Keine Zeit für 25. Jugendsession Bundesrat lässt die Jungen links liegen

BERN - Zum Jubiläum der Jugendsession lässt der Bundesrat den politischen Nachwuchs links liegen. Keiner der Magistraten erweist den Jungpolitikern die Ehre.

25. Jugendsession: Bundesrat nimmt sich keine Zeit für Junge Politiker play
Politischer Nachwuchs: Jugendliche verfolgen an der Jugendsession 2014 die Rede des damaligen Bundespräsidenten Didier Burkhalter. Dieses Jahr müssen die Jungpolitiker ohne Bundesrat auskommen. Keystone

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Seit gestern politisieren sie wieder: 200 Jugendliche aus der ganzen Schweiz treffen sich derzeit im Bundeshaus zur Eidgenössischen Jugendsession. Bis Sonntag debattieren die Jungpolitiker unter anderem über Drogenpolitik, Waffenexporte und Landwirtschaft. Und sie werden auch ordentlich feiern, denn in diesem Jahr wird die Jugendsession 25 Jahre alt.

Zweites Nein von Sommaruga 

Gefeiert wird aber ohne den Bundesrat. Keiner der Magistraten nimmt sich heuer die Zeit, die traditionelle Rede am Samstagmorgen zu halten. Die Organisatoren hatten zunächst Simonetta Sommaruga angefragt, die bereits 2015 als Bundespräsidentin vorgesehen war, sich aber vom damaligen Vizepräsidenten Johann Schneider-Ammann vertreten liess. Doch Sommaruga sagte auch beim zweiten Anlauf ab.

Auf Nachfrage bei der Bundeskanzlei liess sich auch kein anderer Bundesrat für eine kurze Stippvisite im Bundeshaus finden. Selbst, als sich die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), die die Jugendsession koordiniert, vor wenigen Wochen einschaltete, hatte die Landesregierung kein Erbarmen: Auf die erneute Anfrage erhielt die SAJV nicht einmal eine Antwort, wie Geschäftsleiter Andreas Tschöpe sagt.

Nicht die erste Enttäuschung

25. Jugendsession: Bundesrat nimmt sich keine Zeit für Junge Politiker play
Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände. Judith Schönenberger

Tschöpe ärgert die Absage des Bundesrats. «Alle sagen immer, die Jugend soll politisch aktiver sein», sagt er. «Tut sie es, sagt der Bundesrat seine Unterstützung ab. Das ist eine grosse Enttäuschung für die engagierten Jugendlichen.»

Und nicht die erste. Bereits im Frühling hat der Bund seine finanzielle Unterstützung für die Jungparlamentarier gekappt. Für die Jahre 2014 bis 2016 waren eigentlich 530’000 Franken zugesagt. Doch nun wird die Jugendsession nur rund 320’000 Franken bekommen.

Zu viele Anfragen

Es scheint, als sei dem Bund die politische Beteiligung der Jungen nicht viel wert. Gejammert wird erst, wenn diese einmal mehr nicht an die Urne gehen. Das stimme nicht, heisst es aus dem Bundeshaus. 

Wie wichtig der Landesregierung das politische Interesse von Jugendlichen ist, zeige sich an der Tatsache, dass er in den vergangenen fünf Jahren an der Jugendsession die Eröffnungsrede gehalten habe, so die Bundeskanzlei. 

Der Bundesrat erhalte aber zahlreiche Anfragen für Veranstaltungen und könne daher nicht jedes Jahr eine Teilnahme an derselben Veranstaltung garantieren. 

Publiziert am 11.11.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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5 Kommentare
  • Reinhard  Agten aus Grengiols
    12.11.2016
    Wenn es am Schluss der Jugendsession ein Apero mit Imbiss (bezahlt mit Steuergeldern) gegeben hätte, wären alle BR in der Sitzung gewesen.
  • Simon P.  Wegert aus Bern
    12.11.2016
    Seit wann interessieren sich die 7 Bundesräte für etwas anderes, als für sich selber und seine geheimen Hintermänner aus der Finanz- und Versicherungsindustrie. Hintermänner, die für den Bundesrat den täglichen Tagesbefehl rausgeben und die politische Richtung vorgeben, denen die 7 Bundesräte in der Funktion als Steigbügelhalter und Günstlinge zu gehorchen haben!
  • rolf  sulzer 12.11.2016
    der oder die BR hätte sich so wie os von diesem kritischen Publikum blamiert und Fragen, wenn überhaupt nur in stotternder Form beantworten können. Die mussten doch die Präsidentenwahl auf CNN verfolgen.
  • Roger  Garnier aus Buchs ZH
    11.11.2016
    Wann begreifen es auch die Hinterletzten? Unsere Bräte und Politiker in Bern interessieren sich nicht fürs CH Volk sonder nur um ihre Karriere und ihr Einkommen!!!
  • Hans-Peter  Brechbühl 11.11.2016
    Der Grund warum die Magistraten den Jungs keine
    Ehre erweisen wollen liegt ganz anders. Die Jugend
    ist was das Politische betrifft nicht von Gestern, und
    sie könnten dann dem Bundesrat fragen stellen die¨
    sie in eine peinliche Situation bringen könnten.