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40,3 Millionen Franken sahnte Novartis-Boss Daniel Vasella im letzten Jahr ab: Damit ist er der Vorkämpfer unter den «Boni-Rittern», wie die Gewerkschaften die wenig bescheidenen Manager betiteln. Eine solche Abzockerei könnte bald der Vergangenheit angehören, wenn es nach den Jungsozialisten geht. Ihr Ansatz: Niemand soll in einem Monat mehr verdienen als der kleine Mitarbeiter in einem ganzen Jahr.
Deshalb lancieren die Jusos heute ihre radikale Initiative «1:12. Gemeinsam für gerechte Löhne». Sie haben bis zum 6. April 2011 Zeit, um die nötigen 100000 Unterschriften zu sammeln. «Bei der Novartis beträgt das Verhältnis von kleinstem und grösstem Lohn 720:1. Wir sehen ein, dass eine Person sechs-, sieben-, ja zwölfmal mehr Verantwortung tragen kann als der Mitarbeiter am anderen Ende der Lohnskala. Doch nicht 700mal mehr!», argumentiert Juso-Chef und SP-Vize Cédric Wermuth im Gespräch mit Blick.ch.
Immer noch mehr Lohn als ein Bundesrat
Die magische Grenze von einer Million Franken könnte selbst der Topmanager eines Betriebes mit relativ hohen Löhnen für alle Mitarbeiter nicht mehr durchbrechen: Liegt der tiefste Monatslohn in einem Unternehmen bei 4000 Franken, dürfte der Boss künftig nur noch 480000 Franken pro Jahr einstreichen – und das inklusive aller Boni (siehe Initiativtext unten). Für Daniel Vasella gäbe es noch maximal 670000 Franken, ausser er hebt die tiefsten Saläre bei der Novartis massiv an.
Das wäre aber immer noch viel mehr, als Bundesrat Merz in seinem Präsidialjahr auf sein Lohnkonto überwiesen bekommt: 445000 Franken. «Kann ein Wirtschaftskapitän wirklich in Anspruch nehmen, dass er schwierigere Entscheidungen zu treffen hat als die Regierung?», fragt Wermuth.
Rechnet er sich bei einer allfälligen Volksabstimmung in frühestens zwei Jahren reelle Chancen aus? «Wir werden als David gegen Goliath kämpfen, die ganze Grossindustrie und die bürgerlichen Parteien gegen uns haben. Ich bin dennoch überzeugt, dass wir an der Urne gewinnen können, unser Anliegen ist sehr populär», erklärt der Aargauer.
Brabeck droht mit Wegzug
Den Wirtschafsbossen zittern offenbar bereits die Knie, wie der «Tages-Anzeiger» heute berichtet. Nestlé-Boss Peter Brabeck droht unverhohlen mit Wegzug seiner Firma: Bei einem Erfolg der Initiative «müssen wir uns ganz klar die Frage stellen, ob die Schweiz weiterhin der richtige Standort für uns ist.»
Cédric Wermuth hält wenig vom Argument, dass die Schweiz an Wettbewerbsfähigkeit einbüssen würde, wenn die Unternehmen keine Manager-Topshots mit Millionengehältern mehr anlocken könnten. «Auf der ganzen Welt werden die Löhne derzeit radikal gekürzt, auch dank den Beschlüssen der OECD und dem Wirken Barack Obamas», so der Juso-Chef.
Keine Unterstützung von Thomas Minder
Es geht Wermuth und seinen Jusos mit ihrer Initiative generell um den Kampf gegen den Casino-Kapitalismus: «Der brutale Wettbewerb und die Finanzkrise haben ja gezeigt, welche Leute von den überhöhten Löhnen angezogen wurden und wohin sie die Weltwirtschaft geführt haben. Solche Manager brauchen wir nicht», bemerkt er spitz.
Von Thomas Minder, dem Initiant der Abzocker-Initiative, bekommen die Nachwuchs-Sozis jedoch keine Schützenhilfe. Die Aktionäre müssten entscheiden, wieviel das Management einer Firma erhalte, nicht der Staat, findet er. «Im Gegensatz zu Minder sind wir der Meinung, dass die Verteilung des Reichtums eine politische Frage ist. Dementsprechend soll auch das Stimmvolk festlegen, wo der maximale Lohn liegen soll», entgegnet Wermuth.
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Gegen Kirchensteuern: Cédric Wermuth, Juso-Chef und Vizepräsident der SP Schweiz. (Keystone)