Jürg Stahls Büro-«Grundausstattung» Höchster Schweizer will Gratis-Schnaps

BERN - Der neue Nationalratspräsident Jürg Stahl will seine Gäste überraschen können – mit Schnaps. Für diesen musste er nicht einmal bezahlen.

Prost Nägeli! Jürg Stahl nach der Wahl zum Nationalratspräsidenten am 28. November 2016. play

Prost Nägeli! Jürg Stahl nach der Wahl zum Nationalratspräsidenten am 28. November 2016.

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Seit zwei Wochen ist der Winterthurer SVP-Nationalrat Jürg Stahl (48) Nationalratspräsident. Auf das Amt als höchster Schweizer hat sich der künftige Chef von Swiss Olympic seit längerem vorbereitet.

Nicht zu kurz kommen soll nämlich die «Grundausstattung» des Kühlschranks im grosszügigen Büro des Ratspräsidenten. Darunter versteht Stahl hochprozentigen Alkohol – aus der Schweiz, wohlgemerkt.

«Die Lieferanten legten keine Rechnung bei»

Per E-Mail bat er einen Getränkehersteller kurz vor seiner Wahl um Zustellung der Produkte. «Ich möchte meine Gäste zwischendurch auch mal überraschen», begründet Stahl im Schreiben, das der «Aargauer Zeitung» vorliegt.

Neben dem zugestellten Schnaps sei sein Kühlschrank mit ein paar Flaschen Bier und etlichen Flaschen seines Lieblingsgetränks Rivella gefüllt, erklärt er der Zeitung.

Für die Lieferung des hochprozentigen Alkohols musste Stahl nichts bezahlen. «Die Lieferanten legten keine Rechnung bei», erklärt Stahl. «Wenn sie dies getan hätten, hätte ich selbstverständlich bezahlt.» Offenbar ist der Lieferant seiner Bitte um die «wohlwollende Prüfung» der «unkonventionellen Anfrage» nachgekommen.

Inländische statt ausländische Getränke

Es sei eine ideale Werbung für diese Produkte, wenn seine Gäste sie konsumieren würden, so Stahl. «Wir sollten stolz auf unsere Getränke sein, statt ausländische zu konsumieren.»

An Geld hätte es Stahl nicht gemangelt. Nationalräte erhalten inklusive Spesen rund 130'000 Franken. Dazu kommen 44'000 Franken Präsidentenzulage für Stahl. Zusätzlich stehen ihm nochmals 16'600 Franken Repräsentationsauslagen zu.

Stahls Vorgängerin Christa Markwalder verfolgte in ihrer Amtszeit eine andere Kühlschrank-Politik. Die Parlamentsdienste hätten diesen jeweils gefüllt – «mit Mineralwasser, Saft, Cola und Weisswein», erklärt sie der «Aargauer Zeitung».

Das wäre für den SVP-Mann nicht in Frage gekommen. Denn: «Für Schnaps sollen keine Steuergelder ausgegeben werden.»

Publiziert am 14.12.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016
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12 Kommentare
  • Ema  Memic , via Facebook 14.12.2016
    Die wesentliche Frage ist doch wohl, wieso legt der Lieferant keine Rechnung bei? Um sich vielleicht genau auf diese Art und Weise zu bereichern! Finde ich persönlich einen sehr schlechten Zug des Lieferanten. Schade steht der Name nicht da. Sonst würde ich einen riesen Bogen um diese hinterhältige Firma machen...aber vielleicht ist es auch gut so, denn so bekommt er keine zusätzliche Werbung für seine Produkte (Lieferant!)
  • Annemarie   Setz 14.12.2016
    Warum nicht eine Serie Gratis-Käfeli? Täte den Politikerhirn besser als Schnaps, sonst kommen noch mehr sonderbare Entscheide heraus..
  • Roman  Camenzind aus Gersau
    14.12.2016
    eigentlich müsste das Volk denn Gratisschnaps bekommen,bei den Entscheidungen,die in Bern dauernd getroffen werden,um dem Volk,das Geld aus der Tasche zu ziehen.
  • Michael  Thommen 14.12.2016
    Nein sowas, zum Glück hat Herr Stahl nichts Wichtigeres zu tun.
  • Georg  Kuster 14.12.2016
    Korruption ist in Bern ganz normal. Dinge anzunehmen ohne dafür zu bezahlen ist der Politiker täglich Brot. Natürlich weiss Herr Stahl nicht, dass der Lieferant dann bitte auch gerne entsprechende Politik zur Förderung von seinem Geschäft haben möchte. Denn wenn er das wüsste, wäre es dann wohl doch Korruption. Darauf stehen in der Schweiz nach aktueller Gerichtspraxis ein Freispruch und 100000.- in Bar als Entschädigung...