Mehrheit der Bauern für die Energiewende Atomausstieg spaltet SVP

Die Bauern in der Volkspartei sind mehrheitlich für die Energiewende – auch weil sie finanziell davon profitieren. Es ist fraglich, ob die SVP eine Volksabstimmung erzwingt, bei der sie gegen ihre wichtigste Klientel ankämpfen müsste.

Atomausstieg Schweiz scheidet SVP: Mehrheit der Bauern wollen Ausstieg play
SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal gibt dies unumwunden zu. «Wir Bauern können von der Energiewende finanziell profitieren», so der Berner.  MARTIN RUETSCHI

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Das Parlament hatte letzte Woche entschieden, dass die Schweiz keine neuen AKW baut und erneuerbare Energien fördert. Die SVP spielt mit dem Gedanken, das Referendum gegen diese Energiewende zu ergreifen. Doch die Volkspartei tut sich schwer mit dem Entscheid.

Weil einerseits Wirtschaftsverbände wie Economiesuisse und Gewerbeverband abwinken. SVP-Strategen befürchten, dass ein Kampf gegen den Atomausstieg nur mit Hilfe der Wirtschaft zu gewinnen ist. Alleine droht ein Waterloo – und das will die Blocher-Partei nach den Schlappen bei der Durchsetzungs-Initiative und dem Asylgesetz verhindern.

Ebenso entscheidend dürfte aber ein internes Problem sein. Die Bauern in der SVP sind mehrheitlich für die Energiewende. Fünf der zehn SVP-Bauern stimmten letzten Freitag im Nationalrat entgegen der Parteimeinung mit Ja: Markus Hausammann (TG), Erich von Siebenthal (BE), Pierre-André Page (FR), Jean-Pierre Grin (VD) und Alice Glauser (VD). Zwei weitere enthielten sich der Stimme – und nur drei SVP-Bauern folgten der Parteidoktrin.

In der Sünneli-Partei gibt es sogar Landwirte, die sich für die weitaus drastischere Atomausstiegs-Initiative der Grünen starkmachen. So weibelte gestern der Neuenburger SVP-Grossratspräsident Xavier Challandes an vorderster Front für ein Ja am 27. November.

Der bäuerliche Support für die Energiewende kommt nicht von ungefähr, schliesslich spült sie Landwirten Geld ins Portemonnaie. Durch die Aufstockung der Kostendeckenden Einspeisevergütung ist es für sie lukrativ, erneuerbare Energien zu produzieren – etwa mit Solaranlagen auf dem Hofdach.

SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal gibt dies unumwunden zu. «Wir Bauern können von der Energiewende finanziell profitieren», so der Berner. Hauptgrund für seinen Atomausstiegs-Support sei allerdings das Problem der Nuklearabfälle, das ungelöst sei. Generell sei die Energiewende «volkswirtschaftlich sinnvoll».

Will die SVP tatsächlich eine Volksabstimmung erzwingen, bei der sie gegen ihre wich­tigste Klientel – die Bauern – ankämpfen müsste? «Das beeinflusst unsere Entscheidung nicht», sagt Präsident Albert Rösti.

Einige Bauern könnten zwar kurzfristig wegen Solarsubventionen profitieren. «Wir müssen unseren Bauern aber aufzeigen, dass sie längerfristig stärker zur Kasse gebeten werden, als sie kurzfristig profitieren.»

Publiziert am 06.10.2016 | Aktualisiert am 03.11.2016
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34 Kommentare
  • Hans-Peter  Brechbühl 06.10.2016
    Was viele nicht wissen und was verschwiegen wird dass
    die Schweiz schon seit Jahren Atomstrom aus dem
    Ausland bezieht. Wir, vor allem die grünen wollen in der
    Schweiz auf Atomkraftwerke verzichten aber Atomstrom
    vom Ausland beziehen.
  • Eugen  Inauen 06.10.2016
    600000 bis 800000 Tausend Soldaten mussten in
    Chernobyl helfen nach der Katastrophe. In der
    BRD in "Gorleben" wird seit 1969 Atommuell
    in Faesser gelagert, es hat geheissen es
    sei ein sicherer Ort. Jedoch schon nach
    10 Jahren hatten die den ersten
    Wassereinbruch. Heute muss
    taeglich Wasser abgepumpt
    werden, ca 12000 Liter, es
    lagern dort 4x mehr die
    Menge als gesagt wird,
    bis jetzt kostete diese
    End-Lagerung 4 Billionen Euro.


  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    06.10.2016
    Der Ausstieg wäre kein Problem wenn man die Verschwendung drosseln würde!! Wer braucht bitte ein um 4 Uhr Nachts beleuchtetes Tante Emma-Lädeli? Kein Standby mehr! Besseres Beleuchtungsmanagement und keine überflüssigen Dekoleuchten mehr wenn es eh keiner sieht weil alle schlafen! Effizientere Strassenbeleuchtung, in einigen Ländern hat man in Projekten mit neuartigen Strassenlaternen und effizienten Leuchtmitteln (LED) die Lichtverschmutzung eindämmen können und somit jede Menge Geld gespart!!!
  • Herbert  Huber aus Münchwilen TG
    06.10.2016
    Man will keine AKWs, keine Windparks, keine Staumauern, keine Solarzellen an Felswänden ! Woher soll dann der Strom kommen für all die E-Autos, E-Bikes und was sonst noch alles Strom braucht ?????????
    • Marco  Orsini aus Buchs
      06.10.2016
      Genau und die Tatsache ist das mit einem AKW einfacher ist hohen Strombedarf abzudecken, obwohl die Japaner zb. einen Atomunfall hinter sich haben können und wollen sie vom Atomstrom nicht davonkommen. Bei uns kämme noch der Stromverbrauch der E-Autos und E-Bikes selbstverständlich dazu.
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    06.10.2016
    Letztes Jahr wie auch dieses waren mind. 1 Reaktor den ganzen Sommer nicht am Netzt und der Strom reichte aus, das wurde bestätigt!! Wenn wir weiterhin an dieser veralteten und gefährlichen Technik festhalten, verpassen wir den Zeitpunkt der Umstellung, wir haben immer mehr Risiko und Abfall, während die Atomlobby sich eine goldene Nase verdient!!! Es stehen viele Projekte an, tausende Gesuche sind hängig, wenn man dort vorwärts machen würde, könnte man bereits 1 AKW abstellen!!!
    • Walter  Zweifel 06.10.2016
      Bisschen weiterdenken als über den eigenen Gartenzaun. Ein Ausfall im Sommer ist nicht so schlimm, aber woher kommt der Strom im Winter? Wohl aus den nicht vorhandenen Speichern??? oder aus Stauseen die das Wasser jetzt für den Ausfall brauchen????
    • Matthias  Gratwohl 06.10.2016
      Beznau I ist seit bereits 18 Monaten vom Netz, also über den letzten Winter hinweg. Es geht also.