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Billig, aber ungeeignet für die vorgesehenen Aufgaben: der Gripen. (sda)
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Bundesrat Ueli Maurers Begründung für den Typenentscheid: Der Gripen sei «am besten geeignet». (sda)
Der Gripen sei das für die Schweiz «am besten geeignete Flugzeug», begründete Verteidigungsminister Ueli Maurer den Typenentscheid im November. Im Bezug auf den Preis oder die politische Akzeptanz mag dies stimmen. Fliegerisch aber schneidet das schwedische Kampfflugzeug ungenügend ab.
Dies bestätigen die Auszüge des Evaluationsberichts, welche «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» veröffentlicht haben. Bemerkenswert ist vor allem das schlechte Abschneiden des Kampfjets bei den luftpolizeilichen Aufgaben, für welche er in erster Linie vorgesehen ist.
Bei den 2008 durchgeführten Tests schnitt der Gripen lediglich mit der Note 4,2 ab. Die Minimalanforderungen sind erst bei einer 6 auf der Skala 1-9 erfüllt. Die Rafale erreichte bei der Luftpolizei die Note 6,71, der Eurofighter 6,2.
Verbesserungen ändern wenig
Auch in der zweiten Phase der Tests, in welcher die bis 2015 erwarteten Verbesserungen berücksichtigt sind, erreicht der Gripen nur eine 5,33. Gemäss dem Bericht ist es «wahrscheinlich», dass das Flugzeug «nicht in der Lage sein wird, mit Erfolg Luftpolizeiaufgaben» wahrzunehmen.
In anderen Bereichen schneidet der Gripen ebenfalls ungenügend ab. In der Luftraumverteidigung etwa erreicht selbst die aufgewertete Version nur die Note 5,68, weit hinter der Rafale und dem Eurofighter, welche die Minimalanforderungen übertreffen. Das gleiche Bild liefern die Tests für Angriffs- oder Aufklärungsaufgaben.
Die Auszüge aus dem Evaluationsbericht bestätigen auch das schlecht gehütete Geheimnis, dass sich die Luftwaffe den französischen Rafale als Ersatz für den Tiger gewünscht hätte. «Die Rafale wird als neues Kampfflugzeug für die Schweizer Luftwaffe empfohlen», heisst es in dem von Luftwaffenkommandant Markus Gygax unterzeichneten Bericht.
Das Flugzeug sei am besten geeignet, die gestellten Anforderungen zu erfüllen. «Die Rafale hat das Potenzial, in den nächsten 40 Jahren wirksam und zweckmässig eingesetzt zu werden.» Als nächst beste Alternative wird der Eurofighter bezeichnet.
Der Gripen dagegen kann gemäss Bericht auch in der verbesserten Variante nicht mit den beiden anderen Kandidaten mithalten. Er erfülle die Minimalanforderungen für den Einsatz nicht.
Einziger Vorteil ist der Preis
Dafür ist er mit 3,1 Milliarden Franken für 22 Jets vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Gygax hatte vor kurzem auch bestätigt, dass Gripen-Hersteller Saab den Zuschlag erhalten habe, weil dessen Flugzeug in Betrieb und Unterhalt günstiger als die Konkurrenz sei.
Die Evaluation der Kandidaten für den Tiger-Ersatz hat der bundeseigene Rüstungsbetrieb armasuisse zusammen mit der Luftwaffe durchgeführt. Das Parlament hatte dafür einen Kredit von 8 Millionen Franken gesprochen. (SDA)
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