Juso entschuldigt sich Antisemitische Karikatur war ein «Fehler»

Die Juso wirbt mit einer Karikatur für ihre Spekulationsstopp-Initiative, die an die Bildsprache der Nazis erinnert. Jetzt hat sich die Jungpartei für den üblen Fehltritt entschuldigt.

Inzwischen hat die Juso die Karikatur wieder entfernt. play

Inzwischen hat die Juso die Karikatur wieder entfernt.

etwasanderekritik.wordpress.com

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 «Gutmensch» schickt Migranten ins Nachbardorf SVP-Glarner umgeht Strafe...
2 Jil Lüscher war bis vor kurzem ein Mann Transfrau will Aargauer...
3 SVP will Billag halbieren Für Köppel ist SRG-de-Weck im «Weltkrieg»

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
43 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

Die Karikatur zeigt einen dicken Mann mit Schläfenlocken-ähnlichen Koteletten, schwarzem Hut und grosser Nase, der Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann dazu zwingt, ihn mit einem Löffel zu füttern. Ein hungriges Kind steht daneben und geht leer aus.

Die gezeichnete Schneider-Ammann kommentiert die Szene mit den Worten: «... und ein Löffel für die internationale Finanzlobby».

Entdeckt hat die Karikatur der Blog «etwasanderekritik» auf der Facebook-Seite der Juso. Auch das Newsportal Watson hat die Geschichte aufgegriffen.

Die Blogger von werfen der Jungpartei vor, eine «ähnlich bis identische» Bildsprache wie die Nationalsozialisten zu verwenden: «Gauleiter Julius Streicher wäre gewiss stolz auf die Juso-Karikatur und hätte sie in seiner Nazi-Zeitschrift Stürmer aufgenommen», heisst es im Beitrag.

Inzwischen hat die Juso auf die Kritik reagiert. Auf ihrer Facebook-Seite haben die Jungsozialisten heute eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin heisst es:

«Nachdem wir von Mitgliedern auf problematische Aspekte der Abbildung angesprochen wurden, haben wir die Karikatur gelöscht. Wir verstehen, dass die Karikatur durch antisemitische Codes und Stereotypen eine Interpretation zulässt, die absolut nicht den Grundwerten der JUSO entspricht. Wir möchten uns an dieser Stelle uneingeschränkt für diesen bedauernswerten Fehler entschuldigen und versichern, dass es nicht die Absicht war, Antisemitismus zu reproduzieren. Wir werden den Vorfall vertieft behandeln und sicherstellen, dass es nie wieder zu so einem Fehler kommt.»

«Wir haben den Post gestern entfernt, nachdem wir von Mitgliedern auf die problematischen Aspekte der Karikatur angesprochen worden waren», erklärt Hanna Bay, Juso-Vizepräsidentin und Ressort-Verantwortliche für die Spekulationsstopp-Initiative, gegenüber dem Newsportal Watson. «Wir können und wollen nicht leugnen, dass das unser Fehler war.» (vsc)

Publiziert am 23.01.2016 | Aktualisiert am 23.01.2016
teilen
teilen
43 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

2 Kommentare
  • Hans  Grüter 24.01.2016
    Ich finde die Karikatur als solches völlig unproblematisch. Was mich aber nervt, ist die Scheinheiligkeit der Juso. Stellen Sie sich vor, was für ein Skandal es gegeben hätte, wenn die SVP mit diesem Motiv geworben hätte. Wenn zwei dasselbe tun, ist es dann wohl doch nicht das gleiche.
  • J.  Peter aus Luzern
    23.01.2016
    Mit ganz, ganz viel Fantasie könnte man vielleicht allenfalls eine ganz vage Ähnlichkeit feststellen. Aber muss denn dieser rund 80-jährige Bonus immer noch so aktiv sein?