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Initiativ: Doris Leuthard plant Preiskontrollen für Grossverteiler. (Karl-Heinz Hug)
Die Drohgebärde zeigte bereits Wirkung: Letzte Woche kündigten Grüne und SVP an, gegen die Einführung des Cassis-de-Dijon-Prinzips und die damit verbundene Erleichterung von EU-Importen das Referendum zu ergreifen. Nun will Doris Leuthard (46) ihnen gleich zu Beginn der Unterschriftensammlung den Wind aus den Segeln nehmen.
Die Bundesrätin verspricht im SonntagsBlick-Interview (Seite 20), Migros und Coop auf die Finger zu schauen und dafür zu sorgen, dass beide Grossverteiler die Einsparungen auch wirklich an die Konsumenten weitergeben. Insgesamt sollen durch die Neuerung zwei Milliarden Franken eingespart werden.
«Wir planen, Kontrollen einzuführen», kündigt Leuthard an. Denn hier stehe die Glaubwürdigkeit des Bundes auf dem Spiel. Deshalb hält die Volkswirtschaftsministerin regelmässige Evaluationsberichte für notwendig: «So würde rasch klar, ob die Preisvorteile weitergegeben werden.» Erstellen könnten diese Berichte der Bund selbst oder die Konsumentenorganisationen, im Auftrag des Bundes.
Leuthards Initiative kommt nicht von ungefähr: Bei Migros und Coop ist von der anfänglichen Euphorie für das Cassis-de-Dijon-Prinzip nicht viel übrig. Coop-Sprecherin Denise Stadler: «Bevor wir über Preisvorteile sprechen können, müssen wir das Cassis-de-Dijon-Prinzip erst mal haben. Und dann müsste auch noch klar sein, wie die Verordnungen und der Vollzug aussehen.» Preissenkungen liessen sich nicht von heute auf morgen realisieren. Leuthard weiss: Mit dieser Haltung der Grossverteiler wird der Referendums-Kampf nicht einfach.
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