Kritik an europäischer Eritrea-Politik Neue Zweifel an Asyl für Eritreer

Diplomaten aus Frankreich, Italien, Deutschland und Grossbritannien geisseln die zu grosszügige Asylpolitik ihrer Länder in Bezug auf Eritrea. Schweizer Politiker fühlen sich bestätigt.

Migrants from Eritrea are seen onboard a rescue boat of the Spanish NGO Proactiva, off the Libyan coast in Mediterranean Se play
Migranten aus Eritrea auf einem Boot der spanischen NGO Proactiva vor der libyschen Küsten im August letzten Jahres. REUTERS/Giorgos Moutafis Giorgos Moutafis

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Albisgüetli-Tagung der SVP in Zürich Harmloser Blocher, Juso-Protestzug...
2 Schweizer Wahl-Beobachter nach Vereidigung «Da schaue ich lieber...
3 Bei Einbürgerungen Die Ablehnungsquote liegt unter 5 Prozent

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
53 Kommentare
Fehler
Melden

Die europäischen Staaten, auch die Schweiz, stützen ihre Asylpraxis gegenüber Eritreern auf einen Bericht der Uno ab. Darin ist von Sklaverei, willkürlichen Inhaftierungen, Folter, Vergewaltigungen und Mord die Rede. Basis sind unter anderem Schilderungen von geflohenen Eritreern.

Nun kritisieren in Eritrea stationierte Diplomaten den Bericht. In einem neunseitigen Papier zuhanden der EU, über das die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» letzte Woche berichtet hat und aus dem der «Tages-Anzeiger» zitiert, weisen die Botschafter aus Frankreich, Italien, Grossbritannien, Deutschland und der EU auf Unzulänglichkeiten des Berichts hin – und kritisieren die grosszügige Aufnahmepraxis der europäischen Staaten.

«Totale Kontrolle ist nicht plausibel»

Eritrea sei zwar ein repressiver Staat mit fehlendem Rechtssystem. Aber: «Die im Uno-Bericht geschilderte totale Kontrolle ist nicht plausibel», zitiert der «Tages-Anzeiger». Die Diplomaten zweifeln vorab an der Integrität der Uno-Zeugen: Diese hätten ein Interesse an einer drastischen Darstellung der Lage in Eritrea, um ihr Asyl zu rechtfertigen.

Die Botschafter raten den europäischen Staaten daher, der Uno-Empfehlung nicht zu folgen, wonach ­Eritreern «pauschal» Asyl zu gewähren sei. Das verstärke die Sogwirkung.

Schweiz auf dem richtigen Weg

Richtig sei der Weg, den die Schweiz im letzten Sommer eingeschlagen habe: Eritreer, die noch nie zum Nationaldienst aufgeboten, entlassen oder davon befreit wurden, werden vom Staatssekretariat für Migration (SEM) nicht mehr als Flüchtlinge anerkannt. Gegen diese Entscheide sind aber mehrere Gerichtsverfahren hängig.

Bürgerliche Politiker nehmen die erneute Kritik am Uno-Bericht aber zum Anlass, ein Migrationsabkommen mit dem ostafrikanischen Land zu fordern. Die Schweiz müsse Eritrea zu einem Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit machen – mit dem Ziel, möglichst viele Eritreer wieder in ihre Heimat zurückzuschaffen, sagt beispielsweise FDP-Ständerat Philipp Müller. (sf)

Publiziert am 11.01.2017 | Aktualisiert am 17.01.2017
teilen
teilen
0 shares
53 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

53 Kommentare
  • Brigitte   Miller 12.01.2017
    Wer überzeugt ist, dass Eritreer zu Recht Asyl bekommen sollen, der ist wohl auch der Mainung, jeder müsse aufzunehmen sein, der nicht in Verhältnissen wie die unseren sind, also schlicht alle. Dass es darüber hinaus nicht gut ist für junge Leute , "herumzuhängen", was einige hier als das Paradies beschreiben, ist Fakt. Jeder braucht eine Aufgabe, aber wie machen? Das Problem verschärft sich, wenn nicht nedlich Vernunft einkehrt.
  • Rolf  Hess 12.01.2017
    Fragen Sie einfach Frau Sommaruga. Die sagt Ihnen, was Sache ist und mit den Worten. "Wir müssen", "Wir müssen", Wir Müssen" schlägt sie jede Kritik aus dem Wind.
  • Robert  Metzger aus Kaiseraugst
    11.01.2017
    Bei uns in der Nähe vom Coop sind fast alles Afrikaner vor allem Eritreer in einer Anlage die unbewacht ist unter, 2 mal die Woche schaut ein Betreuer kurz bei denen vorbei. Im Denner und in der Migros werden Frauen angepöbelt und belästigt, Verkäuferinnen werden extrem frech angegangen, nachts streichen einige um die Häuser, die Polizei war auch schon da, leider kommen sie wenn es dringlich ist nicht gerne bis gar nicht. Diese Leute treten teilweise in Gruppen auf, soviel zum Thema Flüchtlinge.
    • Johann  Villiger aus Hünenberg
      14.01.2017
      Die UNO nimmt es mit der Wahrheit gar nicht genau! Und Fr. Sommaru sagt "WIR müssen" meint aber sich selber nicht. Wie auch, sie ist ja nicht Diskussionsfähig und nicht Beziehungsfähig. Ergo kann sie sich nicht meinen.
  • Hans-Peter  Brechbühl 11.01.2017
    Neue Zweifel an der Asylpolitik für Eritreer ins berechtigt.
    Es sind eben nicht nur die Scheinflüchtlinge die den
    Wohlstand bei uns geniessen, es sind auch die vielen
    Sozialhelfer und Helferinnen dehnen es auch finanziell
    sehr gut geht. Niemand von den Sozialhelfern ist dafür
    dass diesen Personen das Asylverfahren beendet wird
    und dann abgeschoben werden nach Afrika von dort wo
    sie herkommen.
  • Roman  Bachmair aus Naters
    11.01.2017
    So lange wir keine fähigen Politiker mehr in Bern haben, müssen wir auch kein Besserung im Asylsystem erwarten. Man muss halt nicht die SP und ähnlich angehauchte in diese Ämter wählen und dann das Gefühl haben, dass sie da umgehend mit Ausschaffungen beginnen.

    Es muss halt noch mehr bürgerlich gewählt werden, damit in naher Zukunft wieder eine rigorose Asyl-Politik praktiziert wird. Dass diese Eritreer immer noch hier sind, grenzt nur noch an Arroganz der Politik dem Volk gegenüber.