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Vor lauter Frust über die Festnahme seines Sohnes in Genf wollte der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi bei der Uno die Auflösung der Schweiz beantragen. Die Angelegenheit hatte jedoch keine Chance.
Doch wenn sich die Staatschefs aus aller Welt am 23. September zur Eröffnung der Uno-Vollversammlung treffen, wird Gaddafi laut «NZZ Online» einer der Ersten am Rednerpult sein.
Denn sein Land hat ein Jahr lang den Vorsitz bei der Uno-Vollversammlung. Und der ehemalige libysche Aussenminister Ali Abdessalam Triki hat als Präsident die Aufgabe, im Saal für Ruhe und Ordnung zu sorgen.
Gaddafi kann also auf die Unterstützung eines langjährigen Vertrauten zählen. Wird er diese nutzen, um der Schweiz die Hosen runterzulassen?
Klar ist: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz wird später die Gelegenheit erhalten, vor der Vollversammlung auf allfällige Attacken von Gaddafi zu reagieren. Denn er wird die Schweiz zusammen mit den Bundesräten Micheline Calmy-Rey und Moritz Leuenberger in New York vertreten.
Ob Merz bereits kurz nach Gaddafis Rede zurückschiessen kann, oder ob er noch etwas Bedenkzeit erhält und erst am nächsten Tag vor der Vorversammlung spricht, ist noch unklar.
Alt Bundesrat Adolf Ogi, als ehemaliger Sondergesandter auf dem Uno-Parkett bewandert, sagt zu Blick.ch: «Die Schweiz sollte sich nicht provozieren lassen.» Mit einem Eklat bei der Uno-Vollversammlung rechnet er aber nicht.
«Wenn Gaddafi die Schweiz angreifen würde, würde er sich Sympathien verscherzen», so Ogi. «Und dadurch würde das Präsidium von Libyen bei der Uno-Vollversammlung geschwächt werden.» (noo)
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Wird er dem libyschen Herrscher die Stirn bieten? Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. (Keystone)