Kein Parmelin-Effekt SVP scheitert in den Kantonen kläglich

BERN - Der 28. Februar geht als schwarzer Sonntag in die SVP-Geschichte ein. Sie verlor nicht nur die Durchsetzungs-Initiative, sondern auch mehrere Regierungsratswahlen.

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Das jahrelange Drängen der SVP hat sich im Dezember ausbezahlt. Mit der Wahl von Guy Parmelin in die Landesregierung ist die grösste Partei des Landes wieder mit zwei Bundesräten vertreten.

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Guy Parmelin hat die Wahl in den Bundesrat geschafft – doch in den Kantonen tut sich seine Partei in Sachen Regierungsbeteiligung schwer. KEY

Durch die souveräne Wahl des Waadtländers kam wohl bei manchen Parteistrategen in der SVP die Hoffnung auf einen Parmelin-Effekt auf.

Denn in den Kantonen hatte die Rechtspartei stets grosse Mühe, ihre Kandidaten in die Regierung zu bringen. Doch die ersten Wahlen des Jahres zeigen: Diese Hoffnung war illusorisch!

Gleich vier Wahlen verloren

Gleich in mehreren Ständen scheiterten die SVP-Kandidaten – teilweise spektakulär, teilweise überraschend. Besonders bitter war der 28. Februar. An diesem Sonntag verlor die Partei nicht nur ihre Durchsetzungs-Initiative, sondern gleich vier kantonale Exekutiv-Wahlen, rechnet die «NZZ» vor.

In Bern verpasste der junge Lars Guggisberg wegen der starken Mobilisierung die Wahl in den Regierungsrat – die bürgerliche Wende ist zumindest aufgeschoben.

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In Bern scheiterte die SVP mit Lars Guggisberg an einem SP-Vertreter.

Der SVP-Kandidat unterlag im bürgerlichen Grosskanton einem Sozialdemokraten. Immerhin hat die Partei am 3. April die Chance, mit Pierre Alain Schnegg Revanche zu nehmen.

Schmerzhaft war auch die Niederlage im Kanton St. Gallen. Obwohl die SVP im Parlament zulegte, scheiterte ihr Regierungsratskandidat Herbert Huser und wurde gleich auch noch aus dem Kantonsrat abgewählt.

Nach Toni Brunners Rücktritt von der Parteispitze stellt sich Esther Friedli der Wahl in den St. Galler Regierungsrat. play
Toni Brunners Freundin Esther Friedli soll die Situation in St. Gallen im zweiten Wahlgang noch retten. Sabine Wunderlin

Nach diesem Debakel sah sich SVP-Schweiz-Chef Toni Brunner genötigt, mitzureden. Nun soll seine Partnerin Esther Friedli das Blatt noch wenden – ihre Chancen sind aber eher gering.

Selbst in Uri reüssierte die Volkspartei nicht. Ihre beiden Anwärter machten gar weniger Stimmen als der SP-Kandidat. Und in Nidwalden scheiterte der erfahrene Polit-Landwirt Walter Odermatt an seinem Gegner aus der CVP. (vuc)

Publiziert am 12.03.2016 | Aktualisiert am 06.04.2016
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  • Erik  Schiegg 13.03.2016
    Das Volk ist nicht an einer Einheitspartei interessiert. Es will ein gesundes Kräfteverhältnis und hat deshalb etwas nach Rechts korrigiert, ohne zu übertreiben. Ein Sportler, der auf dem linken Bein lahm ist, wird trotz super trainiertem rechten Muskel den Marathon nie und nimmer gewinnen. Es braucht zwei gesunde Beine, um wirklich vorwärts zu kommen!
  • Paul  Meier aus Bergdietikon
    13.03.2016
    Nun, Majorzwahlen waren noch die die Stärke der SVP - da sind konsensfähige Kandidaten der SVP nicht genehm und die Stahlhelmfraktion gefällt halt nur den eigenen Leuten. In den Proporzwahlen war aber die SVP auch dieses Jahr sehr erfolgreich - insofern ist die Headline falsch!!
  • Toni  Brunner aus Dasmarinas/Cavite/Philippines
    13.03.2016
    Blocher & Co. dürften dem Himmel danken, dass 2013 die Volkswahl des Bundesrates mit 76 Prozent Nein abgelehnt wurde. Sonst sässe heute vermutlich kein SVP-BR in Bern.
    Majorz-/Kopfwahlen sind nicht das Ding der SVP. Auch als 30 Prozent Partei braucht es Wähler aus dem anderen Lager. Wenn man diese aber das ganze Jahr über verunglimpft und beschimpft, darf man sich nicht wundern, wenn der Wahltag sprichwörtlich zum "Zahltag" wird.
    Das hat man in der SVP-Spitze scheinbar noch nicht kapiert.
    • Peter  Meister 13.03.2016
      Das stimmt nicht. Bei einer Volkswahl wären nie so unbedarfte Leute wie in den BR gewählt worden. Das Volk hätte die Besten gewählt, nicht die Mittelmässigsten, wie es das Parlament tut. Das Parlament hat noch nie gescheite Bundesräte gemocht. Lieber eine pflegeleichte Ausgabe.
  • Kurt  Aerne aus Wattwil
    12.03.2016
    Hr. Staub, könnte es sein dass Sie als SVP Wähler den Unterschied zwischen Parlamentssitzen und Regierungssitzen immer noch nicht verstanden haben? Aber eine blinde Kuh bleibt immer noch eine Kuh. Wünsche Ihnen trotzdem ein schönes Wochenende. Wäre genügend Zeit um sich weiter zu bilden.,
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    12.03.2016
    Es scheint, dass die Büezer langsam begreifen, dass wenn sie weiter SVP wählen, sie sich immer mehr in die Arbeitslosigkeit hineinmanövrieren. Wenn wir Arbeit wollen, brauchen wir die EU, von dort kommen für uns Aufträge. Wenn die SVP die Zusammenarbeit mit der EU immer mehr erschwert, müsst ihr euch nicht wundern, wenn ihr morgen stempeln geht !