Minarett-Initiative Mehrheit lehnt Verbot ab

  • Publiziert: 08.10.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – 51,3 Prozent der Bevölkerung lehnen die Minarett-Initiative gemäss einer Umfrage ab. Gute News für die Initianten gibts wenigstens aus Zürich.

Wenn CVP, FDP und SP in den nächsten Wochen ihre Aufgabe nicht wahrnehmen und ihre Anhänger nicht überzeugen können, werde das Abstimmungsergebnis sehr knapp ausfallen, sagte Matthias Kappeler, Leiter der Umfrage.

Verteilt auf die Parteien sieht es so aus: Bei den Wählern der SVP sprachen sich 52,3 Prozent für die Initiative aus. Dieser Anteil, so Kappeler, werde nach der klaren Parolenfassung der Partei vom vergangenen Samstag jedoch noch massiv zunehmen. Kleinere Befürworter-Anteile wurden bei den Wählern von CVP (36,5 Prozent), FDP (27,9 Prozent) und SP (21,7 Prozent) festgestellt. Dies ergab eine im Auftrag des «Tages-Anzeigers» durchgeführte Umfrage zur Abstimmung über die Initiative gegen den Bau von Minaretten am 29. November.

Alles in allem lehnen 51,3 Prozent der Bevölkerung lehnen die Initiative ab, 34,9 Prozent sind dafür und 13,8 Prozent sind noch unentschlossen. Das heisst:
Das Potenzial für ein knappes Resultat sei durchaus vorhanden, so Kappeler. Auf der einen Seite sei die Initiative sehr einfach formuliert und auf der anderen Seite sei eine latente Angst vorhanden, dass die Schweiz mit der Zunahme der hier lebenden Muslime bald kein christliches Land mehr sei.

Die Befragten römisch-katholischer Religion lehnen die Initiative allerdings mit 52,6 zu 31,0 Prozent ab. Ein ähnliches Bild ergab sich bei den Reformierten, wo sich 51,7 Prozent der Befragten dagegen aussprachen und 35,1 Prozent dafür.

Nach Geschlecht betrachtet sind die befragten Frauen mit 39,3 Prozent deutlicher dafür, als die Männer mit 31,5 Prozent. 57 Prozent der Männer und 44,3 Prozent der Frauen lehnen die Initiative ab. (SDA/snx)

Stadt Zürich erlaubt Aushang

ZÜRICH – Die umstrittenen Plakate zur Anti-Minarett- Initiative werden in der Stadt Zürich nicht verboten. Der Stadtrat verurteilt aber Inhalt und Aussage des Plakates. Den Aushang auf öffentlichem Grund lasse er «im Rahmen der Meinungsäusserungsfreiheit zu», wie er heute mitteilte. (SDA)