Italiens Ex-Premier Berlusconi kam dank Macht und Geld um manche Verurteilung herum. Macht Blocher es ihm nach?
Silvio Berlusconi (75), Ex-Ministerpräsident Italiens. Der Milliardär ist seit Jahrzehnten in Strafverfahren verwickelt. In der Schweiz zogen seine Anwälte jedes einzelne der zahllosen italienischen Rechtshilfegesuche ans Bundesgericht. Um zu verhindern, dass Staatsanwälte in den Besitz von belastenden Bankunterlagen gelangen. Auch wenn Berlusconi immer wieder verlor und hohe Gerichtskosten zahlen musste – ein Ziel war erreicht: Die Verfahren waren verzögert, nicht selten verjährten sie.
SVP-Milliardär Christoph Blocher (71) spielt in der Affäre um die gestohlenen Bankdaten von Ex-Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand auf der gleichen Klaviatur.
Berlusconi schusterte sich eigens Gesetze, die ihm Immunität verschafften. Blocher setzt auf die Immunitätskommission des Nationalrats unter Heinz Brand (SVP). Gestern kam sie auf Aufforderung Blochers nochmals zusammen (BLICK berichtete). Aber der Plan, dem alt Bundesrat doch noch irgendwie Immunität zu verschaffen, scheiterte mit 4 zu 5 Stimmen. Neben den drei SVP-Vertretern stand nur Christian Lüscher (FDP) hinter dem alt Bundesrat.
Aber Zeit hat Blocher gewonnen: Die Zürcher Justiz ist blockiert, solange sie nicht formell Bescheid aus Bern zur Immunitätsaufhebung hat. Wann er diesen Bescheid nach Zürich schickt, konnte Brand gestern noch nicht sagen.
Christoph Blocher und Silvio Berlusconi haben dank Macht und Geld bessere Chancen als Normalsterbliche, straflos auszugehen. Das sei auch richtig so, machte Berlusconi 2003 bei einem Prozess klar: «Es ist richtig, dass alle vor dem Gesetz gleich sind, aber ich bin gleicher, weil mich die Mehrheit des Volks gewählt hat.»
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