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Ist das der Todesstoss für Christian Lüschers Ambitionen auf einen Bundesratssitz? In der «NZZ» erschien gestern ein grosses Inserat des Genfer Finanzplatzes, das den Parlamentariern die Wahl des rechten FDPlers ans Herz legt.
Lüscher sei derjenige Kandidat, der sich am stärksten für die Banken einsetzen würde, steht im Inserat. Und das in einer Zeit, in der es für einen Politiker nicht unbedingt vorteilhaft ist, zu stark mit den Banken verbandelt zu sein.
Christoph Mörgeli, der Lüscher ebenfalls für den besten Kandidaten hält, findet das Inserat eine sympathische Geste der Genfer Bankiers, wie er gegenüber Blick.ch erklärte. Eine Schmälerung der Wahlchancen Lüschers mag der Zürcher SVP-Nationalrat darin nicht erkennen. Auch Lüscher selber wiegelt ab: «Ich weiss nicht, ob mir das schadet oder nützt», sagt er nichtssagend.
CVP-Nationalrätin Kathy Riklin hingegen freut sich über das Inserat – weil es ein klassisches Eigentor für Lüscher sei und damit die Wahlchancen des CVP-Kandidaten Urs Schwaller erhöhe. «Dieser Börsentipp aus Genf kommt sicher einigen Leuten im Parlament in den falschen Hals», meint sie.
Auch Riklins Parteikollegin Barbara Schmid-Federer glaubt nicht, dass wegen dem Inserat irgendein Parlamentarier auf Lüscher umschwenken werde – ganz im Gegenteil. Sie vermutet, dass das Inserat mit Zustimmung von Lüscher veröffentlicht worden sei. «Solche Wahlwerbung verstösst eigentlich gegen die Gepflogenheiten und macht Lüscher für mich nicht unbedingt sympathischer», erklärt sie.
FDP-Nationalrat Ruedi Noser versteht die Aufregung nicht: «Ist doch schön, dass da jemand gemerkt hat, dass Lüscher ein Mann der Wirtschaft ist. Es ist gut, wenn der Finanzplatz Genf Farbe bekennt». Weil zudem die Meinungen pro oder contra Lüscher gemacht seien, laufe dieser keine Gefahr, wegen dem Inserat an Terrain zu verlieren, betont der Zürcher.
Derselben Meinung ist SP-Nationalrätin Ada Marra. Dass Lüscher vor allem die Interessen der Wirtschaft vertritt, sei sowieso klar gewesen, sagt die Waadtländerin. Ebenso klar ist, dass er sich damit bei den Genossen keine Freunde macht – und aus den rotgrünen Reihen keine Stimmen erhalten wird.
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Leisteten die Banken dem Bundesratskandidaten Christian Lüscher einen Bärendienst? (Keystone)