Knall bei der SVP Toni Brunner tritt zurück!

HORN (TG) - Die SVP hat heute den Rücktritt von Parteipräsident Toni Brunner bekanntgegeben. Der Ostschweizer gibt sein Amt im kommenden April ab.

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Auf dem Höhepunkt des politischen Erfolgs zieht Toni Brunner einen Schlussstrich. Der SVP-Parteipräsident hat heute an der Kadertagung der Partei bekannt gegeben, seinen Posten auf Ende seiner Amtszeit abzugeben. Diese endet am 23. April.

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Brunner wolle sich künftig wieder mehr auf seine Arbeit als Nationalrat konzentrieren, schreibt die SVP in einer Mitteilung. Zudem hat der Bauer vor, wieder mehr auf dem heimischen Hof mitzuarbeiten.

Bauer Brunner ist seit 2008 Präsident der SVP Schweiz. Zuvor war er acht Jahre lang Vizepräsident der Partei.

Albert Rösti als Nachfolger vorgeschlagen

Der wahrscheinliche Nachfolger des Ostschweizers ist bereits bekannt. Die Parteileitung hat Nationalrat Albert Rösti vorgeschlagen, heisst es im Communiqué.

Sollte Rösti tatsächlich gewählt werden, steht erneut ein Landwirt an der Spitze der Partei. Der 48-Jährige ist promovierter Agronom und stammt aus einer Bergbauernfamilie in Kandersteg im Berner Oberland.

Für die bernische SVP stieg er 2010 ins Rennen um den Regierungsrat. Der Wählerschaft präsentierte er sich als pragmatischer, lösungsorientierter Politiker und als Vermittler zwischen Stadt und Land - allerdings erfolglos. Dafür schaffte er 2011 den Sprung in den Nationalrat.

2013 bestimmte die SVP Schweiz Rösti zu ihrem Wahlkampfleiter für die eidgenössischen Wahlen 2015 - und hatte Erfolg: Sie erhöhte ihren Wähleranteil am 18. Oktober um 2,8 Prozentpunkte auf 29,4 Prozent. Rösti politisiert weitgehend auf Parteilinie, wie sein Profil auf der Online-Plattform Smartvote zeigt.

Als Bundesratskandidat gehandelt

Im vergangenen Spätherbst gehörte Rösti vorübergehend zum grossen Kreis der Anwärter auf eine Bundesratskandidatur der SVP. Die bernische Kantonalpartei zog ihn dann allerdings zurück mit der Begründung, dass dem Bundesrat bereits zwei Berner angehören. Zuvor hatte die Findungskommission der SVP Rösti der Bundeshausfraktion empfohlen und ihn damit als geeignet eingestuft für das Amt.

Rösti ist zweifacher Vater und auch Gemeindepräsident von Uetendorf bei Thun. In seinem eigenen Büro berät er Wirtschaftsvertreter und Politiker vornehmlich in den Bereichen Energie, Raumplanung, Umwelt und Agrarwirtschaft. Bis 2013 war er Direktor der Schweizer Milchproduzenten.

Auch SVP-Generalsekretär Baltisser geht

Zusammen mit Toni Brunner wird in diesem Jahr auch Generalsekretär Martin Baltisser zurücktreten. Er werde «eine neue berufliche Herausforderung in der Privatwirtschaft annehmen», schreibt die Partei.

Nebst dem Personalwechsel soll es im Frühling ausserdem zu weiteren Veränderungen an der Parteispitze kommen. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Brunner sei eingesetzt worden, um der Delegiertenversammlung einen Vorschlag für eine neue Zusammensetzung der Parteispitze in der kommenden Amtszeit zu unterbreiten. Auch würden «allfällige strukturelle Anpassungen» geprüft. Die SVP begründet dies mit den «gestiegenen Anforderungen» an die Partei seit der Wahl von Guy Parmelin zum zweiten SVP-Bundesrat.

Mit dem Abgang von Toni Brunner werden nun gleich drei Bundesratsparteien im April einen neuen Präsidenten wählen. Im Dezember hatten bereits die Präsidenten von FDP und CVP, Philipp Müller und Christophe Darbellay, ihren Rücktritt angekündigt. (lha/SDA)

Publiziert am 09.01.2016 | Aktualisiert am 09.01.2016
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Toni Brunner an der Kadertagung in Horn.

Keystone

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35 Kommentare
  • Stefan  Meier 09.01.2016
    Es spielt keine Rolle, wer die Partei führt. Solange Blocher lebt, solange ist ER der Chef, der sagt wos langgeht. Und alle anderen inkl. Parteipräsident haben sich danach zu richten. Wers nicht tut, wird ruhiggestellt oder aus der Partei gejagt. Brunner hatte nur eine Aufgabe zu erfüllen: Blochers Befehle umzusetzen und den Wählern zu verkaufen. Das hat er leider ganz gut gemacht. Rösti wird es nicht anders ergehen: Blocher führt die Partei, Rösti "spielt" den Parteichef...
  • Peter  Hurter 09.01.2016
    Endlich endet diese peinliche Show! Es ist ja schon traurig, dass die SVP einen Führer hatte, der kaum eine bessere Bildung aufweist als die Sek C, quasi die Hilfsschule! Was dabei rausgekommen ist, sieht man ja - er hat brillant den Rassismus in der Schweiz aufgebaut. Gut kehrt er zur Mistgabel zurück!
    • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
      10.01.2016
      Obwohl ich kein SVP-Anhänger bin. Es gibt gescheite Leute und geschulte Leute und es gibt auch solche, die weder das eine noch das andere sind.
  • Peter  Jäggi aus Bern
    09.01.2016
    Alle rechtspopulistischen Parteien haben sich mit der Zeit intern zerstritten: Schwarzenbachs Republikaner, Autopartei, Schweizer Demokraten und nun auch die SVP. Brunners Rücktritt und der Zoff zwischen Giezendanner und Köppel sind erste Anzeichen dafür - und das ist gut so!
  • Niggi  Münger aus Basel
    09.01.2016
    Schade - ich fand ihn so echt und sympathisch. Auch dass er sich so rührend um seinen behinderten Bruder kümmert - das ist nicht selbstverständlich. Ich hoffe, dass jetzt nicht auf ihm rumgehackt wird - er ist ein guter, authentischer Typ.
    • Thomas  Lendi aus Tuggen
      09.01.2016
      Herr Brunner hat das beste aus Situationen gemacht. Doch die Partei kam immr mehr von der Route ab. Es braucht Reformen, neue Akzente, neue Strategie. Ausserdem braucht esin der Partei Leute, die das Volk verstehen, Vertretten und auch wieder mehr für dss Volk einsetzt, Namentlich den Arbeiter.
  • Eric  Pudles , via Facebook 09.01.2016
    Ob Toni Brunner seine Arbeit als Präsident gut, oder nicht gut gemacht hat kann ich als Nicht SVPler nicht objektiv beurteilen. Aber es wird wohl keine Rolle spielen, wer sein Nachfolger wird. Dies so lange er die Befehle und Vorschriften die aus Herrliberg kommen brav befolgt und ausführt. Sollte es Leute geben die sich eine Änderung in der Pateilinie wünschen, oder sogar vorstellen, sie werden wohl enttäuscht werden, so lange der Wind vom Zürisee her kommt