Mazedonien machte Grenze dicht Führt die neue Flüchtlings-Route über die Schweiz?

  • Gestern machte Mazedonien die Grenze für zehn Stunden dicht.
  • Der Weg über den Balkan wird für Flüchtlinge immer riskanter.
  • Ausweichrouten führen auch über die Schweiz.
  play
Am Dienstag konnten Flüchtlinge noch ins mazedonische Tabanovce (Bild) reisen, am Mittwoch riegelten die Behörden die Grenze zu Griechenland ab. AP

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 «Pfefferscharfe» Ausschaffungsinitiative tritt in Kraft Wann fliegt wer...
2 Erste Frau als Staatssekretärin Pascale Baeriswyl wird Burkhalters...
3 Koranverteilung kann nicht verboten werden Lies! mich weiter

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
106 shares
90 Kommentare
Fehler
Melden

Domino auf dem Balkan: Vor einer Woche legte Österreich eine Obergrenze für Asylsuchende fest. Seither schwappt eine Verschärfungswelle über den Balkan. Mittwoch-Mittag kam sie in Mazedonien an, einem wichtigen Transitstaat auf der Balkanroute. Grenze dicht, hiess es für Hunderte Flüchtlinge, die von Griechenland aus nach Westeuropa reisen wollten. 

Um Mitternacht wurde die Grenzschliessung zwar wieder aufgehoben. Dennoch drängt sich die Frage auf: Welche Wege suchen sich die Flüchtlinge, wenn die Balkanroute, über die 2015 Hunderttausende nach Europa gelangten, längere Zeit ausfällt?

Dies sind die wahrscheinlichsten Szenarien:

  • Verschiebung nach Osten: Die naheliegendste Ausweichroute verläuft von Griechenland aus über Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Diese Route bietet mehrere Vorteile: Sie ist auf dem Landweg zu bewältigen – und damit günstig und relativ ungefährlich. Die Umgehung des ungarischen Grenzzauns ist einfach. Zudem liegen die Zielstaaten vieler Flüchtlinge – Deutschland und die skandinavischen Staaten – auf der natürlichen Verlängerung dieser Route.

  • Variante über den Westbalkan: Je nachdem, wo die Balkanroute dereinst staut, ist auch eine Verschiebung nach Westen denkbar. Statt über Österreich und Bayern könnten die Flüchtlinge von Slowenien aus via Italien nach Westeuropa gelangen. Von diesem Szenario wäre wohl auch die Schweiz betroffen: Flüchtlinge mit Ziel Deutschland oder Skandinavien könnten versucht sein, von Norditalien aus durch die Schweiz zu reisen.

  • Die Adriaroute: Anders als bei den obigen Achsen müssen Flüchtlinge hier eine teure und gefährliche Überfahrt von Albanien nach Italien auf sich nehmen. Solange es einfachere Wege nach Westeuropa gibt, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Bewegungen auf dieser Route stark anwachsen. Trotzdem geht in Italien und im Tessin die Angst vor Zehntausenden Flüchtlingen auf der Adriaroute um.

Eine Veränderung der Migrationswege bedeutet indes nicht automatisch eine Zunahme der Asylgesuche in den neuen Transitstaaten. Bisher haben sich die Flüchtlinge mehrheitlich zielstrebig in ihr Wunschland bewegt. Viele Faktoren bestimmen, wo Flüchtlinge Asyl beantragen, zu den wichtigsten zählt die Exilgemeinschaft. So kommen viele Flüchtlinge aus Eritrea in die Schweiz, weil sich bereits viele Bürger aus der ostafrikanischen Diktatur hier befinden. Syrer hingegen steuern oft Deutschland und skandinavische Staaten an, weil es dort bereits eine Community gibt.

Publiziert am 28.01.2016 | Aktualisiert am 15.02.2016
teilen
teilen
106 shares
90 Kommentare
Fehler
Melden

90 Kommentare
  • Kurt  Oberle , via Facebook 29.01.2016
    Das Flüchtlingselend findet vor unseren Grenzen statt. Soll man diese Leute erfrieren oder verhungern lassen. Handeln, nicht Schuldzuweisungen sind angesagt. Sommaruga und Merkel haben dies erkannt. Trotz teilweise vernichtender Kritik machen sie das im moment einzig richtige: helfen, ich sags nochmal, helfen.
    • Kunz  Rene 01.02.2016
      @Kurt Oberle: Meine oberste und einzige Priorität ist den Tausenden von sehr bedürftigen und zunehmend armen Schweizerinnen und Schweizern zu helfen und sie unterstützen. Keine Hilfe oder Geld von mir für, in der Mehrheit jungen Männer, 90 Prozent Wirtschaft Flüchtlinge" und sozialen Nutzen Opportunisten zu helfen. Personen mit einem Gemüt wie ihres, wie auch einiger unserer Politiker im Bundeshaus könnten ein zukünftiges Elend in der Schweiz erstellen.


  • Gion  Ragaz 29.01.2016
    Schaut man sich die Insassen der Flüchtlingsboot an, dann ist eines augenfällig: jung, fit, männlich. Ich wäre dafür, mal die Grenze für diese Kategorie dich zu machen und nur noch Frauen reinzulassen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.
    • Kistler  Fredi aus Wollerau
      29.01.2016
      @Gion Ragaz.....wieso wollen Sie Frauen hereinlassen, hören Sie sich doch mal diese Frauen an wenn diese sprechen, aber mit den Ohren und dem Verstand, nicht mit dem Bauch. Es liegt in der Natur der Sache, Ursache und Wirkung, die Naturgesetze werden das Gleichgewicht auf ihre Art wieder herstellen, dafür bin ich dankbar!
  • werner   zuercher aus Pfaffnau
    29.01.2016
    wir schaffen das! resp. unsere politiker ausserhalb der svp schaffen es werte und errungenschaften der schweiz immer mehr nach unten auf eu ramsch zu drücken! dazu muss man nur genug dieser sogenannten dringend benötigte fachkräfte in das land lassen!
    • Alexander  Romero aus Zürich
      30.01.2016
      Was den für Werte und Errungenschaften habt ihr welche ach vor der bösen EU zu verteidigen wären? Das Rosinenpicken, eures Land und Seele für Geld verkaufen? Den Reichsten nach schleimern und den Ärmsten treten? Diese Werte wären dann zu verteidigen? Oh you made my day!
  • Paul  Leu aus Meiringen
    29.01.2016
    Wer braucht noch mehr Versprechen, die sowieso nicht eingehalten werden????
  • Fritzpeter  Friedli , via Facebook 29.01.2016
    Die Überbevölkerung der Erde mit bereits 7,5 Milliarden Menschen gerät total aus den Fugen. Die Migrationsströme werden nicht mehr versiegen. Die globale Kommunikations-Industrie hat jetzt jedem und jeder im hintersten Winkel wohnenden Menschen ermöglicht wenn er die Kohle hat die Reise in Richtung Europa anzutreten. Traurig die Schleppermafia weltweit organisiert und verdient Milliarden. Ich behaupte, dass auch noch Regierungen dahinter stecken und die Sahne oben abnehmen. Wir schaffen das?????