Zersauste Winterspiele Maurers Olympia-Pläne im Gegenwind

Die Olympie-Milliarde stösst bei den Parteien auf Kritik. Es seien zu viele Fragen offen, kritisiert die FDP Ueli Maurers Pläne, während die SVP die Anhörung ganz boykottiert.

  • Publiziert: 29.10.2012
play Kritisiert: Ueli Maurer löst mit seiner Olympia-Vorlage wenig Begeisterung aus. (Keystone)

Woher nimmt die öffentliche Hand eine Milliarde Franken für die anvisierten Bündner Winterspiele in 10 Jahren? «2022 wird sich zeigen, in welchem Bereich der Bund etwas weniger ausgeben wird», sagte Sportminister Ueli Maurer dazu gestern in der «Sonntagszeitung».

Dies sei «etwas salopp formuliert», kritisiert nun CVP-Fraktionschef Urs Schwaller. Trotzdem: Seine Partei unterstützt die Olympia-Kandidatur grundsätzlich. Es bestehe innerhalb der CVP auch kein Ost-West-Gefälle, versichert er. «Das wäre völlig falsch, wir hatten in der Westschweiz schliesslich die Expo und die Euro.»

Also: Olympia ja, «aber nicht zulasten der Bildung oder der Infrastruktur». Dies sei möglich, meint Schwaller. Der Bund könne die Kosten zum Beispiel mit Eigenleistungen senken.

Harte Kritik von der FDP

Andere Parteien äussern sich noch skeptischer: Zwar habe man Sympathie für Olympia, schreibt die FDP auf Anfrage. Es seien aber zu viele Fragen offen. Unklar bleibe, ob der Nutzen den Mitteleinsatz samt Verzicht auf andere Ausgaben rechtfertige. Die Grundlagen seien lückenhaft und der Entscheidungsprozess ein «Affront».

Anfang September hatte der Bundesrat für die Olympiakandidatur 2022 der Bündner Orte St. Moritz und Davos grünes Licht gegeben. Er beauftragte das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit der Ausarbeitung einer Botschaft, über die das eidgenössische Parlament im nächsten Sommer entscheiden soll.

Wegen des Zeitdrucks hatte der Bundesrat beschlossen, die Vernehmlassung «konferenziell» durchzuführen und auf ein schriftliches Verfahren zu verzichten. Damit verkürzte sich die Frist auf 10 Tage.

SVP sagt weder Ja noch Nein

Aus diesem Grund hat die SVP das Verfahren ganz boykottiert. Man sei noch nicht bereit, sich zu einer Vorlage «dieser Tragweite» zu äussern, schreibt die Partei. Diese Stellungnahme ist laut der SVP aber nicht als Ablehnung der Vorlage zu verstehen.

Auf grundsätzliche Ablehnung stösst die Vorlage dafür bei den Grünen. Sportliche Grossveranstaltungen in den Alpen führten zwangsläufig zu einer hohen Belastung für Umwelt und Gesellschaft, schreibt die Partei.

Einen Spalt offen lässt die Türe die SP. Um eine hohe Belastung für die Umwelt zu verhindern, «müssten die olympischen Spiele grundsätzlich redimensioniert werden», schreibt sie. Die diesbezügliche Bereitschaft von Seiten des Internationalen Olympischen Komitees sei aufgrund der bisherigen Erfahrungen aber nicht wirklich spürbar.

Die Bündner entscheiden am 3. März

Entscheidend wird aber nicht nur die politische Konstellation auf nationaler Ebene sein. Eine wichtige Hürde muss das Projekt am 3. März 2013 nehmen: Das Bündner Stimmvolk entscheidet, ob es die Olympischen Spiele will. (sda/per)

Beliebteste Kommentare

  • Abbas  Schumacher , Basel , via Facebook
    Diese Spiele brauchen wir nicht! Über 400 Millionen nur für die Sicherheit? Da ist noch nichts gebaut dabei! Überlasst das Anderen, solche die trotz Schulden, immer noch mehr Geld ausgeben wollen!
  • Barbara  Sägesser
    Jede Olympiade hat, so habe ich gehört, den Steuerzahler mehr gekostet als gebracht. Sehe ich mir die Lage der Schweiz an, denke ich wir könnten das Geld sparen/anders einsetzen. Bin mal gespannt, wo denn die Befürworter sprachen wollen Gesundheit? Bildung? Sicherheit?.... Bildung und Gesundheit sind für mich wichtige Punkte. Ansonsten wird das Volk dumm gehalten, damit man weiterwursteln kann und krank gehalten damit die Pharma weiterhin sich eine goldene Nase verdienen kann. Sicherheit ist sicher auch wichtig. Wobei, wenn Bussen als Einnahmen entsprechend ins Budget einberechnet werden, kann man sich fragen ob seitens Polizei nicht ein gewisser Druck Bussenjagd generiert wird. Werden Menschen durch Armut und Gesetzgebung in die Kriminalität gedrängt und steigt die Unzufriedenheit in der Bevölkerung braucht es entsprechend auch mehr Polizisten etc.....

Alle Kommentare (7)

  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Herr BR Maurer passt ins Gremium vom Bundesrat!
    Einen dick Schädel der versucht zu machen was Er will!
    Eine Olympiade in Graubünden braucht es nicht!
    Nicht die Meinung von BR ist gefragt!
    Nein die des Volkes!
    Das will keiner!
    Wenn ja dann soll es der Kanton Graubünden bezahlen.
    Sie wären ja auch zum grossen Teil die Nutzniesser und nicht die blöden Unterländer wie wir des Öfteren erleben genannt zu werden!
    Selbst in Ski Urlaub in Arosa!
    Bundesrat Maurer soll in der AHV
    Frage etwas bewegen!
    Nein und nochmals nein, einen Milliarden Betrag für die unsinnige
    Olympiade!
    • 30.10.2012
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  • Heidi  Engel , Sumiswald , via Facebook
    Nein Nein diese Spiele brauchen wir nicht, ist wieder mal wie immer vom Bundesrat eine Zwängerei!!
    Überall soll gespart werden, aber für ein so Teures Geschäft will man Miliarden aufschiessen, und fürs eigene Volk haben sie kein Geld!!
    Aber der Büezer ist ja Verurteilt dafür um nur noch Zahlungen an Bunderbern zu machen!!
    Jeder Franken wird ihm aus dem Sack gezogen!!!
    • 30.10.2012
    • 7
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    • Rudolph  Stucki , Hudson
      Armes GR und CH wenn ihr euch diesen Olympia Wahnsinn unterjubeln laesst. Wenn Politiker fuer etwas 400 Mio. schaetzen so wird es sicher fast das doppelte kosten wie ueblich. Es waere verantwortungslos den Staat fuer eine 10 taegige Party dermassen zu verschulden. der Buerger wird noch jahrelange bezahlen nachdem die Flamme erloescht und die Verantwortlichen verschwunden sind. Fuer die 1976 Olympic Games in Montreal bezahlten wir noch ueber 30 Jahre obwohl die Politiker mit ihrer Propaganda maschine hoch und heilig versprochen hatten, dass es Null Defizit geben wuerde….


      • 30.10.2012
      • als Kommentar auf Heidi  Engel , Sumiswald
      • 5
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  • Hans >Peter  Läuchli , Vellerat
    Diese Spiele braucht der Schweizer so dringend wie ein Furunkel am Hintern. Nun ist Ueli Maurer auch auf dem Nieveau seiner Kolleginnen und Kollegen gelandet. Schade.
    • 29.10.2012
    • 36
    • 6
  • Morgan  Schwab , via Facebook
    Den Gripen brauchen wir nicht, die Olympiade auch nicht. Also weg damit. Und schon ist Geld gespart. Es kommt gar nicht in Frage, dass bei der Gesundheit oder bei der IV wieder gespart wird wegen so was. Genug ist genug !
  • Abbas  Schumacher , Basel , via Facebook
    Diese Spiele brauchen wir nicht! Über 400 Millionen nur für die Sicherheit? Da ist noch nichts gebaut dabei! Überlasst das Anderen, solche die trotz Schulden, immer noch mehr Geld ausgeben wollen!
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