Kantonale Budgets 2017 Musterknabe Basel-Stadt, Innerschweiz im Minus

Die meisten Kantone rechnen für 2017 mit roten Zahlen. Insgesamt summiert sich das Minus auf 282 Millionen Franken. Die Unterschiede sind gross.

Kantonale Budgets 2017: Diesjähriger Musterschüler ist Basel-Stadt play
Die Kantone budgetieren für 2017 im Schnitt ein Minus von 34 Franken pro Kopf. (Symbolbild) KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

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282 Millionen Franken – so gross ist das finanzielle Loch der Kantone, wie die provisorischen Budgets für 2017 zeigen. 15 Kantone rechnen dabei mit negativen Abschlüssen, elf mit positiven, wie eine um Einmaleffekte bereinigte Auswertung der «NZZ» zeigt.

Was auffällt, ist eine gewisse Stabilität in den kantonalen Haushalten. So beläuft sich das prognostizierte Minus im schweizerischen Schnitt auf gerade Mal 34 Franken pro Kopf. 

Allerdings gibt es durchaus kantonale Unterschiede. Musterknabe ist Basel-Stadt mit einem Plus von rund 143 Millionen Franken – 743 Franken pro Kopf. 

Weit dahinter folgt auf Platz zwei der Kanton Bern mit einem Pro-Kopf-Überschuss von 97 Franken. Bronze geht an Solothurn mit einem Plus von je 71 Franken.

Innerschweizer im Minus

Vom anderen Ende der Skala grüsst der Kanton Zug mit einem Minus von gut 132 Millionen Franken. Und einem Pro-Kopf-Defizit von 1077 Franken.

Am zweitschlechtesten steht Obwalden da mit einem Pro-Kopf-Defizit von 615 Franken. Gleich dahinter folgt Nidwalden mit je 404 Franken.

Ausgaben von 89 Milliarden Franken

Insgesamt steigen die Ausgaben der Kantone weiter an – um 1,8 Prozent auf 88,9 Milliarden Franken. 

Allerdings, die Zahlen könnten sich noch leicht ändern. Noch sind nicht alle Budgets von den kantonalen Parlamenten abgesegnet. So ist etwa auch offen, ob die Kantone Aargau, Luzern und Schwyz ihre für 2017 beantragten Steuererhöhungen durchbringen.

Und was die Erfahrung ebenfalls zeigt: Die Kantone budgetieren eher vorsichtig, sodass die effektiven Rechnungsabschlüsse besser ausfallen als vorgesehen. 2015 zum Beispiel standen die Kantone am Schluss um 1,3 Milliarden Franken besser da als budgetiert. (rus)

Publiziert am 31.10.2016 | Aktualisiert am 31.10.2016
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  • Thomas  Steinmann aus Binningen
    01.11.2016
    Die grossen Gelder in Basel-Stadt stammen vermutlich gegen 90 Prozent von den beiden globalen Pharmagiganten. Einerseits deren Umsatzsteuer und dann die guten Verdienste der Mitarbeiter, welche reichlich Geld in die Staatskasse spülen. Nimmt man statt dem Mittelwert den Median des steuerbaren Einkommens sieht die Sache ganz anders aus. Die hoch gelobte tot-grüne Macht hat vielleicht einfach nur Glück, dass der Topf gross genug ist und stetig nachgefüllt wird.
    • Ottto  Nic 01.11.2016
      Nun die ganzen Pharmamultimillionäre Zahlen zusammen mit all den anderen "Reichsten der Reichen" ihre Steuern eher im steuergünstigsten Kanton Zug, weil sie dort ein Haus an See besitzen. Und wo steht dieser Hochliberale Kanton denn im Ranking? Ach ja, ganz am Schluss.
  • Mario  Basler 31.10.2016
    Interessant, dass Kantone mit sehr vielen Gutbetuchten alle Defizite planen. Vielleicht sollte man diejenigen nicht mehr so oft mit Steuergeschenken anlocken. Das würde auch die restliche Bevölkerung freuen.
    • Beat  Küng aus Bellinzona
      01.11.2016
      Der Ausgleich mit zig Millionen an die "armen" Kantone wie Bern sind in dieser Rechnung bereits enthalten. Weshalb soll ein Kanton sparen, nur weil andere Kantone ihre Finanzen nicht im Griff haben? Mit Defiziten können die Geberkantone den Verteilschlüssel neu definieren. In Bern als Nehmerkanton wurden ja die Gehälter für Politiker erhöht, obwohl sparen angesagt war. Auch das ist nicht in Ordnung.
  • Peter  Muster aus Koppigen
    31.10.2016
    Und wieder 1.8 Prozent mehrausgaben im vergleich zum vorjahr. Als würde man im kanton bern nicht schon genug steuern bezahlen. Ein minus von 1 Prozent pro jahr die nächsten10 jahre wäre eher sinnvoll, denn es wird so viel geld für sinnloses ausgegeben, wovon man gar nichts merkt. Zudem könnte man mal die staatsschulden zurückzahlen, auch wenns weniger einfach ist und weniger spass macht als schulden anhäufen, welche dann der politische nachfolger ausbaden muss.
    • Mark  Neureuther aus Solothurn
      31.10.2016
      @Herr Muster: Ich musste schmunzeln. Kanton Bern = Budget Überschuss. Sie haben die 1.3 Milliarden Fr. jährlich an Finanzausgleich vergessen, die die Nettozahler-Kantone in den Kanton Bern pumpen. Die ist eine Steuersenkung und Rückzahlung von Staatsschulden in meinen Augen nicht Priorität.
  • Peter  Franz 31.10.2016
    Das passt wohl einigen nicht in ihr Weltbild, ausgerechnet ein Kanton der seit über Jahren links regiert wird, ist der Musterknabe. Die Pharma gab es übrigens auch schon als der Kanton bürgerlich regiert wurde, allerdings schrieb man damals rote Zahlen. Das sich die Pharmafirmen auch unter einer Bürgerliche Regierung so gut entwickelt hätten, ist mehr als fraglich. Übrigens hat auch der Bürgerliche Kanton Zug viele "Topfirmen" wenn man jedoch kaum Steuern verlangt, ist man selber Schuld!
    • Beat  Küng aus Bellinzona
      01.11.2016
      Weshalb sollte der Kanton Zug sparen, wenn doch das Geld trotzdem nur nach Bern geht? Da finde ich es durchaus legitim, dass der Kanton in die Infrastruktur investiert, auch wenn dadurch ein Minus entsteht. Dieses entsteht ja nur dadurch, dass man marode Kantone wie Bern durchfüttern muss.
  • Hans  Leuchli aus Vellerat
    31.10.2016
    Interessant, dass Kantone welche grosse Transferleitungen in den Finanzausgleich stemmen, Verlierer sind.
    Was sauer aufstösst ist der Kanton Bern welcher der grösste Finanztranferprofitierer ist, das Geld mit beiden Händen in den Stadten unglaublich nachhaltigen Alternativprojekten zur Verfügung stellt, eine nette Umschreibung von Verschwndung, trotzdem Ueberschuss macht.
    Das zeugt von einer starken Lobby welche Transferleistungen im grossen Stil nach Bern umleitet.