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Will mehr Frauen in Top-Positionen: Regierungsrätin Marianne Dürst aus Glarus.
Die FDP-Frauen fordern von der Parteispitze eine Quote. Doch die will das Thema aussitzen. Deshalb legt die liberale Glarner Regierungsrätin Marianne Dürst nach: Sie verlangt Quoten auch für Verwaltungsräte.
Bewährungsprobe für die neue FDP-Führung unter Präsident Philipp Müller (60): Letzte Woche forderten die Frauen des Freisinns im SonntagsBlick eine Debatte über die Einführung von Frauenquoten in Schweizer Unternehmen.
Der Vorstoss sorgte für grossen Wirbel in der Partei. «Es gab neben positiven auch viele harsche Reaktionen. Einige wollten sich mit diesem Thema schon gar nicht erst befassen», sagt FDP-Frauen-Generalsekretärin Claudine Esseiva (33).
Zu den Ausblendern gehört auch der Parteichef. Er äussere sich nicht zu dieser Frage, teilte Müller mit. Gleichzeitig liess der Aargauer Nationalrat durchblicken, dass er mit der Forderung sehr wenig anfangen kann. Morgen Montag jedoch wird er sich – zumindest parteiintern – positionieren müssen. Das Thema ist an einer Sitzung der FDP-Frauen mit der Parteiführung traktandiert.
Die wollen nicht lockerlassen. Und erhalten prominente Verstärkung. Marianne Dürst (51), Glarner FDP-Regierungsrätin: «Die FDP-Frauen fordern seit Jahren gemischte Teams in den strategischen Organen. Wir haben uns stets so geäussert, dass – wenn sich nichts ändert – Quoten leider nötig sind.» Nun sei man an diesem Punkt angelangt.
Die frühere Präsidentin der FDP-Frauen geht sogar weiter als ihre Kolleginnen. Die verlangen vorerst nur gesetzliche Frauenkontingente in der öffentlichen Verwaltung. Dazu Dürst: «Ich würde einen Schritt weiter gehen und Quoten in den Verwaltungsräten fordern.» Auch ein Mann, der Solothurner FDP-Regierungsrat Christian Wanner (62), erhöht jetzt den Druck auf Müller, sich der Quotendiskussion offen zu stellen: «Ich unterstütze diese mutigen Frauen voll und ganz!» Es gehe nicht an, dass man Mitglieder angreife, die noch etwas für die Partei zu leisten bereit seien.
Schützinnenhilfe kommt nun von CVP und GLP. CVP-Frauen-Präsidentin Babette Sigg Frank unterstützt wie GLP-Nationalrätin Kathrin Bertschy die FDP-Frauen. «Endlich wird auch im bürgerlichen Lager über Quoten diskutiert», so Sigg Frank. Die Reaktionen zeigten, dass dies offensichtlich ein Reizthema sei. «Jetzt muss etwas gehen, und zwar in Politik und Wirtschaft. Lippenbekenntnisse waren gestern. Heute sind Taten gefragt.»
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