steuerflucht verdiente. Auch soll er via Briefkastenfirmen in Panamá und Luxemburg selbst Steuern hinterzogen haben (im BLICK).Der Schwarzgeld-Minister aus dem Mafia-Staat beschimpft die Schweiz. Wie pflegte doch schon Obelix zu sagen: «Die spinnen, die Römer.»