Leuthard einigt sich mit Deutschen Mehr Fluglärm für die Schweiz

Die langen Verhandlungen kommen endlich zu einem Ende: Die Schweiz und Deutschland haben sich im Fluglärmstreit auf einen Kompromiss geeinigt.

  • Publiziert: 02.07.2012, Aktualisiert: 03.07.2012
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Endlich konnte sich die Schweiz mit Deutschland beim Fluglärmstreit einigen.

(Keystone )
play Leuthard zum Fluglärm-Deal: «Deutschland erhält mehr Ruhezeiten» (Keystone)

Die Schweiz und Deutschland haben sich im Fluglärmstreit auf einen Kompromiss geeinigt. Die Anflüge werden am Abend drei Stunden früher als heute über Schweizer Gebiet geführt. Im Gegenzug verzichtet Deutschland auf die Festlegung einer zahlenmässigen Begrenzung für Anflüge auf den Flughafen Zürich über deutsches Gebiet und lässt werktags bereits eine halbe Stunde früher Anflüge über Süddeutschland zu. Dies teilte das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Montagnachmittag mit.

«Der Weg zur Umsetzung und zum Vollzug steht uns jedoch noch bevor», erklärte Bundesrätin Doris Leuthard an der Pressekonferenz heute Abend. 105'000 Anflüge finden heute über den Süddeutschen Raum nach Zürich-Kloten statt.

«Wir sind mittel zufrieden», sagte Leuthard. «Wir haben einiges erreicht, aber natürlich nicht das Optimum.» Es handle sich um einen fairen Vertrag, beide Seiten seien an die Grenzen ihrer Kompromissbereitschaft gegangen.

Mehr Ruhezeiten für Süddeutschland

«Das neue Konzept sieht vor, dass Montag bis Freitag ab 6.30 Uhr und bis 18 Uhr die Flüge im Nordanflug stattfinden dürfen. An Wochenenden dürfen die Flüge von 9 bis 18 Uhr stattfinden. Dadurch erhält Deutschland mehr Ruhezeiten», erklärte Leuthard weiter.

In der übrigen Zeit müssen die Flüge über Schweizer Territorium stattfinden. Zwei Drittel der Anflüge werden laut Leuthard auch künftig über deutsches Gebiet erfolgen. Ein Drittel fliegt über die Schweiz an.

Für die Schweiz bedeutet dies, dass sie mehr Fluglärm über eigenem Gebiet hinnehmen muss. Wie die Lasten in der Schweiz verteilt werden sollen, ist noch offen. Bis 2020 werden es laut Leuthard rund 20'000 Anflüge sein, die umgelagert werden.

Als mögliche Option in der Vereinbarung enthalten ist der umstrittene gekröpfte Nordanflug. Dabei fliegen die Flugzeuge beim Anflug nach Zürich entlang des Rheins auf Schweizer Gebiet, bevor sie in die Anflugschneise eindrehen.

Die Umstellung auf das neue Flug-Regime soll bis spätestens 2020 erfolgen.

Einigung wird in Staatsvertrag festgehalten

Die neuen Regelungen werden in einem Staatvertrag festgeschrieben. Dieser muss durch die Verkehrsminister der beiden Länder unterzeichnet werden. Damit der Vertrag in Kraft treten kann, müssen ihn die eidgenössischen Räte und der deutsche Bundestag ratifizieren.

(SDA)

Beliebteste Kommentare

  • Stephan  Holthusen , Köln
    Wenn am züricher Flughafen nur deutsche Fluglinien fliegen, nur deutsche dort arbeiten und nur Fluggäste aus Deutschland unterwegs sind, warum habt ihr dann überhaupt einen Flughafen ? Macht ihn doch dicht. Thema erledigt. Aber dann könnte man ja nicht mehr jammern ...
  • hans  richard
    Immer wieder dasselbe Theater : Sobald es um ein Deutschen-Thema geht, setzt bei diversen Zeitgenossen der Verstand aus und das Gegeifere geht los; dieses Phänomen müsste einmal massenpsychologisch untersucht werden !

Alle Kommentare (151)

  • Werner  Stauffacher , Marthalen , via Facebook
    Endlich ist das Thema wiedr mal heiss...
    Mich ärgert schon lange, dass die Medien monatlich, vierteljährlich Daten der Swiss veröffentlichen, als sei die Swiss immer noch nationale Fluggesellschaft.
    Diese wären Helvetic-Air, Edelweiss und noch ein paar kleinere effektiv. Somit haben die meisen An-Abflüge die Lufthansa und deren Tochter Swiss zu verbuchen.
    Das heisst, die welche am Meisten schreien D sind die Hauptverursacher des Fluglärms. Die An- Abflüge über schweizer Gebiet am Morgen und Abends könnten gemildert werden, in dem man diese Flüge der deutschen Gesellschaften auf die Nordanflüge über deutschem Gebiet verschiebt.Dies wäre dann wohl im Sinne des Verursacherprinzips.
    Und noch was - und von dem spricht Niemand - Deutschland verbrennt eine Unmenge Abfall zu Spotpreisen in der Stadt Zürich - Anlieferung per LKW und Bahn - diese Imissionen tragen auch wir!
    • 04.07.2012
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  • Heinz  Koilinger
    An alle, die glauben, hier mit Halbwissen stänkern zu müssen. Ihr habt doch hoffentlich mitbekommen, dass immer noch zwei Drittel der Anflüge über Süddeutschland erfolgen werden. Warum also schreibt Ihr so einen Quark??
    • 04.07.2012
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  • Sacha  Lier
    Als Schweizer, der direkt am Flughafen in Bangkok lebt ca. 45 mio. Passagiere pro Jahr, von welchem auf 2 Pisten 24 Stunden am Tag an und abgeflogen wird, schaeme ich mich fuer das primitive Getue gewisser Leute hier im Forum und in der Politik. Hier fliegen noch viele alte Kisten rum, die wesentlich lauter sind als in Europa, und stoeren tut es mich nicht. Jeder will volle Mobilitaet, Arbeit und Entwicklung. Aber den soooo gewaltigen Laerm, sofern man das so bezeichnen kann, will keiner. Ein echtes Armutszeugnis gewisser ewiger Hinterwaeldler............
    • 04.07.2012
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  • Daniel  Arrigoni , via Facebook
    Ich weiss nicht wieviele Süddeutschen in der Schweiz arbeiten, vorallem in der Region Zürich, Aargau gibt es zig zig Pendler, Profitieren vom Starken Franken und den Guten Jobs, von den Schweizern die an der Grenze einkaufen gehen, und und und... aber wens ums Profitieren geht, will man keine abstriche machen, da ist der Deutsche schon immer so gewesen.
    • Peter  Schulz
      Sorry, aber wenn die Schweizer profitieren können von den Deutschen, tun sie es doch auch, oder? Oder wollen Sie mir erzählen, dass die Schweizer aus reiner Nächstenliebe in D einkaufen, damit D mehr Einnahmen hat? So und wer profitiert jetzt mehr vom anderen? Für die Schweiz ist D Handelspartner Nummer 1, aber für D ist die Schweiz an elfter Stelle. Nochmals auch wenn ich mich wiederhole: Wer profitiert jetzt mehr von wem?
      • 04.07.2012
      • als Kommentar auf Daniel  Arrigoni
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  • hans  richard
    Immer wieder dasselbe Theater : Sobald es um ein Deutschen-Thema geht, setzt bei diversen Zeitgenossen der Verstand aus und das Gegeifere geht los; dieses Phänomen müsste einmal massenpsychologisch untersucht werden !
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