Schweizer sagen Nein zu 6 Wochen Ferien Lieber arbeiten statt Ferien machen

  • Publiziert: 03.02.2012

ZÜRICH - Sechs Wochen Ferien für alle? Nein, danke. Nur gerade 39 Prozent der Schweizer wollen mehr Freizeit. Dafür wollen die Stimmbürger den Zweitwohnungsbau eindämmen.

Die meisten Arbeitnehmer haben in der Schweiz nur vier Wochen bezahlte Ferien. Die Gewerkschaft Travail Suisse möchte dies ändern und die Schweuizer sechs Wochen im Jahr in den Urlaub schicken.

Tönt gut, kommt aber nicht gut an. Denn nur gerade 39 Prozent wollen der Vorlage zustimmen. Dies zeigt die Umfrage von gfs.bern im Auftrag der SRG. 55 Prozent lehnen die Ferien-Initiative ab. Überwiegende Zustimmung findet das Volksbegehren nur links der Mitte.

Zweitwohnungsbau bremsen

Besser kommt Franz Webers Volksinitiative gegen den Zweitwohnungsbau an. Wäre letzte Woche abgestimmt worden, hatten 61 Prozent der Befragten dem Volksbegehren «Schluss mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen» zugestimmt, 27 Prozent waren dagegen.

Der grösste Teil der Befragten ist der Meinung, dass Zweitwohnungen die Immobilienpreise in die Höhe treiben, die einheimische Bevölkerung verdrängen und die Landschaft zersiedeln.

Keine klaren Mehrheiten bei Bauspar-Initiative

Bei der Bauspar-Initiative und bei der Neuregelung der Geldspiele ist die Meinungsbildung noch nicht weit fortgeschritten. Dies ist laut gfs.bern unter anderem an der hohen Zahl von Unentschlossenen abzulesen.

Bei der Bauspar-Initiative konnten sich 23 Prozent nicht festlegen. Insgesamt 54 Prozent äusserten sich positiv zur Initiative, 22 Prozent sind dagegen.

Bei der Neuregelung der Geldspiele zugunsten gemeinnütziger Zwecke lag der Anteil der Unentschlossenen bei 24 Prozent. Insgesamt wollen 55 Prozent zustimmen, 21 Prozent lehnten die Vorlage ab.

Knapper Entscheid zum Buchpreis

Zur Wiedereinführung der Buchpreisbindung sind die Meinungen geteilt: 48 Prozent sind dafür, 39 Prozent dagegen, und 13 Prozent sind noch unentschlossen. In der Deutschschweiz liegen Befürworter und Gegner derzeit fast gleichauf.

Vorlagen vom 11. März stossen auf wenig Interesse

Gross ist das Interesse an den Abstimmungen vom 11. März nicht: Nur 39 Prozent der 1208 befragten Stimmberechtigten gaben an, daran teilnehmen zu wollen.

Die repräsentative Umfrage im Auftrag der SRG SSR idée suisse wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 23. und 28. Januar in allen Landesteilen durchgeführt. (SDA)

Kommentare (14)

  • Rudolph  Stucki , Hudson
    Schluss mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen» ….
    Meistens warden Zweitwohnungen nur von wohlhabenden Menschen fuer kurze Zeitbewohnt. Die Gemeinden wo diese Wohnungen sind, muessen jedoch
    die Infrastrukturen unterhalten und nur wenigen profitieren von den “Sommergaesten”
    die momentan niedrigsten Hypothear zinssaetze und ein Steuersystem das Schulden machen ermutigt sind eine giftige Mischung siehe USA
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Hirsch  Harry
    Da, bedingt durch den technischen Fortschritt, immer mehr Arbeit von einer einzelnen Person erledigt werden kann, wäre eine Reduzierung der Arbeitszeit eigentlich die einzig logische Konsequenz. Aber nein, lieber nur vier Wochen Ferien und dafür mehr Arbeitslose. Dann kann man ja wieder so toll über die Sozialhilfebezüger schimpfen, gell?
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Maja  Naef
    ich kanns nicht glauben. Gerade Familien könnten doch davon profitieren. Das Parlament hat sich erst kürzlich eine Lohnerhöhung zu gesprochen, da hörte ich auch nichts von - das kostet Arbeitspätze etc. Solche Lohnerhöhungen gehören so wie so vor das Volk - wer zahlt befiehlt.
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Mailyn  Pelagio-Kerzenmacher , Frauenfeld
    Nur 6 Wochen...Wenn man keine Steuern, Krankenkasse etc. zahlen muss, weil man Schwarzarbeit macht, liegen viel mehr als nur 6 Wochen Ferien im Jahr drin.
    Und das Gute daran ist, dass die Schwarzarbeit höher bezahlt wird als "normale" Arbeit.
    Noch besser allerdings ist, dass seitens der Behörden gegen Schwarzarbeit nichts getan werden kann, wenn sie aus Notwehr verrichtet wird und zum Überleben der Familie dient und die soziale Unabhängigkeit des Betroffenen vollumfänglich gewährleistet.
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Mosimann  Beat
    An all die Komiker, Lehrer oder Beamter, die 6 Wo Ferien fordern: Schaffen Sie nur eine einzige Stelle in diesem Land mit Wertschöpfung nicht noch mehr Sozialarbeiter oder so ... und sie werden erkennen, wie schwer es ist, überhaupt einen einzigen Arbeitsplatz in diesem Land zu halten. Die Lohnnebenkosten sind mittlerweile so gross, dass ich jeden Unternehmer verstehe, der im Ausland produzieren lässt ... n.B. ich habe zwei Mitarbeiter und das Überleben ist ein täglicher Kampf
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
Seite 1 2 3 »
Seitenanfang

Top 3

1 Gemeinsames Sorgerecht Sommaruga gibt wütenden Vätern nachbullet
2 Heisses Spiel von Didier Burkhalter Treibt uns Computer-Krieg in die Nato?bullet
3 Unerwünscher Alt Bundesrat Gruyère-Vereinigung wirft Deiss rausbullet

Politik