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Elisabeth Kopp im «Club» zu Moritz Leuenbergers Rücktritt. (SF)
Röbi Koller moderierte zum Thema Leuenberger gestern Abend eine TV-Runde, die sich schnell hitzig redete. Medienunternehmer Roger Schawinski: «Er interessierte sich nur noch für seine Reden.» SP-Urgestein Helmut Hubacher: «Ich sass im Nationalrat jahrelang neben ihm, er hatte diese Ironie schon immer.» «Weltwoche»-Redaktor Markus Somm: «Er war eine beleidigte Leberwurst.»
Elisabeth Kopp hörte lange zu, dann endlich gab ihr Röbi Koller einen Steilpass: Welche Erinnerungen haben Sie an Herrn Leuenberger, Frau Kopp?
Zur Erinnerung: Leuenberger leitete als Nationalrat 1989 die PUK im Fall Kopp. Die erste Bundesrätin der Schweiz musste wegen eines Skandals mit ihrem Mann frühzeitig zurücktreten.
Kopp: «Leuenberger hat als PUK-Präsident nichts gefunden, was meine Amtsführung betrifft. Da hat er begonnen, meine privaten Telefone anzuzapfen. Sogar das Telefon meiner Tochter.» Der Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg habe ihr später recht gegeben, dass das nicht geht. Kopp verbittert: «Aber kein Medium wollte darüber schreiben.»
Auch über 20 Jahre später noch mit viel Groll wiederholte Kopp: «Er hat illegal meine Telefone abgehört. Das war ein Eingriff in mein Privatleben!»
Leuenberger, so Kopp weiter, habe danach eine Show abgezogen mit der angeblichen Fichen-Affäre. Obwohl da gar nichts neues rausgekommen sei.
Hubacher verteidigte Parteifreund Leuenberger: «Es war höchste Zeit, diese Dunkelkammer im Justizdepartement auszuleuchten.» Und an ihrem Karriereende sei ihre Partei, die FDP, schuld gewesen, betonte Hubacher. «Die hat Sie fallen gelassen, Frau Kopp, nicht Leuenberger.»
Kopp und Leuenberger. Als ihre Amtszeit als erste Bundesrätin abrupt früh endete, begann sein steiler Aufstieg – bis zum Bundesrat. (roc)
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Leuenberger untersuchte damals den Fall Kopp. (Reuters)