Knebelverträge sollen verboten werden Ständeräte kämpfen gegen Booking.com

BERN - Knebelverträge von Onlinebuchungsplattformen sollen verboten werden. Das verlangt eine Motion, die 21 Ständeräte unterzeichnet haben, angeführt von Pirmin Bischof (CVP).

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Kampagne von «Booking.com»: Nur Schweizer Hoteliers sagen nicht «Yeah!»

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Einfach zu buchen und das zu einem gutem Preis: Hotelgäste profitieren enorm von Onlinebuchungsplattformen wie Booking.com oder Expedia. Leidtragende sind jedoch häufig die Hotelbesitzer, die mit den Buchungsportalen zusammenarbeiten. Durch eigentliche Knebelverträge mit strengen Klauseln sehen sie ihre wirtschaftliche Freiheit in Gefahr.

Darum soll die Politik jetzt eingreifen. Der CVP-Ständerat Pirmin Bischof hat eine Motion eingereicht, die ein gesetzliches Verbot von «Knebelverträgen der Onlinebuchungsplattformen» fordert. Fast die Hälfte der Ständeräte haben den Vorstoss unterschrieben. 

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Unternehmerische Freiheit eingeschränkt

Zu schaffen machen den Hoteliers vor allem die sogenannten Preisparitätsklauseln. Diesen zufolge dürfen Hotels auf ihren eigenen Websites keine billigeren Zimmerpreise anbieten als auf der Plattform.

«Das schränkt meine unternehmerische Freiheit enorm ein», sagt der Berner Hotelier Thomas Kübli gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Hinzu kämen Kommissionen von 12 bis 50 Prozent auf den Zimmerpreis, die die Hotels den Portalen abliefern müssen.

Booking.com beherrscht den Markt

Und trotzdem können die Hotels nicht ohne diese Plattformen: Dafür dominierten diese den Markt zu stark, sagt Christophe Hans vom Verband Hotelleriesuisse im «Tages-Anzeiger». Das stimmt: 2015 wurde bereits jede fünfte Schweizer Hotelübernachtung über einen diese Buchungsplattform verkauft, dieses Jahr wahrscheinlich noch mehr. Davon wiederum hat Booking.com einen Marktanteil von über 70 Prozent.

Die Politik will den Hotels nun etwas mehr Luft verschaffen. Die Preisparitätsklauseln sollen verboten werden. Damit würde zwar in die Vertragsfreiheit eingegriffen. Doch Bischof relativiert: «Die Grenze dieser Freiheit ist erreicht, wo der Wettbewerb nicht mehr spielt.»

International befindet sich Bischof damit in guter Gesellschaft: Auch in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich wurde die Willkürherrschaft der Online-Buchungsportale eingeschränkt. (win)

Publiziert am 05.10.2016 | Aktualisiert am 20.11.2016
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19 Kommentare
  • Peter  Grelling aus Zürich
    06.10.2016
    Knebelverträge sollten grundsätzlich verboten werden. Vermittlungsgebühren für booking.com, airbnb.com, Uber, Taxizentralen und ähnliches sollten der Wucherbestimmung unterstellt werden. Dann könnten viele Ausführende wieder atmen.
  • willi  Frischknecht 05.10.2016
    Der Ständerat würde sich besser mal endlich um Roming Knebel Verträge von Swisscom und Co kümmern¨. Das würde sogar ausnahmsweise den Kunden etwas bringen. Und was die Hotels betrifft, keiner zwingt ein Hotel zu Verträgen mit Booking.com, es gibt weitere Anbieter oder gleich alles selber machen.
    Ich buche meist nur 1 oder 2 Tage über Booking.com und verlängere direkt im Hotel wenn es passt und nicht teurerer ist.
  • Hans  Meier aus Aarau
    05.10.2016
    Schön wäre, wenn Konsumentenanliegen auch soviel Gehör fänden . Vetterliwirtschaft wie im Bilderbuch...
  • Theo  Froideveaux 05.10.2016
    Unglaublich, wie immer alles reglementiert werden soll. Es gibt mehr Hotels, welche von booking.com oder anderen Portalen profitiert haben, als das Gegenteil. Und, es ist immer noch jedem Hotelier selbst überlassen, ob er dort mitmacht oder nicht. Finde die Diskussion obsolet. Ähnliche Diskussion wegen Uber. Ich bin viel in den USA unterwegs und es gibt nichts Besseres als Uber. Man weiss von Anfang an, was die Fahrt kostet und wer der Fahrer ist und kriegt sofort per e-mail die Abrechnung.
  • Anna  Rusch 05.10.2016
    Vergleiche Angebote im Internet, dann rufe ich das Hotel direkt an! Meistens sind die Preise tiefer und die Zimmer besser, weil direkt gebucht!!