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Kleinbauern-Präsidentin Regina Fuhrer ist unzufrieden.
Mit der neuen Agrarpolitik 2014–2017 ist die Existenz von Tausenden von Betrieben bedroht, warnen die Kleinbauern.
Die Landwirtschaftspolitik wird vom Schweizerischen Bauernverband dominiert. Und der will vor allem eines für seine Klientele, die Grossbauern: viel Geld für die Produktion, wenig Geld für die Nachhaltigkeit und Ökologie. Doch in der Schweiz gibt es nicht nur Grossbauern. Ganze zwei Drittel aller Bauernhöfe bewirtschaften nur eine Fläche von weniger als 20 Hektaren.
Und diese Bauern schlagen jetzt Alarm: Die Agrarpolitik 2014–2017 (AP 14–17) von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann gefährdet die Existenz von Tausenden von kleinen und mittleren Betrieben, warnen sie. Regina Fuhrer, Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung, die zwar grundsätzlich einverstanden ist mit der Stossrichtung der neuen Agrarpolitik, ortet vor allem drei entscheidende Probleme:
Ausbildung: Künftig gibt es nur noch Direktzahlungen für jene, die ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder ein eidgenössisches Berufsattest vorweisen können. Eine gleichartige Ausbildung in einem anderen Beruf, ergänzt mit einer landwirtschaftlichen Weiterbildung (NELA), genügt nicht mehr. «Diese neue Regelung ist völlig unsinnig und verhindert, dass auch Quereinsteiger eine Chance haben», sagt Fuhrer. Auf solche Quereinsteiger ist der primäre Sektor mit seinen mehr als 17 000 Nebenerwerbsbetrieben aber angewiesen. Ein Blick in die Statistik zeigt zudem, dass es bereits heute dem Landwirtschaftsbereich an Nachwuchs fehlt. Um die Nachfolge aller Bauernbetriebe im Zyklus von 40 Jahren sicherzustellen, wären 1500 Ausgebildete nötig. Pro Jahr schliessen aber nur rund 900 Landwirte mit dem Berufsdiplom ab.
Abschaffung Direktzahlungslimiten: «Es ist wichtig, dass Direktzahlungen an einzelne Betriebe nicht à discrétion ausbezahlt werden. Es braucht für die Akzeptanz in der Bevölkerung deshalb eine Begrenzung nach oben», fordert die 53-jährige Biobäuerin.
Berechnung der Arbeitskraft: Mit der AP 14–17, für die Schneider-Ammann 13,7 Milliarden Franken ausgeben will, sollen auch die Faktoren zur Berechnung der Standardarbeitskraft angepasst werden. Dadurch würden viele kleine und mittlere Betriebe von Direktzahlungen und Investitionshilfen ausgeschlossen, und damit wäre deren Existenz gefährdet. «Das ist nicht akzeptabel», sagt Fuhrer. «Und gerade auch die Arbeit der Bäuerinnen wird damit nicht genügend honoriert.»
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