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Als Wirtschaftsministerin befasst sich Doris Leuthard mit wichtigen Dossiers wie Konjunktur oder Jugendarbeitslosigkeit. Doch manchmal stehen auch Themen auf ihrer Agenda, für die sie sich nicht erwärmen mag – zum Beispiel Pferdezucht.
Der Zürcher SVP-Nationalrat Ernst Schibli stellte Leuthard in der Fragestunde des Nationalrates gestern die weltbewegende Frage, wieso die Pferdeverbände für ihre Leistungsprüfungen 20 Franken pro Tier kassierten und wieviel das den Bund pro Jahr koste.
Die Bundespräsidentin machte sich tapfer dran, die von ihren Beamten ausgearbeitete Antwort vorzulesen. Die Passagen zu den inneren Werten der Tiere wie Ausgeglichenheit und emotionale Belastbarkeit brachte sie noch einigermassen unfallfrei hin. Doch als sie zu den so genannten Gymkhana-Prüfungen kam, musste sie laut losprusten – auch weil sich im Parlament allgemeine Heiterkeit breit machte.
«Das ist wirklich absurd», meinte Leuthard – und kanzelte Fragesteller Schibli ab: «Sie sehen, welche Bedeutung ich dieser Frage im Moment beimesse.» Immerhin lerne sie jede Woche wieder etwas Neues.
Die Antwort auf Schiblis Frage brachte die Bundesrätin dann doch noch zustande: Die Prüfungen kosten pro Jahr 9000 Franken. Dann machte sie sich nochmals über den Vertreter der Sparer-Partei SVP lustig: «Fragen Sie mich jetzt nicht, was die Beantwortung Ihres Vorstosses gekostet hat!» (hhs)