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Wer im Zug von Basel nach Bellinzona sitzt, fährt zum Schnäppchenpreis – sofern er ein GA hat. Denn auf langen Strecken verdienen die SBB erst dann richtig Geld, wenn die Passagiere ein teures Einzelbillet kaufen.
Das ist einer der Gründe, weshalb bei Preiserhöhungs-Runden immer zuerst GA-Besitzer dran glauben müssen. Die Gefahr dabei: Nach dem x-ten Aufschlag wird das Abo irgendwann für Gelegenheitsbenutzer unattraktiv, sie steigen lieber ins Auto.
Wie die NZZ heute berichtet, kommt aus der Romandie eine neue Idee, wie das GA attraktiver werden kann – ohne dass der öffentliche Verkehr weniger Einnahmen kassiert.
Der grüne Waadtländer Baudirektor François Marthaler schlägt vor, dass das GA nur noch im Nah- und Regionalverkehr unbeschränkt gültig sein soll. Dafür könnte es massiv billiger werden: 2500 statt 3300 Franken in der 2. Klasse, 3800 statt 5150 Franken in der 1. Klasse.
Immerhin 100-mal dürfte ein GA-Besitzer ohne Zusatzkosten im überregionalen Verkehr fahren, etwa in Intercity- oder Eurocityzügen. Für jede weitere einfache Fahrt würden 18 Franken (2. Klasse), respektive 20 Franken (1. Klasse) fällig. Die Logik dahinter: Die Vielfahrer unter den GA-Besitzern sollen gemäss dem Verursacherprinzip mehr bezahlen als gelegentliche Passagiere.
Vor allem für Pendler, die weit von ihrem Arbeitsort entfernt wohnen, hätte dieser Systemwechsel einschneidende Folgen: Das GA würde sich für sie nicht mehr lohnen.
Wer täglich von Zürich nach Bern fährt, hätte die 100 Freifahrten bald aufgebraucht. Deshalb würde sich künftig ein Streckenabo wieder rechnen – heute ist es für Zürich-Bern teurer als ein GA.
Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) will die Vorschläge von Marthaler zuerst eingehend analysieren, bevor er sich dazu äussert. Auch die SBB «begrüssen jeden konstruktiven Vorschlag zur Preisgestaltung der Generalabonnemente» und prüfen die Idee.
SBB-Sprecher Reto Kormann setzt jedoch ein Fragezeichen hinter die betriebliche Umsetzbarkeit. Wenn in einem Zug von Basel nach Zürich in Olten hunderte Passagiere einsteigen, müssten die Kondukteure bei jedem einzelnen prüfen, ob er die 100 Fahrten schon aufgebracht hat – und allenfalls die 18 oder 20 Franken eintreiben. Ein Riesenaufwand!
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Weit-Pendler sollen künftig stärker zur Kasse gebeten werden. (Philippe Rossier)