Kein Bock auf «Schlammschlacht» Christian Wasserfallen schmeisst beim ACS hin

Im Machtkampf um den Automobil-Club (ACS) kommt es zu einer überraschenden Wende: Der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen, der im Juni von einem Teil der Verbandssektionen zum ACS-Präsidenten gewählt wurde, zieht sich zurück. «Es reicht», sagte er.

ACS: Christian Wasserfallen tritt als Präsident zurück play
Der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen an einer Versammlung seiner Partei im Januar: Der 34-Jährige zieht sich nach den Querelen um den Automobil-Club Schweiz (ACS) zurück. Wasserfallen sollte den Verband präsidieren. (Archivbild) KEYSTONE/URS FLUEELER

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf distanziert sich von ihrer...
2 Deutlicher Rückgang Nur noch 4200 auf der Ausschaffungs-Warteliste
3 Frisch verliebt! Irena fühlt SVP-Hess auf den Zahn

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
45 shares
16 Kommentare
Fehler
Melden

In einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagte Wasserfallen, er «trete im Hinblick auf die nächste Delegiertenversammlung von Mitte September zurück». Wasserfallen war von Gegnern des damaligen ACS-Präsidenten Mathias Ammann portiert worden und an einer Versammlung am 23. Juni, die nicht von allen Seiten akzeptiert wurde, gewählt worden.

«Ich will, dass dieser Verband zur Ruhe kommt und sich selber findet», sagte Wasserfallen. Elf von 19 Kantonalsektionen hätten ihn für die geplante Delegiertenversammlung von Mitte September, an der es erneut zu einer Präsidentenwahl kommen soll, nominiert. Er ziehe sich deshalb aus einer «Position der Stärke» zurück.

An der Versammlung im September wäre es wohl zu einer Kampfwahl um das ACS-Präsidium gekommen, nachdem der Schaffhauser SVP-Nationalrat Thomas Hurter sein Interesse am Amt angemeldet hat. Die Frage, ob er nun Hurter unterstütze, beantwortete Wasserfallen nicht direkt. Es brauche Reformen im ACS und die neue Führung müsse breit abgestützt sein, sagte er. Er wolle sich aber in solche Fragen nicht einmischen.

Mit Wasserfallens Rückzug zeichnet sich eine Entschärfung im Streit ab, zumal bereits am Samstag bekannt geworden war, dass sich auch Stefan Holenstein nicht mehr als ACS-Generaldirektor zur Verfügung stellen will. Mit seinem Rücktritt wolle er dem Verband «einen unbelasteten Neuanfang in der Führung» ermöglichen, liess Holenstein über seinen Sprecher mitteilen.

Holenstein war im Juni dieses Jahres vom Präsidenten Ammann von seinem Amt suspendiert worden, weil er arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten haben soll. Holenstein weist diese Vorwürfe «aufs Schärfste» zurück. Mit der Suspendierung eskalierte der Machtkampf beim ACS.

Seinen Gegnern - der früheren Führung um Ammann - wirft Wasserfallen im Interview eine «Schlammschlacht» vor. Seiner Meinung nach wurden im Konflikt um den ACS «Grundregeln der Demokratie» nicht eingehalten. Es hätten beispielsweise einige Sektionen bereits angekündigt, «es sei nicht zu goutieren», sollte er gewählt werden.

Der Streit zwischen den verschiedenen Fraktionen im Verband war in den vergangenen Wochen zunehmend über die Medien ausgetragen worden. Zudem kam es zu mehreren Anzeigen und Klagen. Wasserfallen liess ACS-Konten sperren.

Von ihm selbst gehe keine einzige Klage aus, sagte Wasserfallen. Er sei bereit, auf einen Rückzug von Klagen seiner Unterstützer hinzuwirken. Klagen gegen ihn selbst bezeichnet er als «bizarr».

Der Verband begrüsst in einem vom interimistischen Generaldirektor Michael Gehrken verschickten Communiqué Wasserfallens Rückzug. Dieser Schritt öffne den «Weg für einen geordneten Neuanfang», hiess es am Sonntagmorgen. Mit Hurter stehe ein Kandidat bereit, der den Club bestens kenne.  (sda/sac)

Publiziert am 28.08.2016 | Aktualisiert am 30.08.2016
teilen
teilen
45 shares
16 Kommentare
Fehler
Melden

16 Kommentare
  • Coni  Müller 28.08.2016
    Es braucht Reformen. Richtig, vielleicht besinnt sich der Club endlich darauf die Interssen der Autofahrer wahrzunehmen. Schikanen ohne Ende seitens der Behörden, was den Straseenverkehr bestriftt, Abzocke anstatt Skicherheit etc. Es hibt weiss Gott viel zu tun. Lasst endlich Taten folgen.
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    28.08.2016
    Kann man auch so benennen - denn CW wäre so oder so NICHT gewählt worden und hätte eine Schlappe über sich ergehen lassen müssen.
    Fiese Tour CW - zuerst CHAOS pur veranstalten, dann Rückzieher blasen. Echt Schweizerisch oder was?
    ewz
  • Hugo  Stettler aus Suhr
    28.08.2016
    Was heisst hier "überraschende Wende"? Es war völlig klar, dass es früher oder später zu diesem Rückzugsgefecht kommen würde. Die Aussage, die Handlung erfolge aus einer "Position der Stärke" zeugt weder von politischem Geschick noch von überragender Intelligenz. Jedes Kind weiss, dass dem nicht so ist und wer solche offensichtlichen Unwarheiten verbreitet verliert auch den letzten möglicherweise noch vorhandenen Funken Glaubwürdigkeit.
  • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
    28.08.2016
    Rücktritt, obwohl noch gar keine offiziell anerkannte Wahl stattfand? Ist schon speziell..... Was geschieht mit den Zahlungen, Gerichtsverfahren etc., die von Wasserfallen verweigert oder in die Wege geleitet wurden? Laufen die im Hintergrund weiter und Wasserfallen ist offiziell dann fein raus? Eines ist sicher: Wasserfallen hat für ein gewaltiges Chaos gesorgt und seine Glaubwürdigkeit hat massiv gelitten. Und bitte keinen anderen Politiker in die ACS-Führung...
  • Claudia  Boesch 28.08.2016
    Glaubt er wirklich, dass man diese Episode vergessen wird bei zukünftigen Wahlen. Sorry aber so jemand braucht man nicht. Er tritt am besten von allen Ämter zurück wo mit Führung und/oder Verantwortung zu tun hat.