Schnellbleiche für Bauern bleibt Kommission stimmt gegen Schneider-Ammann

  • Publiziert: 15.08.2012
play Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann stösst nicht nur auf Begeisterung mit seinen Reformplänen. (Keystone)

Heute informierte die Wirtschaftskommission des Nationalrats über ihre Entscheide zur «Agrarpolitik 2014-2017». Ein wichtiger Vorschlag Schneider-Ammanns wird bachab geschickt.

Als besonders umstritten gilt unter Landwirten die Forderung von Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (FDP), dass nur noch offiziell ausgebildete Bauern Direktzahlungen erhalten sollen. Das wäre für viele Quereinsteiger in den Beruf der Todesstoss.

Das sieht auch die Mehrheit der nationalrätlichen Wirtschaftskommission (WAK) so: Mit 15 zu 8 Stimmen versenkt sie das Vorhaben, erklärte Kommissionspräsident Christophe Darbellay (CVP) heute vor den Medien.

WAK: «Schnellbleiche» soll bleiben

Konkret hätten Berufseinsteiger mindestens ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder ein Eidgenössisches Berufsattest vorweisen müssen, um in den Genuss von Direktzahlungen zu kommen.

Eine «Schnellbleiche», wie Befürworter der geplanten Neuregelung sie nennen, hätte nicht mehr gereicht. Diese kann etwa durch den Besuch von Abendkursen erlangt werden.

Ansonsten aber war sich die Kommission mit Schneider-Ammann weitgehend einig: «Die Bundesratslinie ist der goldene Mittelweg», sagte Darbellay. Er verwies dabei auf etliche Anträge von rechts und links, welche abgelehnt wurden. In der Gesamtabstimmung passierte das Geschäft mit 17 zu 7 Stimmen deutlich.

Ein definitiver Entscheid ist das noch nicht, doch er hat grosse Signalwirkung. Nach der Kommission kommt das Geschäft nun in den Nationalrat, anschliessend muss auch der Ständerat darüber diskutieren.

Schneider-Ammanns Monsterprojekt

Die Reform der Agrarpolitik ist ein Monsterprojekt: FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann will für die vier Jahre knapp 14 Milliarden Franken dafür ausgeben. Die Bauern bekämpfen seine Vorlage und beklagen sich über drohende Einkommensverluste.

Eine der Hauptstreitpunkte ist die Frage nach den Aufgaben der Landwirtschaft. Bauern- und Wirtschaftsverbände sowie SVP und CVP fordern eine stärkere Förderung der produktiven Landwirtschaft. Schneider-Ammann legt einen Schwerpunkt auch auf Ökologie und Nachhaltigkeit.

Ziel des Wirtschaftsministers ist es, die Vorlage am 1. Januar 2014 in Kraft zu setzen. (vuc/hcq/per)

Beliebteste Kommentare

  • Albert  Knoll
    BR Schneider-Amman bringt das erste Mal in seiner Amtszeit eine vernünftige und mutige gegen "seine" Wirtschaftslobby Idee. Bessere Ausbildung bringt mehr Wissen und somit Innovation, Qualität und höhere Produktivität unter Berücksichtigung von Oekologie und Nachhaltigkeit. Dass sich die SVP und CVP aus wahltaktischen Gründen dagegenstemmen versteht sich von selbst. Und dass Wirtschafsorganisationen eine höhere Produktivität auf Kosten der Umwelt in Kauf nehmen wollen, verwundert auch nicht wirklich. Wachstum, ghaue oder gschtoche, kann nicht das Ziel sein..

Alle Kommentare (7)

  • Hans  Leemann
    Typisch SVP. Mehr Staat, mehr Subventionen für sich. Nur dass die Bauern SVP wählen. Man kann dem auch Korruption sagen.
    • 16.08.2012
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  • Marion   Jost , Schönenwerd
    Mir wäre es auch lieber wenn ausgebildete Bauern das Geld erhalten und nicht jeder Hans und Franz der eine Schnellbleiche macht. Ist wie in der Pflege, Krankenschwestern erhalten mehr Lohn als Pflegehilfen, somit ist es eigentlich nur logisch wenn auch hier Qualität berücksichtigt wird. Ohne richtige Ausbildung hat man oft zuwenig Ahnung von den Zusammenhängen und es entsteht eine Landwirtschaft die nicht umwelt- und tiergerecht ist....
    • 16.08.2012
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  • Hans  Häberli , via Facebook
    Wie war das, ohne Berufsausbildung Subventionen zeihen können?
    "Eidg. dipl." Berufsausbildungen bringen zudem berechtigte Qualitätssicherungen unter Einhaltung der Wirtschaftlichkeit des Bauernstandes mit sich. Daher Subventionen nur noch an "eidg. diplomierte" Bauern.
  • Albert  Knoll
    BR Schneider-Amman bringt das erste Mal in seiner Amtszeit eine vernünftige und mutige gegen "seine" Wirtschaftslobby Idee. Bessere Ausbildung bringt mehr Wissen und somit Innovation, Qualität und höhere Produktivität unter Berücksichtigung von Oekologie und Nachhaltigkeit. Dass sich die SVP und CVP aus wahltaktischen Gründen dagegenstemmen versteht sich von selbst. Und dass Wirtschafsorganisationen eine höhere Produktivität auf Kosten der Umwelt in Kauf nehmen wollen, verwundert auch nicht wirklich. Wachstum, ghaue oder gschtoche, kann nicht das Ziel sein..
    • Hubertus  Frankenstein , Wohlen
      Lieber Herr Knoll
      Bessere Ausbildung bringt mehr Wissen: JA.
      Aber in unserer Wirtschaft müssen auch Personen überleben und Ihre Familien ernähren können, die über 40 Jahre alt sind, punkto Ausbildung vielleicht nicht gerade die besten Karten in den Händen haben - jedoch punkto praktischer Erfahrung und hohem Arbeitswillen ausgezeichnete Leistungen erbringen. Nur können diese Leute sich nicht einfach während ein paar Monaten von der Arbeit abmelden und die Schulbank drücken.
      Aus diesem Grund freut es mich sehr, dass im Parlament auch Praktiker vertreten sind, die ihre Meinung äussern.
      BRAVO SVP und CVP.
      • 15.08.2012
      • als Kommentar auf Albert  Knoll
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    • beat  marti , oftringen
      nein!,schnellbleiche genuegt: grossmütter sollten ein Patent haben,um Enkel hüten zu dürfen,im Altersheim mussten bewährte langjährige angelernte Angestellte aus der Pflege und der Küche entfernt werden,weil ihnen die entsprechenden Ausweise fehlten,Resultat: Arbeitslose pus Kostenschub!
      • 15.08.2012
      • als Kommentar auf Albert  Knoll
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    • Marion   Jost , Schönenwerd
      Herr Knoll, Sie haben recht.... die SVP hat wohl Angst um ihre Wähler die ja grösstenteils aus Bauern bestehen.... ich vertraue einem ausgebildeten Bauer mehr als einem Laien..... Zum Kommentar von Herrn Frankenstein: entschuldigen Sie mal, würden Sie sich von einer Hilfsschwester eine Spritze setzen lassen wenn sie es gar nicht richtig kann? Oder einem Medizinstudenten im 1. Jahr operieren lassen? Wohl kaum! Dann könnten wir ja die ganze landwirtsch. Ausbildung abschaffen und Laien ran lassen.... tststs, da haben Sie nicht viel überlegt....
      • 16.08.2012
      • als Kommentar auf Albert  Knoll
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