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«Ich habe nie den Kopf hängen lassen oder meine Hände in den Schoss gelegt»: Ricardo Lumengo gibt sich in seinem neuen Auftritt auf Youtube kämpferisch – und kündigt an, im Herbst zu den Nationalratswahlen anzutreten.
Nach seiner erstinstanzlichen Verurteilung wegen Wahlfälschung ist der gebürtige Angolaner aus der SP ausgetreten ist. Der Berner SP-Präsident Roland Näf macht deshalb gegenüber Blick.ch klar: Eine Zusammenarbeit der Sozialdemokraten mit dem Ex-Genossen werde es im Herbst nicht geben.
So muss Lumengo eine eigene Liste bilden, ohne Listenverbindung mit der SP. Sein Unterfangen ist so gut wie aussichtslos, wie Politologe Georg Lutz erklärt: «Lumengos Wahlchancen tendieren gegen null.»
Um einen der 27 Berner Nationalratssitze zu gewinnen, bräuchte der Parteilose mindestens 3,7 Prozent der Wählerstimmen, rechnet Lutz vor. Damit müsste er als Einzelkämpfer – oder allenfalls mit wenig bekannten Gleichgesinnten – auf Augenhöhe mit einer etablierten Kleinpartei wie der EVP kommen.
Nur eine Person, die wahnsinnig mobilisiere, könnte das theoretisch schaffen, sagt Lutz. «Und Lumengo hat durch den Umgang mit seiner Verurteilung so viele Sympathien verscherzt, dass ich nicht wüsste, wie ihm das gelingen sollte.» Bei den Wahlen 2007 schaffte kein einziger Parteiloser den Einzug in den Nationalrat.
Auch SP-Chef Näf glaubt nicht, dass Lumengo angesichts dieser Ausgangslage seinen Platz im Nationalrat behalten kann. Explizit kritisieren mag er die Kandidatur nicht. «Ich kann nur hoffen, dass er gut beraten ist», sagt Näf.
Das glaubt Politologe Lutz eher nicht. «Ich kann seine Motivation schlicht nicht verstehen.» Die Entschädigung von gut 80000 Franken jährlich (als Fraktionsloser) ist es gemäss Lumengo nicht, die ihn antreibt: «Das ist lächerlich. Ich könnte als Jurist mehr verdienen», erklärte er im November.
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Ricardo Lumengo wagt sich an ein praktisch aussichtsloses Unterfangen. (sda)