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Imame sollen künftig an Schweizer Hochschulen ausgebildet werden – darüber sind sich die muslimische Gemeinde in der Schweiz, Behörden und Hochschulen mehrheitlich einig. Das ist das zentrale Ergebnis der Nationalfonds-Studie «Imam-Ausbildung und islamische Religionspädagogik in der Schweiz?». Diese wurde heute in Bern vorgestellt.
Auch die Rückmeldungen von Seiten der meisten Schweizer Parteien geben der Idee Auftrieb. FDP, CVP und Grüne hätten vorwiegend positiv auf die Vorschläge geantwortet, erklärten die Autoren der Studie vor den Medien in Bern. Die SP habe keine Antwort gegeben. Die SVP habe zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme abgeben wollen.
Was wollen Bundesrat, SVP und SP?
Die SP-Delegierten hatten Ende 2006 in einem Integrationspapier die Idee unterstützt, in der Schweiz tätige Imame an Schweizer Universitäten auszubilden. Die SVP hatte sich 2004, als die Idee erstmals diskutiert wurde, klar gegen eine solche Ausbildung in der Schweiz ausgesprochen.
Auch der Bundesrat war damals gegen einen Imam-Lehrgang in der Schweiz. Ende Mai 2009 erklärte er in Antwort auf ein Postulat von Nationalrat Hugues Hiltpold (FDP/GE), er wolle erst die Nationalfondsstudie abwarten, bevor er die Frage einer Ausbildung islamischer Theologen in der Schweiz studiere. Nun ist offen, welche Schlüsse die Regierung aus der Studie zieht.
Heute Ausbildung im Ausland
Heute werden die Imame der Schweizer Muslime im Ausland ausgebildet, für muslimische Religionslehrer gibt es in der Deutschschweiz einen privaten Kurs. Die muslimische Gemeinde ist mit schätzungsweise über 350000 Mitgliedern oder knapp 5 Prozent der Bevölkerung die zweitgrösste Religionsgemeinschaft der Schweiz. Laut dem historischen Lexikon der Schweiz hatten 2006 rund zwei Drittel der etwa 120 bis 160 Moschee-Vereine einen ständigen Imam.
Die Moslems wünschen sich akademisch ausgebildete Imame, die neben fundierten Islamkenntnissen auch über gute Kenntnisse der lokalen Landessprache, des Rechts und der Politik verfügen. Sie sollen mit der Schweiz vertraut sein. Zudem sollen sie Kontakte mit den anderen Religionsgemeinschaften pflegen. (SDA/hhs)
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Ein Imam predigt in der Petit-Saconnex-Moschee von Genf. Bald sollen seine Kollegen eine Schweizer Ausbildung erhalten. (Keystone)