Kopp giftelt gegen Ziegler wegen Ami-Spitzel-Affäre: Schade, wurde ich nicht abgehört!

Hörten die Amis Gespräche von alt Bundesrätin Elisabeth Kopp ab? Das behauptet Jean Ziegler – nun äussert sich Kopp selbst zum Thema.

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Politik

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Die «Affäre Kopp» ist einer der grössten Polit-Skandale der Schweizer Geschichte. Die erste Bundesrätin der Eidgenossenschaft musste 1988 unter massivem öffentlichen Druck zurücktreten.

Ihrem Ehemann Hans wurde vorgeworfen, Steuern hinterzogen zu haben. In den folgenden Ränkespielen stand ein Telefonanruf vom 27. Oktober der Bundesrätin an ihren Mann im Zentrum.

In diesem soll sie ihn zum Rückzug aus dem Verwaltungsrat einer Firma geraten haben, die gemäss einem Medienbericht in dubiose Geschäfte verwickelt sei. Das wurde den beiden zum Verhängnis.

Jean Ziegler, sociologue, 2015 play
Glaubt, die Amis hätten Kopps abgehört: Jean Ziegler. (C) Lionel Flusin

 Vor eine Woche rolle der Soziologe Jean Zieger die Affäre neu auf. In einem BLICK-Interview behauptete er, das Gespräch sei von den US-Amerikanern abgehört worden. In der Folge habe der damalige Bundespräsident Otto Stich die Dateien erhalten.

Beweise für seine Aussage lieferte der streitbare Soziologe keine. Auch der damalige Präsident der Parlamentarischen Untersuchungskommission, alt Bundesrat Moritz Leuenberger, hat keine Hinweise.  

Nun äussert sich erstmals die alt Bundesrätin zum Thema. «Ich halte die Geschichte für unwahrscheinlich. Jean Ziegler hat eine blühende Fantasie», sagt sie der «Basler Zeitung».

ELISABETH KOPP IN ZUMIKON play
Attestiert Ziegler eine «blühende Phantasie»: Alt Bundesrätin Kopp. Ex-Press

Schon früher habe Ziegler ihren Mann der Geldwäscherei bezichtigt und ihn auf eine Ebene mit einem südamerikanischen Drogenboss gestellt. Ihr Mann habe daraufhin geklagt und Recht bekommen.

An sich sei es aber schade, dass das Gespräch nicht abgehört worden sei. Stich hätte daraus erkennen können, «wie harmlos mein Motiv war», so Kopp.

Publiziert am 30.01.2016 | Aktualisiert am 30.01.2016
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6 Kommentare
  • beat  stocker 31.01.2016
    Frau Kopp ist damals unter dem Jubel der Mehrheit über die beiden folgenden Hindernisse gestolpert: primär über den "Charakter" ihres Ehemannes (Fuedlitaetschgeschichte) und zweitens über die Zuercher Hegemonie innerhalb der damaligen FDP (Zuercher Filz).
  • Susanne  Reich 30.01.2016
    Wenn Frau Kopp tatsächlich abgehört worden wäre, stellt sich die Frage, weshalb? Und dann könnte man sicher sein, dass sie nicht die einzige "Abgehörte" gewesen sein kann. Der ganze Apparat jemanden abzuhören, speziell wenn es "auffliegen" würde, ist erstens wahrscheinlich ziemlich aufwendig und anschliessend ein Polit-Skandal.
  • Marco  Hanhart , via Facebook 30.01.2016
    Die Frau hat viel für unser Land geleistet und war in wesentlichen Punkten eine Vorreiterin. Sie sorgte dafür, dass vor dem Gesetz Frau und Mann gleich sind, sogar in der Asylpolitik war sie schon an dem Punkt wo wir Heute erst wieder sind mit den Empfanszentren usw.
    Frau Kopp wurde schon lange rehabilitiert und für unschuldig erklärt, jetzt wieder mit dieser Story zu kommen ist einfach nur daneben von J. Ziegler.
    Übrigens war sie im 88 Vizepräsi, diese Infos hätte sie also wohl selber erhalten.
  • Domenig  Wilhelm 30.01.2016
    Was damals war ist im Gegensatz von Heute kaum der Rede wert. Frau Kopp ist damals noch eingestanden für das Volk was Heute leider nicht mehr der Fall ist. Die Frauen wo Heute im Bundeshaus den Ton angeben sind Frau Kopp weit unterlegen. Frau Kopp war damals eine echte Perle für das Volk wo man die Heutigen nur noch als Modeschmuck betrachten kann
  • Edith  Hauser , via Facebook 30.01.2016
    Frau Kopp hat nur gemacht, was jeder normale Mensch gemacht hätte.
    Wir kennen ja die heutigen Partner/innen unserer Bundesräte auch nicht. Welche geschäftlichen Beziehungen da im Hintergrund mitspielen. Zudem hätten wir heute einige Probleme weniger, wenn Frau Kopp damals ihr Amt weitergeführt hätte. Frau Kopp war eine wunderbare Bundesrätin!