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FDP-Präsident Fulvio Pelli zeigte sich zufrieden mit der Wahl seines Kandidaten Didier Burkhalter: «Wir wissen, dass er ein sehr guter Bundesrat sein wird, er wird auch für eine bessere Zusammenarbeit mit dem Parlament sorgen.» Das betonte auch Burkhalter selber: Nach den Spannungen der letzten Jahre sei es wichtig, dass es sowohl im Parlament wie auch im Bundesrat wieder mehr Teamspirit gebe.
Burkhalter gönnt sich nun ein Gläschen Neuenburger Wein – aber allzu euphorisch mag er nicht auftreten. Er wisse genau, welche schwierigen Aufgaben in der Regierung auf ihn warteten, so der 49-Jährige.
Die Taktik der FDP sei bestens aufgegangen, sagte Pelli: «Das Spiel lief von Anfang so, wie wir es vorgesehen hatten. Die Fraktion hat gut gearbeitet, und Schritt für Schritt gemacht in Richtung Burkhalter, für den Kandidaten, der die reellsten Wahlchancen hatte», so der FDP-Präsident. Auch die Absprachen mit der SVP, die rechtzeitig von Lüscher auf Burkhalter umschwenkte, hätten funktioniert.
Gelassen gab sich Verlierer Urs Schwaller. Er habe gekämpft, aber es habe halt wegen dem «Päckchen» der FDP mit der SVP nicht gereicht. «Mit 109 Stimmen kann ich aber mit erhobenem Haupt durchs Bundeshaus gehen.» Eine weitere Bundesrats-Kandidatur zu einem späteren Zeitpunkt schloss er erneut aus. «Ich wünsche Didier Burkhalter alles Gute, er wird viel zu tun haben als Couchepins Nachfolger.»
CVP-Präsident Christophe Darbellay meinte, die CVP habe alles richtig gemacht. «Wir setzten mit Schwaller auf Erfahrung und Kompetenz. Doch wegen der etwas ungenügenden Unterstützung der Linken haben wir es nicht geschafft, das Päckli FDP-SVP zu schlagen.»
SP-Präsident Christian Levrat, dessen Partei mehrheitlich für Urs Schwaller stimmte, wehrte sich dagegen, zu den Verlierern des Tages gezählt zu werden. «Es war eine Ausmarchung in der Mitte. Wir hatten bis anhin eine rechtsbürgerliche Regierung und das hätte sich mit keinem der Kandidaten geändert», betonte Levrat.
Der Chef-Genosse fordert von Burkhalter, dass er sich rasch einarbeite. «Es macht mir Sorgen, dass er überhaupt kein Gesundheitspolitiker ist. Die Methode Couchepin der kleinen Schritte ist gescheitert, jetzt braucht es grosse Würfe. Ich hoffe, Burkhalter wird den Mut dazu haben.»
Levrat liebäugelt gar mit einem Wechsel von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey ins Innendepartement, das die SP zuletzt mit Ruth Dreyfuss besetzt hatte. Im Moment gehe die Diskussion aber in die Richtung, dass Burkhalter Couchepins Departement übernehmen werde.
SVP-Präsident Toni Brunner bezeichnet seine Partei nach der Wahl als Retterin der Konkordanz. Die CVP mit ihrem Angriff und die SP-Mehrheit mit ihrer Unterstützung für Urs Schwaller hätten die Konkordanz mit Füssen getreten. Das müssten sich diese beiden Parteien für künftige Wahlen in den Bundesrat merken, warnte Brunner gegenüber Schweizer Radio DRS.
Die SVP hätte den Genfer Liberalen Christian Lüscher im Bundesrat bevorzugt. Entscheidend sei der Rückzug von Lüscher gewesen. Es sei aber absehbar gewesen, dass die FDP voll auf Burkhalter gehalten habe, sagte Brunner. (hhs)